UnwiseNomad
27.02.2013 | 14:07 65

Zwei vor, einen zurück

Photovoltaik Zwei vor, einen zurück. So kommt man nur halb so schnell vorwärts. Dreht man gar die Reihenfolge um, geht unterwegs garantiert die Luft aus.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied UnwiseNomad

giebel, solarzellen, haus, dach, sonnenuntergang

Die Ausgangslage

Es war einmal ... eine Bundesregierung, die auszog, den Klimawandel zu stoppen. Eigentlich nicht den Klimawandel selbst, denn den macht die Sonne, sondern das, was man auch naturwissenschaftlichen Laien auf einem Bierdeckel aufmalen kann: das böse COmit seinem Treibhauseffekt. Nicht dazugemalt wurden die reichlich zu erschließenden Quellen für Steuern und Abgaben.

Erneuerbare Energien sind die einzige Lösung, das ist jedem klar. Genug Geld ist vorhanden, um darin zu investieren, so die allgemeine Ansicht. Deutschland ist reich. Wir können uns das locker leisten und nebenbei noch die Kohleförderung einstellen und die Atomkraftwerke abschalten. Mit ausreichender Anschubfinanzierung kommen verkaufbare Produkte dabei heraus, mit denen der Weltmarkt aufgerollt werden kann.

Die Fehlzündung

Eine klassische Win-Win-Situation. Ärmel hoch, los geht's! Mit gigantischen Mitteln wurde und wird, dem Vertrauensschutz geschuldet, gefördert, was mit ein wenig Nachdenken als rückschrittlich hätte erkannt werden können: Vermeintliche High-Tech-Lösungen, die keine sind. Für Wasser- und Windkraft, Biogas & Co. ist nun kein Geld mehr aufzutreiben, lastet doch auf der Kilowattstunde Strom bereits eine EEG-Abgabe, die etwa das doppelte der unmittelbaren Gestehungskosten einer Kilowattstunde konventionell erzeugten Stroms beträgt. Wie konnte das passieren?

Die Technik

Photovoltaik ist an sich keine schlechte Idee. Die Sonne liefert für jeden Quadratmeter der Erdoberfläche ca. 1400 Watt an Lichtenergie, tagaus, tagein. Selbst für den dicksten Verbraucher eines gewöhnlichen Haushalts, den elektrischen Backofen, genügte die Fläche eines winzigen Wohnklos, um diese Energie einzufangen. Das Einfangen selbst ist das Problem.

Deutschland, weit weg vom Äquator, wird von der Sonne meistens eher flach bestrahlt, dazu gibt es Nacht und Wolken. Von dem 10.000fachen des weltweiten Gesamt-Energiebedarfs, das die Sonne an der oberen Atmosphäre abliefert und damit die Fantasien beflügelt, kommen hierzulande nur kümmerliche knapp 1000kWh/m2 im Jahr am Boden an. Auch kann man Solarzellen nicht optimal auf die Sonne ausrichten, wenn man sie auf vorhandene Dächer schrauben will. Lästige Bäume werfen Schatten, die will man dennoch nicht unbedingt fällen.

Von diesem Wenigen geht das allermeiste bei der ersten Stufe der Energieumwandlung verloren, der Umwandlung des Lichts in elektrische Energie. 15% Wirkungsgrad bei optimaler Beleuchtung und passender Umgebungskälte sind schon wirklich gut, der Rekord liegt aktuell bei ca. 40%. So etwas können jedoch nur NASA oder ESA bezahlen, auch die vorgenannten Solarpanels sind verdammt teuer.

Am unteren Ende der Skala rangieren Dünnschichtzellen mit einem Wirkungsgrad um die fünf Prozent. Ich habe einst eine Versuchsanlage zur Herstellung solcher Zellen besucht, damals in den blühenden Landschaften des Ostens, in Arnstadt. Salopp gesprochen wurde dort in einem Durchlaufprozeß billiges Fensterglas mit einer Wald-und-Wiesen-Chemikalie beschichtet. Das unterschied sich nicht sonderlich von dem Verfahren, mit dem die silbernen Heliumballons hergestellt werden, die man auf jeder Kirmes kaufen kann (Die Anlage selbst ist High-Tech, die Rohstoffe sind jedoch Pfennigsartikel). Ich komme darauf zurück.

Solarzellen, gleich welcher Machart, liefern Gleichstrom. Damit könnte man schon einiges anfangen, doch aus unseren Steckdosen kommt aus guten praktischen Gründen Wechselstrom. Will man die eingefangene Energie "im Netz" haben, muss eine weitere Umwandlung erfolgen. Das ist normalerweise alles andere als High-Tech. Wechselrichter, so nennt man Geräte für diesen Zweck, sind fast so alt wie die Elektrotechnik selbst. Auch sie haben einen Wirkungsgrad der, wie bei den Zellen selbst, Aufwand und Preis bestimmt. 70% gehen locker, mancher kennt solche Apparate vom Camping. Je näher man jedoch an die 100% heran will, desto klobiger und teurer werden die Geräte. Auch kann man nicht einfach so lustig in das Netz einspeisen, es fällt eine Menge an Sicherheitstechnik an.

