DER FADEN IST GERISSEN

LITERATUR & THEATER ARTAUD JOSEPH BEUYS
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Der Faden ist gerissen
Die Insider des Kunstbetriebs

Joseph Beuys sagte, der Künstler solle die Leinwand vergessen, Artaud
war unzufrieden mit den Theatern seiner Zeit, Theater der Grausamkeiten: „Ein Theater ist verloren gegangen, und solange das Theater sich beschränkt, uns den Zuganz zum Innenleben einiger Hampelmänner zu verschaffen, so langes es das Publikum zum Voyeur macht, ist es verständlich, dass sich ihm die Elite den Rücken kehrt, und die Große Masse im Kino, im Varieté, oder im Zirkus nach heftigen Befriedigung sucht.“
Die Wahrheit schmeckt nicht jedem,
Der erste Teil von „Zarathustra“ erzählte von drei Verwandlungen, ähnlich wie bei Kafka, „Wie der Geist zum Kamele wird, das Kamel zum Löwen. Und zum Kind der Löwe.“

der Ahn Schimrock Verlag schickte mir Texte zurück, weil mein Bruder
aus versehen Suhrkamp über der Adresse geschrieben hatte, ein Lapsus,
sie sagten, sie wollen an keinem Race teilnehmen, er ist anzunehmen, dass
die Stücke nicht in ihren programmierten Main Stream passte,
vor Jahren war mir dasselbe passiert, mit dem Verlag der Autoren, ich war aus Toronto nach Frankfurt zurückgekehrt, vor meiner Immigration hatte ich Kontakt zum Indendanten des WLB, Esslingen, Schirmer, er wollte das Stück Alle Heiligen Suchen den Himmel aufführen, ein Text über den schwäbischen Pietismus, die Hahnsche Gemeinschaft, das Angebot ans Stadttheater Freiburg zu wechseln kam dazwischen.

In Toronto arbeitete ich in der Küche des Chestnut Park Hotel, heute Metropolitan, dann im Royal York Hotel, ein alt-würdiges Haus, 1000 Zimmer,
in Deutschland fing ich im Frankfurter Hof an, ich brachte das Stück zum Verlag der Autoren, gab es Marion Victor, Friedrich Schirmer rief mich an, Die Vermieter aufzuführen, Kammerspiele, neben bekannten Autoren wie Albert Camus, die Dramaturgen im Verlag der Autoren waren verärgert, ich hatte von ihnen nichts gehört, sie wollten die Freiburger Fassung, die ich ihnen schickte, die Antwort: „Diese Fassung sei schlechter, als meine erste.“
Dies zeigte, dass sie nicht objektiv waren, und das Stück deshalb schlechter machten, als es war.

Zuvor vor meiner Auswanderung hatte ich den Verlag der Autoren besucht und den Lektor Wündrich getroffen, später Berliner Ensemble, eine Zeit verging, er wollte das Stück lektorieren, er wechselte aber an das Theater in Bonn.

Ich traf einen Dramaturgin vom Verlag der Autoren, ein halbes Jahr war vergangen, sie sagte zu mir: “Wir haben es gelernt, sie nicht! Nein, ihr Stück Der Katschuk Baron ist nur ein Entwurf.“ Wündrich war aufgefallen, wie ich mit Sprache umging, beeinflusst von meiner miesen Orthographie und meinem Süddeutschen Akzent, siehe Berthold Brecht und Ödon von Horvath, die ich eifrig studierte. Und Franz Xaver Kroetz, Harold Pinter, Der Hausmeister, Osborne Gerettet.

Sie meinte damit, lieber Herr Bourgoisie, sie haben nicht studiert, Die Vermieter überarbeitete ich in Freiburg mit Jürgen Popig, dem Dramatiker Marber, die sagten, sie verstehen Karl Heinz Braun auch nicht, das das Stück gut zu besetzen war mit fünf Schauspieler, zwei Frauen, drei Männer, Regie führte damal Paul Burian, Schaubühne Berlin, Peter Stein, Gorki Sommergäste, Filme mit Werner Herzog u.a. Woyzeck.

Braun sagte: „Wir haben uns gegen sie entschieden.“
Paul Burian meinte: „Der Kritiker Jöder, Badische Zeitung & Die Zeit habe die Party versaut.“
Damals waren Monolog Stücke von Thomas Bernhard in. Die Schauspieler gieren immer nach Textfutter. Mein Stück war eher ein Katzlmacher Text, Rainer Werner Fassbinder, es drehte sich bei dem Stück um das Nicht gesagte, die Stille, die Gesten der Schauspieler.
„Für uns hat der theoretisierende Intellektuelle aufgehört, ein Subjekt , ein repräsentatives Bewusstsein zu sein, diejenigen, die handeln und kämpfen, haben aufgehört, repräsentiert zu werden.“
Gilles Deleuze Der Faden ist gerissen.
Kunstbeamte versuchen, uns zu repräsentieren, mit gutem Gehalt, in warmen Sesseln, lieber zum zehntenmal Romeo & Julia, als einen jungen Dramatiker aufzuführen, wenn dann wird er abgeschoben in das Studio Theater oder Kammerspiele, wo für den Autor nur ein Trinkgeld rüber kommt, der Dramatiker verdient im Schnitt nicht mehr als die Garderoben Damen.

09:15 02.06.2018
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Geschrieben von

TOMBOURGOISIE

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