UnwiseNomad

Germany's greatest philosopher was a Kant.
UnwiseNomad
RE: Kinder lernt beten | 21.04.2013 | 23:56

Danke Magda für den Hinweis.

Das vermeintliche Kindeswohl ist schon bei der Beschneidung mißbraucht worden, um den religiösen Wahnsinn vor dem Aussterben zu retten. Die vorgeschobene Begründung "drohende Ausgrenzung" wog auch damals schon schwerer als alle anderen, am wirklichen Kindeswohl orientierten Argumente.

Das Gericht hat es sich in diesem Fall zusätzlich zu leicht gemacht und daher falsch entschieden. Es hat völlig unberücksichtigt gelassen, dass der Großteil der Erziehungsarbeit in dieser Familie von der Mutter geleistet wird. Sie allein wird in die Zwangslage versetzt, sich mit dem auseinanderzusetzen, was die Kinder vom nur auf dem Papier weltanschaulich-neutralen Unterricht mit nach Hause bringen.

Verbürgt ist etwa dieses: "Jesus liebt dich mehr als deine Eltern."

Der Vater ist weit weg, offenbar nicht kooperativ und wird ein genaues Auge darauf werfen, ob und wie die Mutter diesen für kleinere Kinder verstörenden Schwachsinn angeht. Und im Zweifel erneut klagen, wenn die Mutter den Kindern eröffnet, wie es wirklich ist.

Bei der leider immer noch aktuellen Lage des deutschen Gemeinwesens ist zu befürchten, dass auch eine mögliche Revision zum gleichen, pfaffenfreundlichen Ergebnis kommen wird.

RE: Rechtsradikale Frauen | 14.04.2013 | 20:38

So geht es halt, wenn man aus politischen Motiven partout nach "rechts" und "links" unterscheiden möchte, statt nach "friedlich" und "kriminell".

Wäre es nicht so, hätte die Presse die RAF zum Vergleich heranziehen können und festgestellt, dass damals die Frauenquote in Führungspositionen höher lag als heute.

RE: Zu fromm für die "Community"? | 13.04.2013 | 18:30

Ich glaube, ein guter Artikel ist am besten zweigeteilt: anfangs eine Einführung in das Thema, bei der sich der Autor um Neutralität bemüht, und dann seine eigene, neue, möglicherweise strittige These.

So hat jeder eine Chance, sich entweder an der Diskussion zu beteiligen oder zu erkennen, dass ein Detail besprochen werden soll, zu dem nur Fachleute etwas sagen können.

Insofern empfinde ich die angesprochene These als zu pauschal - und meine im Rückblick ebenfalls. Ob ein Kommentar vernünftig begründet ist, ist eine weitere Auslegungssache. Oftmals gibt es Mitkommentatoren, die ihn gleich "verstehen", während andere ihn als deplaziert empfinden. In so einem Fall hilft (höfliches) Nachfragen. Ein Artikel sollte dies jedoch, wie oben geschildert, zu vermeiden versuchen und "so tun" als gebe es die Kommentarfunktion gar nicht.

RE: Zu fromm für die "Community"? | 12.04.2013 | 23:57

Moinsen. Die Sache ist eigentlich ganz einfach:

Wer einen Beitrag einstellt, der muss sich auf Reaktionen gefasst machen, die ihm nicht gefallen. Das ging mir mit z.B. meinem zu Energiewende und Solartechnik so. Hallo H.Yuren!

Wir haben jedoch sachlich diskutiert und fertig. Das hat einen Grund: es gab einen Gegenstand, der einen Meinungsaustausch gestattet. Religion ist etwas ganz anderes. Da gibt es mangels realem Gegenstand nichts zu diskutieren. Man kann glauben, was einem vorgekaut wird, glauben, was man sich selbst ausgedacht hat oder nichts glauben.

Wer sich mit einem solchen Thema in die Arena begibt, wird sich als erstes der Frage ausgesetzt sehen, warum er überhaupt diskutieren will, wo es nichts zu diskutieren gibt.

Ich würde nicht immer gleich "Missionierungsversuch" schreien. Bei "GS" war es wohl eher naive Frömmigkeit, gepaart mit einem Schutzinstinkt für das vermeintlich ungerecht behandelte Idol.