Die Politik

Damit ist die Bühne für das bundesdeutsche Trauerspiel bereitet. In unendlich weisem Ratsschluss hat man sich in diesem unserem Lande entschieden, die rettende erneuerbare Energie dadurch zu befördern, jedem der will zu versprechen, ihm zwanzig Jahre lang jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom mit einer Mark zu vergüten. Die Betreiber anderer erneuerbarer Energien, Wasser-, Wind- oder Biogasstrom, Low-Tech ohne Exportpotential, wie man glaubte, müssen sich mit einem Fünftel davon zufriedengeben.

Die Industrie

Sofort kam, wie erwartet, die Innovationsmaschine ins Rollen. Die Fläche eines deutschen Dachs ist begrenzt. Der Wirkungsgrad wurde augenblicklich zum Mantra, denn niemand wollte auch nur einen Cent Förderung "verschenken". Hersteller von Solarzellen und -panels übertrumpften sich im Wochenrhythmus mit neuen Wirkungsgradrekorden, selbst Hersteller von Laborausrüstungen und Raumfahrtbedarf konnten ihre sündhaft aufwendigen Kreationen plötzlich in luftiger Höhe bewundern.

Jeder, der einen Lötkolben halten konnte, brachte einen Wechselrichter auf den Markt, der im doppelten Wortsinn das Blaue vom Himmel versprach. Die Aussicht auf Staatsknete schaltete den wirtschaftlichen Verstand der Käufer für lange Zeit komplett aus. Angefeuert durch eine Öko-Presse, die über jedem vergeudeten Watt Kübel der Entrüstung auskippte, wurden aus der Not physikalischer Gegebenheiten Geräte entworfen, die bei wirklich breiter Anwendung die Rohstoffquellen unseres Planeten in Windeseile leerlutschen würden, von der Lawine an Elektroschrott, die früher oder später anfallen wird, ganz abgesehen.

Trotz des gnadenlosen Kampfes um Marktanteile schafften es die Hersteller, sich großzügige Gewinnmargen einzuräumen. Die Kunden waren taub und fast blind, schielten sie doch den lieben langen Tag auf ihren rückwärts laufenden Stromzähler und zahlten weiterhin jeden geforderten Preis, wenn er nur unter dem Angebot eines anderen Anbieters lag.

Die Ernüchterung

Die Katerstimmung schlich sich von zwei Seiten heran. Dem Staat wurde klar, dass es mit den Fördermilliarden nicht auf Dauer weitergehen konnte. Schon jetzt ist absehbar, dass die Stromkunden auf Jahre hinaus mit den Folgekosten [die Zahlen dort sind richtig, Schlüsse daraus sollte der Leser besser selbst ziehen] der bereits installierten Anlagen zu kämpfen haben werden. Da sich die entstandene Photovoltaikszene in Deutschland ausschließlich durch die Subventionen halten kann – die Exportchancen der überzüchteten Dinosaurier liegen nahe Null – kippen die Anbieter reihenweise in die Insolvenz, wenn aus der Politik die leiseste Andeutung kommt, man könne die Förderung auch nur minimal reduzieren.

Die andere Backe der Zange bilden bei den Solarpanels die chinesischen, bei den Wechselrichtern vor allem die koreanischen Hersteller. Erstere können die mit viel Handarbeit verbundene Panelfertigung auf chinesischem Lohnniveau leisten, letztere wissen einfach besser als deutsche Garagenfirmen, wie man Elektronik baut, auch wenn sie von höherer Warte betrachtet sinnlos ist. Die allermeiste ist es ohnehin. Die überzogenen Margen auf dem deutschen Sondermarkt tun ihr Übriges zum Kollaps.

Man könnte sich nun zurücklehnen und das Fazit ziehen, dass man sich halt vergaloppiert und daraus gelernt habe. Leider ist nach dem einen Schritt zurück kaum zu erwarten, dass man die Kraft aufbringt, wieder zwei Schritte vorwärts zu gehen. Das werden die Stromkunden, die am Ende auch Wähler sind, nicht noch einmal mitmachen.

Die Verlierer

Unter die Räder gekommen sind bei diesem Debakel innovative Projekte wie das in Arnstadt, das zwar eine Marktnische für seine Produkte gefunden hat und weiterexistiert, aber das Potential hätte, wirklich etwas auf dem Weg zu sauberer erneuerbarer Energie beizutragen.

Auch unter die Räder gekommen sind die Millionen von Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländern, die, wenn sie Glück haben und eine alte Autobatterie ergattern können, auch nach Sonnenuntergang noch ein wenig Licht haben und Radio hören können. Dafür schleppen sie sie immer wieder mühsam zu einer Ladestation (das habe ich in Marokko selbst erlebt) und entrichten einen Obolus, den sie viel besser in Raten für ein erschwingliches Solarpanel mit vier oder fünf Prozent Wirkungsgrad, ganz ohne Wechselrichter und mit einem kleinen Lithiumakku investieren könnten. Die weniger Glücklichen sitzen im Dunkeln oder bezahlen für einen Liter Lampenöl am Ende 70 Dollar, weil sie sich immer nur winzige Mengen leisten können. 

