Uwe Roos

Psychologischer Berater und Coach. Freier Journalist.
Schreiber 0 Leser 0
Avatar
RE: Solistin auf dünnem Eis | 18.09.2012 | 16:44

Ursula von der Leyen´s elementares Problem heißt Angela Merkel. Ohne diesen Widerpart könnte die a-empathische Ministerin ihren Generalplan Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland zu werden in Angriff nehmen. Genug Blender-Potential ist vorhanden. So aber ist Sie verdammt hinter der "ewigen Kanzlerin" die zweite Geige zu spielen. Und verzweifelte Profilierungsversuche wie zuletzt die Zuschussrente befördern sie erst recht ins Abseits.

RE: Johannes Ponader zu McDonalds | 23.08.2012 | 23:14

Johannes Ponader ist einer, der angenehm auffällt - in seiner Partei und auch in den Medien. Einer, der nicht lautmalerisch und nichtssagend lamentiert. Was er sagt und wie er argumentiert ist für die Derzeit atypisch. Und gerade das passt nicht in den von Egomanen und bis zur Peinlichkeit verkommenen Selbstdarstellern im aktuellen Politikbetrieb.

Er hat sich ein Lebensmodell gewählt, das durchaus symphatisch zu nennen ist. Er sagt nein zu dieser Gesellschaft und der Art ihres Nichtlebens. Der Mensch ist kein nur Produktionsfaktor und schon gar nicht ökonomische Verfügungsmasse, die ihre Daseinberechtigung als willenloser Konsument und Staatssklave definiert. Ponader bricht aus und erntet Häme und Spott von Gesellschaft und Medien. Was nicht weiter verwunderlich ist. Die Medien stürzen sich nun auf den Dissens zwischen ihm und seiner Partei. Dabei sind die Reaktionen aus den eigenen Reihen nur der Struktur von Mitgliedern und Sympathisanten geschuldet.

Die Piraten sind eine reaktionäre Veranstaltung, die zwar einen nahezu repräsentativen Querschnitt der Gesamtbevölkerung abbilden, die aber auch alle Ressentiments und Streotypen dieser Gesellschaft in sich vereinen. Unter dem Deckmantel des Neuen und einer Spezies, die sich elitär selbst als digital-natives apostrophiert, wird das System nicht infrage gestellt, sondern kommunikationstechnologisch befeuert. Eine Partei wie die Piraten kann nur in einer kapitalistischen Jetztzeit mit all Ihren Widersprüchen und Konflikten existieren. Der derzeitge Versuch besteht in der Anpassung an das politische System und dem Griff nach Posten und den berühmten Fleischtöpfen. Bislang konnte dies noch unter dem Mantel des Neuen und des Protestes camoufliert werden. Aber nach dieser Schonzeit und den schwach zu nennenden parlamentarischen Starts, zeichnet sich immer mehr der Anpassungswille conträr zum künstlich aufgebauten Selbstverständnis ab. So gesehen, war Ponader von Anfang an fehl besetzt in dieser Partei und die Annahme eines Amtes ein Fehler.