Dass nur die diskutieren sollten, die Ahnung von der Materie haben, ist übrigens überheblich und dämlich zugleich. Denken können andere oft besser als die detailverliebten Fachidioten, die den Wald vor Bäumen nicht mehr sehen können oder wollen. So habe ich die Beschneidungsdiskussion auch in Erinnerung, á la:

Lesen Sie erst einmal den vollständigen Hampelbert Dampelbert, bevor ich weiter mit Ihnen spreche. Nöö. Wenn es etwas zu sagen gibt, kann man das selbst tun. Wenn man besonders nett sein will, setzt man weiterführende Links dazu.

Was nicht geht, egal mit wem, sind persönliche Angriffe. Wieder bin ich bei H. Yuren, der nochmals gegrüßt sei. Wir haben uns an anderer Stelle heftigst angeblökt, aber niemals persönlich. Yuren ist noch da, ich bin noch da, wir sprechen weiter miteinander - "GS" ist wech. Schade und unnötig.

RE: Im Fall des Falles. | 10.04.2013 | 23:52

So wie ich es verstanden habe, geht es nicht zuerst um die beobachtbare Tatsache, dass der Genitiv seltener verwendet wird, sondern um Sicks Bemühungen, ihn dort zu retten, wo er in der deutschen Sprache nie hingehörte und nie gebraucht wurde.

Ich habe Sicks Bücher gelesen. Sie sind unterhaltsam und plädieren für ein gesteigertes Sprachbewußtsein, was immer gut ist. Das bedeutet aber nicht, dass Sicks Ansichten im Detail von allen oder gar nur irgendwelchen Sprachwissenschaftlern geteilt werden (können).

Leider erfordert die hauptsächlich akustische Präsentation auf belles lettres eine Menge Zeit, die man sich aber für wenigstens einen Beitrag nehmen sollte, um einen Eindruck vom wissenschaftlichen Niveau der Beiträge zu bekommen.

Ich bin kein Fachmann, muss also wie die meisten von uns die 'Schweine am Gang erkennen'. Dort habe ich jedenfalls ein besseres Gefühl als bei Sicks "Unterbau".

RE: Im Fall des Falles. | 10.04.2013 | 22:17

Wer sich vertiefend mit der Materie auseinandersetzen will, findet eine Menge Gelehrtes, Überzeugendes und dennoch Kurzweiliges auf http://www.belleslettres.eu/. Dort werden auch die wenig stichfesten Theorien des Bastians Sicks zur Lage von dem Genitiv seziert.

RE: Im Fall des Falles. | 10.04.2013 | 22:11

Hat nichts mit dem Genitiv zu tun, sondern mit falsch vornehmer Sprache, ist aber lustig und einer Arbeitskollegin wirklich passiert:

Mutter und Kind laufen essend durch die Dortmunder Fußgängerzone. Das Kind sagt: "Mama, gib mich mal die Pommes!" und fängt sich dafür ohne Umschweife eine Ohrfeige.

Die Mutter erbost: "Wie heißt das?"

Darauf das Kind kleinlaut: "Gib mich bitte mal die Pommes" und die Mutter: "Geht doch!".

RE: Schwanzkatzenbeissung | 06.04.2013 | 15:18

Jammerschade, das mit der Nichtzulassung, und die Stassenverkehrsordnung bleibt auch nach der Änderung ein recht trockener Stoff; nicht wirklich zur Völkerverständigung geeignet.

Ich empfehle, zur Kombination des Angenehmen mit dem Nützlichen, sich den Film Dogma anzuschauen. Es nimmt dem Vergnügen nichts, so hoffe ich, hier schon zu verraten, dass Gott darin von Alanis Morissette gespielt wird. Isn't it ironic?

http://dogma-movie.com/pics/alanis/images/alanissm.jpg

RE: Schwanzkatzenbeissung | 06.04.2013 | 14:59

Zum unterschwelligen Duktus meines Textes passt ein Verweis auf "Verkehr ohne Geschlecht" wie die Faust aufs Auge. :-)

Die Straßenverkehrsordnung ist natürlich nicht alles. Ich bin gespannt, ob die Regelungen zum angemessenen Verhalten an hohen kirchlichen Feiertagen, die kürzlich in die Diskussion geraten sind, auch entsprechend angepasst werden.

Vielleicht können wir eines Tages lesen: "§1: Wer sich am Karfreitag den Wolf tanzt ..."

RE: Schwanzkatzenbeissung | 06.04.2013 | 12:10

Danke, lieber Oi.

Klar, die Sache ist so alt wie die Sprache selbst. Aber was kann ich dafür, dass der VDS sein Buch jedes Jahr neu herausbringt?

Liebe Grüße