Die Moral

Das Geld liegt auf der Straße, sagt der Volksmund. Ja, sagte der Staat, man muss es dem ökobewussten Mittelschichtwähler in seinem Eigenheim aber auch anständig verzinsen ...

... und wenn er nicht gestorben ist, klebt er das Geld von Millionen von Mietern weiterhin sinnlos auf die Dächer.

Ein Sequel zu diesem garstigen deutschen Märchen wird gerade vorbereitet. Arbeitstitel: Elektromobilität.

 

Aufmacherfoto: Sean Gallup/ AFP/ Getty Images

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (65)

Gustlik 27.02.2013 | 15:47

Man stelle sich nur vor, man würde mit jenem Umlageprinzip die Autofahrer belasten, um den ÖPNV zu fördern. (Warum nicht?)

Prinzipiell ist der Weg natürlich richtig. Für mich bleibt allerdings die Frage, wie manche Sonnenbretter in 10 bis 20 Jahren aussehen und funktionieren. Was da an Masse und Schnelligkeit aufs Dach und ins Land geschoben wurde, muss seine Zähigkeit über die Jahre erst noch beweisen.

Sicher finden sich genügend Carports mit Solarbeschallung, damit Frau und Mann im untergestellte SUV ein Gefühl von ÖKO bekommen. Das muss ich in aller Deutschlichkeit sagen...

Maria Jacobi 27.02.2013 | 18:28

Sehr geehrter Autor, da können Sie noch so ironisch kommentieren und Divisionen von Traumtänzerrn und Glücksrittern den Spiegel vorhalten - wir sind in Deutschland! Und dort wird ein einmal erteilter Marrrschbefehl nicht zurückgenommen. Früher gab es Befehle zum bedingungslosen Durchhalten, heute haben wir die weichere Variante: unseren Drang, die Welt zu beglücken, koste es das hiesige Volk, was es wolle. Dieser sektenhafte Glaube an die herrliche Zukunft im Verbund mit den Gewalten des Universums (Sonne,  Wind und fermentierter Mais) ist nicht heilbar, zumal dieser Glaube auch noch fürstlich entlohnt wird. Früher heiß es,  für den Bauern wäre die Asphaltierung eines Ackers zu einem Parkplatz lukrativer, als den Acker zu bestellen. Heute lächeln seine Kinder  nur noch darüber. Diesen Acker zu einer  Photovoltaikanlage umzufunktionieren, lässt die ehemaligen Parkplatzgebühren wie Peanuts erscheinen.

UnwiseNomad 27.02.2013 | 18:48

Mir geht es nicht darum, die Solartechnik in Bausch und Bogen zu verdammen, im Gegenteil. Es tut nur sehr weh zu sehen, welche unschöne Wendung die Sache durch die verfehlte staatliche Lenkung genommen hat. Die  Aufbruchstimmung, von der auch ich anfänglich mitgerissen war, hat sich verflüchtigt.

Es hätte ganz, ganz anders kommen können, wenn die "Kräfte des Marktes" nicht dafür gesorgt hätten, dass wir jetzt auf einer teuer erkauften Technologie sitzen, deren einzige Innovation darin besteht, aus einem deutschen Durchschnittsdach das Maximum an Fördergeld herauspressen zu können.

Den Landwirten mit viel Fläche unterm Himmel hätten auch die preiswerten, einfachen und weltweit vermarktbaren Alternativen ein gern gegönntes Zubrot verschaffen können. Diese hatten im Kampf um jedes Promill Wirkungsgrad jedoch keine Chance.

h.yuren 27.02.2013 | 20:14

Für Wasser- und Windkraft, Biogas & Co. ist nun kein Geld mehr aufzutreiben, lastet doch auf der Kilowattstunde Strom bereits eine EEG-Abgabe, die etwa das doppelte der unmittelbaren Gestehungskosten einer Kilowattstunde konventionell erzeugten Stroms beträgt. Wie konnte das passieren?

lieber unwisenomad, wie wärs, du würdest hier mal bei der wahrheit bleiben und nicht demagisches zeugs ins netz hängen?

in der allerersten runde der eeg-förderung lag der satz unverschämt hoch, "unverschämt" war das nicht, sondern ein impuls, damit hier überhaupt ein anfang gemacht wurde. im eeg-gesetz steht aber drin, dass die förderung, d,h, das geld, das für die eingespeiste kwh gezahlt wird, von jahr zu jahr geringer ist. in den letzten jahren hat die schwarzgelbe energiewendeavantgarde die fördersätze drastisch gesenkt, indem die phasen von einem jahr willkürlich verkürzt wurden.

kurz, die fotovoltaikförderung war eine anschubfinanzierung. die bauern haben rechtzeitig zugeschlagen und verdienen mit ihren riesigen dachflächen ein ordentliches zubrot.

soweit die richtigstellung in sachen voltaik.

wenn ein dorf sich zusammentat und einen windpark errichtete, haben die leutchen vom eeg genauso profitiert wie die voltaikleut.

lieber unwisenomad, wenn du fragen zur voltaik hast, werde ich die gerne beantworten. ich habe vor 5 jahren angefangen, mir eine pv-anlage für meinen bedarf zu bauen. wer in physik oder chemie nicht alles verpennt hat, kann das auch tun. die preise der anlagen sind in den 5 jahren gefallen.

der boom der voltaikdächer hält übrigens unvermindert an. diese woche haben drei nachbarn ihre dächer bestücken lassen. ein trupp von 7 solarteuren schafft eine anlage pro tag. (keine scheunendächer, sondern kleine häuschen mit 30 modulen)

grüße, hy

 

UnwiseNomad 27.02.2013 | 20:34

Ich habe diese Tatsachen nicht demagogisch unterschlagen, sondern mich darauf konzentriert, den Ausgangspunkt und die von da an unveränderte Richtung darzustellen. Ja, es war ein Anschub, der in ähnlicher Höhe auch anderen hoffnungsvollen Zukunftstechnologien gewährt wurde, er hat die Entwicklung meiner Meinung nach jedoch in eine Sackgasse getrieben, von der nur Wenige etwas haben.

Noch ein wenig überspitzter: Wir haben den Kohlepfennig durch die EEG-Umlage und die in die Gruben verfüllten Milliardensubventionen durch jene auf den Dächern abgelöst. Schau Dir die Anteile der verschiedenen Energieformen im obigen Link noch einmal an.

Natürlich, auch das ist der Verdichtung geschuldet, ist immer noch Geld da. Wäre aber alles Geld noch da, müsste man jetzt nicht um den Anschluß von Windanlagen an das Stromnetz schachern (oder hätte eine photovoltaische Technik marktreif & in der Heimat erprobt, die jemand ausserhalb Deutschlands haben wollte - ganz im Gegensatz zur nahezu selbsttragenden Windenergie).

Das Verhältnis der Einspeisevergütungen für verschiedene Stromarten hat sich von den anfänglichen 5 zu 1 verringert, auch das ist richtig. Warum es allerdings überhaupt besteht, ist ein immerwährendes Mysterium. Schließlich ist eine Kilowattstunde CO2-freien Stroms eine Kilowattstunde CO2-freien Stroms. (Es soll allerdings Geräte geben, die Atomstrom aus dem Hausnetz fernhalten. Im Regal gleich neben Globuli und Magnetarmbändern zu finden).

h.yuren 27.02.2013 | 20:45

Noch ein wenig überspitzter: Wir haben den Kohlepfennig durch die EEG-Umlage und die in die Gruben verfüllten Milliardensubventionen durch jene auf den Dächern abgelöst.

lieber unwisenomad, wenn du den irrsinn der kohle und atomstrom-subventionen mit denen für sonnenenergie gleichsetzt. bist du auf dem holzweg. zum einen ist viel mehr kohle in die gruben getragen worden, und die kosten der atomindustrie kann niemand beziffern.

was soll falsch an der energiewende sein? das ist doch die frage, die hinter deinen ausführungen steht.

grüße, hy

h.yuren 27.02.2013 | 20:50

Schließlich ist eine Kilowattstunde CO2-freien Stroms eine Kilowattstunde CO2-freien Stroms. (Es soll allerdings Geräte geben, die Atomstrom aus dem Hausnetz fernhalten. Im Regal gleich neben Globuli und Magnetarmbändern zu finden).

das tautologisieren ist nicht der letzte schrei der philosophie.

und was möchtest du mit dem zeugs in klammern andeuten?

wie gesagt, ich bin gern bereit, dir den alltag mit selbst produziertem strom zu erläutern. ich habe mir das nicht angelesen, sondern schritt für schritt erarbeitet.

grüße, hy

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Ehemaliger Nutzer 27.02.2013 | 21:01

Die sogenannte Photovoltaik hätte tatsächlich erst die Entwicklungslabore verlassen dürfen, wenn sie einen vernünftig hohen Wirkungsgrad erreicht hätte und eine preiswerte Massenvertigung möglich gewesen wäre. Hat sie aber beides nicht. Genau so, wie die sogrannten Verbrennungsmotoren (Otto, Diesel). 

Klaus Traube wies schon Ende der 70er darauf hin, dass es besser ist,  Wärmedämmung zu betreiben und so Energie zu sparen. Ebenso hätte man viele industrielle Herstellungsverfahren energetisch optimieren müssen, um weniger Energie zu verbrauchen. Und die Menschen, die in den nördlichen Regionen der Welt leben, sollten einfach wieder dickere Kleidung anziehen. Dann brauchte man nicht riesige Räume zu beheizen, um es ein paar Menschen "gemütlich" zu machen. 

Eine über Geburtenregelung allmählich von jetzt 7 Mrd. auf z.B. 1 Mrd zu verringernde Weltbevölkerung sparte überdies weitere Energie ein. Und würde so manch anderes Problem auch lösen.

UnwiseNomad 27.02.2013 | 21:02

Geschätzter H.Yuren,

ich glaube, hier liegt ein Mißverständnis vor, für das ich als Autor natürlich die Verantwortung trage. Ich kritisiere nicht die Energiewende per se, sondern die verfehlte Kanalisierung der dafür zur Verfügung stehenden Mittel. Die langfristige Bindung erschwert es enorm, selbst wohlmeinend eingeschlagene Holzwege zu verlassen.

Deine Solaranlage funktioniert sicher prima, so wie sie ist. In der Gesamtschau stellt sie jedoch einen Tropfen auf den heißen Stein dar, den die im Ausblick angedeutete Elektromobilität zur vollständigen Verdampfung bringen wird.

Da helfen auch so suggestive Bilder nicht, wie ich sie kürzlich gesehen habe: Elektroauto unter Solar-Carport. Das ist eine Milchmädchenrechnung, keine zukunftsfeste Technikperspektive.

Agnitio 27.02.2013 | 21:05

Die EEG-Förderung war „unverschämt hoch“ - auch die Preise für PV-Anlagen waren unverschämt hoch. Die Förderung war angelegt an eine bestimmte Amortisationsdauer, die lediglich zwischen durch (2011) aus dem Gleichgewicht geraten ist. Hätte es die hohe Förderung nicht gegeben, hätte kein wirtschaftlich denkender Mensch(also alle) eine PV-Anlage gebaut. Die „Mark“ an Einspeisevergütung, die Sie erwähnen richtet sich ebenfalls nach den spezifischen Stromgestehungskosten je Energie“erzeugungsart“. Und die sind bei Wind nun mal (noch) deutlich geringer als bei PV.

 

„Gestehungskosten einer Kilowattstunde“ - das gibt es so pauschal nicht. Es gibt Gestehungskosten für eine bestimmte Erzeugungsart und die liegen nicht mal eben bei 2,6Ct, weil das gut in Ihren Textfluss passt.

 

Der Abschnitt über Wirkungsgrade ergibt keinen Sinn, da die Förderung pro kwh-Stunde AC-Seite gezahlt wird. Auch mit einem Wirkungsgrad von 0,5% wäre die Förderungssumme die gleiche. Und der Benzinmotor hat zwischen 25-30%, also hätte der sich auch nie durchsetzen dürfen?

 

Wenn man eine Solaranlage auf ein Dach baut, achtet der Fachmann darauf, dass es keine Verschattung gibt. Wenn sie deshalb Bäume fällen wollen, können Sie das gerne tun. Sie können auch mit angezogener Handbremse Auto fahren, oder Sie machen es einfach nicht.

 

Dünnschichtzellen haben einen geringeren Wirkungsgrad, nehmen aber diffuses Licht viel besser auf, als kristalline Strukturen, deswegen können diese in entsprechenden Gebieten mit wenig direktem Licht und gutem Platzangebot gute Leistungen erzielen.

 

Es fällt also eine Menge an „Sicherheitstechnik“ beim Einspeisen in das Netz an? Das liegt natürlich auf der Hand, dass man die Solarzellen beschützen muss. Was Sie wohl meinen ist aber wohl, dass sich Solaranlagen an die technischen Anschlussbedingungen(TAB) im deutschen Stromnetz halten müssen, wie übrigens jedes andere Kraftwerk auch.

  

Fazit: 

Ich wünsche mir zukünftig mehr Recherchezeit, als das reine niederschreiben kostet. 

UnwiseNomad 27.02.2013 | 21:22

Welchen Sinn haben PV-Anlagen, wenn man bei der Windenergie, wie sie selbst sagen, für wesentlich geringere Investitionen deutlich mehr herauskommt? Techno-Gadget? Nein, es ging um die Idee, eine konkurrenzfähige Technik zu entwickeln, um sie eines Tages mit Gewinn exportieren zu können. Wir könnten eine solche Technologie besitzen, hätten wir sie nicht aus den im Artikel ausführlich geschilderten Gründen ausgehungert.

Ein Solarpanel mit 0,5% Wirkungsgrad ist eine tolle Sache, wenn es soviel kostet wie ein Pappkarton. Man braucht allerdings Platz, sonst kann man nur einen Rasierapparat damit betreiben. Glauben Sie wirklich, jemand würde die zur Verfügung stehenden Dachquadratmeter damit bepflastern, wenn er dafür die gleiche Förderung pro KWh bekäme, also nur ein Dreißigstel des jetzt Üblichen?

Mir gefällt besonders Ihr Satz: "Wenn Bäume zur Verschattung führen, dann machen Sie es eben nicht." Pech gehabt, richtig. So wie all die Mieter, denen der Staat das großzügige Angebot nicht gemacht hat.

Dabei ist der Pro-Kopf-Energieverbrauch eines Mehrfamilienhausbewohners bedeutend kleiner als der des ökologisch korrekten Vorstadt-Eigenheimers, der noch dazu mit dem SUV zur Arbeit düst, selbst wenn eine Straßenbahn vor seiner Tür hielte.

Es geht um das Gesamtbild, und da schneidet die Photovoltaik in ihrer heute herausgebildeten Form einfach nicht gut ab. Nicht bei der Sinnhaftigkeit, vergleicht man sie mit anderen regenerativen Energien, nicht bei der Gerechtigkeit, was das Austeilen staatlicher und vom Stromkunden eingetriebener Gelder angeht. 

h.yuren 27.02.2013 | 21:23

Upps, einen Teil der Antwort fast vergessen:

Das Zeugs in Klammern war ein ironischer Hinweis darauf, dass Strom gleich Strom ist (jaja, rhetorisch bekloppt). Im Moment ist es so, dass französische Kernkraftwerke uns den Strom liefern müssen der fehlt, wenn der deutsche Himmel sich bedeckt. Ich kann es doch auch nicht ändern!

dass du fast etwas unterschlagen oder vergessen hättest, habe ich zumindest mitverschuldet, lieber unwisnomad, weil ich gestückelt habe.

ich habe nicht die möglichkeit zu überprüfen, was nun stimmt: a) dass atomstrom aus frankreich importiert werden muss, wie du hier behauptest oder b) wir produzieren trotz der abgeschalteten akw soviel strom, dass sehr viel davon exportiert wird.

und was möchtest du ändern?

grüße, hy

gweberbv 27.02.2013 | 21:32

Im Artikel finden sich einige Ungenauigkeiten bzw. (aus meiner Sicht) Fehldeutungen.

- Warum wird für PV- und Wind-Strom (und andere Erzeugungsarten) unterschiedlich verütet? -> Weil nicht nur die Technolgie gefördert werden sollte, die zum Tag X die geringsten Kosten aufweist. So zeigte sich erst, dass bei der PV wesentlich größere Kostensenkungen zu erzielen waren als beispielsweise bei der Windkraft. Ohne Fertigung im großindustriellen Maßstab würden wir auf diese Kostensenkungen noch ewig warten können.

- Warum gehen deutsche Hersteller reihenweise Pleite? -> Weil Asien nicht zuletzt aufgrund von massivem Dumping deutlich billiger ist. Wenn die KP in China die PV zur Schlüsseltechnologie erklärt und per Staatsbanken unbegrenzt die Verluste ihrer Hersteller finanziert, dann können diese auch ihre Ware locker 30% unter Herstellungspreis in den Markt drücken. Deutsche Firmen haben diese Art von Unterstützung nicht und gehen in die Knie. Dass deutsche Hersteller in den guten Jahren reichlich "Fett" angesetzt haben, ist gegenüber den ungleichen Finanzierungsbedingungen der europäischen zu den asiatisichen Herstellern zu vernachlässigen.

- Auf optimale Wirkungsgrade zu schielen stellte sich als Irrweg heraus? -> Auch da sehe ich die Sache anders. Die (zugegebenermaßen mittels Dumping geschönten) Kosten für die PV-Module sind inzwischen bei gut 50% der Anlagenkosten. Der Rest ist Unterkonstruktion, Montage, etc. Bei so einem Verhältnis ist leicht einzusehen, dass sich ein um 50% schlechtere Wirkungsgrad nichtmal dann rechnen würde, wenn man die Module verschenken könnte.

- Last but not least noch ein Hinweis: Während bisher PV der Kostentreiber Nr. 1 der EEG-Umlage war, wurde in den letzten zwei Jahren schon die nächste Bombe gelegt. Die Offshore-Windkraft mit ihren hohen Volllaststunden werden brutal einschlagen, sobald dort nennenswerte Erzeugungskapazität installiert ist, die mit irgendwas knapp unter 20 Cent/kWh vergütet wird (das doppelte, was demnächst PV-Großanlagen erahteln werden).

UnwiseNomad 27.02.2013 | 21:38

Wir haben ein europaweites Verbundnetz, das Erzeugung und Verbrauch zu jedem Zeitpunkt in der Waage halten muss, weil elektrische Energie sich nicht besonders gut speichern lässt (das werden wir beim Thema Elektroauto noch eingehender lernen müssen).

Für kurzfristige Schwankungen werden z.B. Gaskraftwerke eingesetzt, weil man sie in 'Sekundenschnelle' zu- und wieder abschalten kann. Das ist teuer. Wenn absehbar ist, dass ein Erzeuger länger ausfällt, kann man die Differenz auch mit Grundlastkraftwerken, also z.B. Atommeilern überbrücken. Kohlekraftwerke liegen irgendwo in der Mitte, was die Regelbarkeit angeht.

Haben wir ein Wetter wie jetzt, wo es absehbar lange aus den Solaranlagen nur tröpfelt, kann man davon ausgehen, dass dafür der billigste Stromerzeuger zum Einsatz kommt. Das ist im Augenblick die Kernkraft, denn Langfristkosten beeinflussen diese Entscheidungen nicht.

All das ist zugegebenermassen im Umbruch, die Strombörsen machen den Durchblick auch nicht gerade leichter. Die allgemeine Aussage, dass bei strahlendem Sonnenschein, wenn der Solarstrom reichlich fließt, eher der Holzkohlegrill als der heimische Backofen angeworfen wird, bleibt jedoch und damit auch das Problem, die Schwankungen in Angebot und Bedarf auszugleichen.

Agnitio 27.02.2013 | 21:41

Wind und PV speisen zu ganz unterschiedlichen Zeiten ein. EE ist fluktuierend. Die Solarkurve tagsüber passt sich aber sehr gut den Erfordernissen des Verbrauchs an, deshalb ist PV sinnvoll, ob im Eigenverbrauch, wie auch in der Vermarktung an der EEX. Aber auch nicht alles voll mit PV, sondern ein entsprechender Beitrag um 30-40%.

Ausgehungert wurde die PV aus bekannten Gründen des starken Anstiegs der EEG-Umlage und Druck der Bevölkerung oder wichtiger - der Wähler für dieses Jahr. Jetzt beginnt die Zeit in der PV sinnvoll wäre. Stromgestehungskosten von 11Ct können jetzt mit geringen Subventionen oder im Eigenverbrauch einen Beitrag leisten, aber jetzt wird der Hahn aus genannten Problemen abgedreht. 

 

Richtig, weniger Wirkungsgrad bedeutet mehr Platz, aber der ist in Deutschland vorhanden. (Fahren Sie mal durch Brandenburg.. ;)

Sie reden von Dachanlagen, ich rede von PV-Anlagen im Allgemeinen und dazu zählen auch Freiflächenanlagen. 

Mieter können nach Bedarf in eine Bürgersolaranlage investieren. Die gibt es überall. Es wird wohl kaum ein Argument gegen PV sein, dass Menschen die aller paar Jahre umziehen, kein Dach zur Verfügung haben. Ein Kohlekraftwerk können Mieter übrigens auch nicht betreiben - schade. 

Die PV scheitert meiner Meinung nach an den zu hohen Erwartungen, die an sie gestellt wurden. Sie kann einiges, aber nicht alles. Und sie ist eben kein Grundlastkraftwerk. Wenn diese Erwartungen in den Köpfen existieren, kann die PV nur den Kürzeren ziehen. 

Haben Sie sich mal näher mit dem Thema AusgleichMechV befasst? Es dauert eine Weile, aber irgendwann erkennt man die Zusammenhänge zwischen politischem Druck und EEG-Umlage.

Ohne es böse zu meinen, aber ihr Artikel sagt mir, Sie sind ein absoluter Laie und diese sollten sich aus dem Thema Meinungsbildung zurückhalten. Davon gibt es hierzulande leider zu viele, die meinen sich dringend zu Wort melden zu müssen. 

UnwiseNomad 27.02.2013 | 21:46

Nur ganz kurz zu einem Punkt, für heute rufen andere Pflichten:

Ich sehe an den bisher eingegangenen Kommentaren, dass es fast schon ein Naturgesetz zu sein scheint, a) PV-Anlagen in Deutschland überhaupt zu haben und b) sie mittels Individualförderung auf das Dach von Häuslebauern zu befördern.

Warum nicht ein Park von 5%-er Dünnschichtmodulen im brandenburgischen Sand, um diese Technik ausreizen zu lassen? Sie sind wirklich pro KWp und KWh um Längen preiswerter herzustellen, chinesisches Dumping hin oder her. Unter den gegebenen Umständen wird das jedoch nicht passieren.

UnwiseNomad 27.02.2013 | 22:12

Na gut, das noch dazu: Ich habe nach der Anlage in Alt-Daber gegoogelt. Nageln Sie mich nicht fest, aber es scheint sich dort um High-Tech-Dünnschichtmodule zu handeln, nicht um die vakuumbeschichteten einfachen Glasplatten, von denen ich gesprochen habe. Ganz bestimmt jedoch nicht um die Module, die wir haben könnten, wäre das Geld bisher anders geflossen.

Mein Artikel hat nicht den Anspruch, die ganze Welt zu erklären. Ich bemühe mich, Ihren und den Hinweisen anderer nachzugehen und lasse mich gerne korrigieren. Darum geht es nämlich nicht: dass ich Recht behalte. Mir liegt an einer Diskussion, denn jeder weiß etwas besser als alle anderen.

Was die Entwicklung von Solarwechselrichtern angeht bin ich allerdings Insider und kann deshalb einigermassen zu Aussagen darüber stehen, was dort gelaufen ist und wie und warum wirtschaftliche Entscheidungen dort getroffen worden sind.

Agnitio 27.02.2013 | 22:24

Ich heiße das auch nicht gut, Billig-Module aus China zu nehmen. Wieso sollte man einen Schritt in die richtige Richtung gehen und dabei, wie alle Generationen vorher nur aufs Geld schauen? Geld hat uns in die Lage gebracht, in der wir heute sind. Wieso sollte man Krebsdörfer und Smogstädte unterstützen, nur um im Kapitalinvest marginal besser zu liegen. Mal abgesehen davon, dass Billig-Module sicher nicht annähernd das leisten, was andere Hersteller können. 

 

UnwiseNomad 28.02.2013 | 10:06

Ich könnte mich beissen, diesen Artikel nicht eher aufgestöbert zu haben. Darin wird sehr viel ausführlicher als in meinem Beitrag beschrieben, welche Art von PV-Anlagen die Welt braucht.

Ich habe versucht zu beschreiben, warum in Deutschland etwas anderes entwickelt wurde und welche vielversprechenden Ansätze damit in eine Nischenrolle gedrängt wurden.

Ein wenig spekulativer: Ist es nicht vorstellbar, dass mit den inzwischen 10 Mrd. Euro jährlich die organischen Solarzellen soweit hätten entwickelt werden können, dass man heute überall in Afrika eine spottbillige bedruckte Plastikplane ausrollen könnte, aus der "zwei Drähte" baumeln, an die man sein Radio oder einen kleinen Kühlschrank anschließen kann? Ich kann das sehr gut.

Rupert Rauch 28.02.2013 | 10:50

"Die Katerstimmung schlich sich von zwei Seiten heran. Dem Staat wurde klar, dass es mit den Fördermilliarden nicht auf Dauer weitergehen konnte."

Wurde das "dem Staat" klar? Warum wurde "dem Staat" das nicht bei Atom und Kohle klar? Meines Wissens bekommen die Konzerne die Kohle in D z.B. auch mehr oder weniger geschenkt.

Warum steuerte man nicht gegen, als die Konzerne sich dick bedien(t)en? Aber das war Marktwirtschaft, überhöhte Preise (ein Gewinn ist immer ein zu hoher Preis) lassen sich angeblich nicht nachweisen usw.

"Schon jetzt ist absehbar, dass die Stromkunden auf Jahre hinaus mit den Folgekosten"

Ja, wenn wir es wie die derzeitige Regierung machen und den Kreis der Zahler noch weiter einengen, dann wird es für einige richtig teuer, nicht?

 

"die Exportchancen der überzüchteten Dinosaurier liegen nahe Null"

Belege? Oder über den Daumen gepeilt? Und welche Branche leidet nicht unter dem Freihandelswahnsinn? Im Ggs. zu D hat man in China aber kein Problem Milliarden in eine Branche zu kippen:

http://www.ee-blog.de/2012/03/jetzt-ist-es-amtlich-china-subventioniert-die-solarindustrie/

Denn die drucken ihr Geld selbst und halten ihre Währung künstlich niedrig. Alles Teufelszeug für die Deutschen.

 

"auch wenn sie von höherer Warte betrachtet sinnlos ist."

PV ist sinnlos? In welcher Welt lebst du? Selbst das sonnenarme Land D, könnte mit PV rein rechnerisch autark werden. Ausreichende Speichermöglichkeiten vorausgesetzt. Das würde niemand versuchen, man sieht nicht umsonst die Zukunft in einem Energiemix.

Aber wenn du schon derart billiges Bashing betreiben willst, dann lieber gegen Biomasse, die ist nämlich ungleich ineffizienter als PV.

Ja, das EEG bekommt Probleme mit seinem eigenen Erfolg. Man könnte mit diesen Problemen offensiv umgehen, sowohl in der Zielsetzung, wie auch in der Finanzierung.

Aber ein Regierung die einen neoliberales Wirtschftsmodell fährt, mit Niedriglohnsektor, Freihandel und Exportüberschüssen, die nutzt natürlich jede Vorlage, um das sehr beliebte und weltweit kopierte EEG-Modell so weit als möglich zu untergraben.

Die momentane Masche ist: Verunsicherung streuen, Einspeise- und Vermarktungsrisiken auf die Kleinanbieter umwälzen, den Zahlerkreis einengen und dann massiv Gegen-Propaganda fahren.

Der Grund dafür? Der ist offensichtlich: schwarz-gelb ist die korrupteste und verlogenste Regierung die wir jemals hatten, die toppen sogar Schröder-Fischer-Clement und die Strom-Konzerne sehen ihre Fälle davonschwimmen. Deren Risiko wird übrigens bereitwillig auf die Umlage draufaddiert, ebenso wie wir alle Risiken für Atomkraft tragen.

 

Rupert Rauch 28.02.2013 | 11:09

Wenn dich netzunabhängies PV anmacht, das gibts in D mittlerweile auch längst. Dank fallender Preise (der mit Subventionen aufgebauten Überkapazitäten sei Dank), sogar für Klein-Ökologen:

http://www.heise.de/tp/blogs/2/153517

z.B. bei

http://www.minijoule.com/de/?setstore=de

Auch Speicher werden zunehmend interessant. An sich könnte man sich die sparen, denn PV speist genau zu den Hauptabnahmezeiten das Meiste ins Netz ein. Daher jammern die Konzerne ja schon, dass ihre Pumpspeicherkraftwerke nicht mehr profitabel fahren. Andererseits sehe ich die Entwicklung positiv, weil auch dort die Professionalität steigt und die Preise hoffentlich fallen. Und wir sind von unserer korrupten Politik und den gierigen Konzernen unabhängiger.