Jakob Augstein und die wirkliche Wirklichkeit

Links? Mein Kommentar aus https://www.freitag.de/autoren/uwe-theel/ich-klage-an#1342054290215851 hier als eigener Blogtext
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Das kann doch nicht wahr sein!

Dandelionwine hat in ihrem Kommentar

https://www.freitag.de/autoren/michael-jaeger/iamus-scheitert-am-turing-test#1341985078104269

Jakob Augstein mit einem Kommentar zitiert, den dieser, Dandelionwine zufolge, in Facebook eingestellt hat. Ich gebe den Passus nach Dandelionwine wieder:

"Ich glaube, dass manche Kommentatoren hier und anderswo (hihi) nicht das Funktionieren dieser Medienmaschine begreifen, in der wir sitzen. Es geht gar nicht darum, was Gauck sagen wollte. Es geht nicht darum, was er sonst noch gesagt hat. Es geht nur darum, dass er einen einzigen Satz gesagt hat, der von der Medienmaschine auf eine bestimte Art und Weise verarbeitet werden kann. Was Merkel von Gauck hält und umgekehrt spielt gar keine so große Rolle. Wichtiger ist, was die Leute glauben, was Merkel von Gauck hält und umgekehrt. Wenn alle Zeitungen der Ansicht sind, Gauck hat Merkel kritisiert, er setzt ihr eine Grenze, er kontrolliert sie, er macht sich zur Stimme ihrer Kritiker - dann ist das so. Nicht anders funktioniert Öffentlichkeit und Politik in der Öffentlichkeit. Dargestellte Wirklichkeit wird wirksam und dadurch wirklich. Wer meint, hier Zeuge einer absichtsvollen Manipulation geworden zu sein glaubt, es gebe eine wirkliche Wirklichkeit. Ich fürchte, das ist eine Illusion."

Diese Sätze, ernst genommen, sind eine Bankrotterklärung aufklärerischen Journalismus´ durch Jakob Augstein.

Vielleicht glaubt er, hier McLuhan ("The media is the message") zu paraphrasieren. Daraus allerdings den Schluß zu ziehen, es gäbe neben der "Medienwirklichkeit" - man nante dies früher einmal auch die "herrschende Lehre" oder "Ideologie" - keine "wirkliche Wirklichkeit" der tatsächlichen und zu kritisierenden Zustände über die man nicht mehr berichten könne, weil es die Mainstreampropaganda gäbe und die ja schließlich in den Köpfen der Massen ankomme, angekommen sei, läßt die Frage aufkommen, wessen Geschäft der Freitag dann eigentlich betreibt?

Für meine Begriffe ist das nicht einmal mehr auch noch nur "irgendwie" links.

Aber vielleichtt erklärt Herr Augstein ja einmal hier oder im eigenen Print, was er da auf Facebook "gemeint" hat, so als Herausgeber eines "Meinungsmediums". Letztgenannter Begriff bekommt im Lichte der o. zitierten Ausführungen Augsteins jedenfalls keine gute Auslegung.

P.S.: Ich selber habe und werde keinen Facebook-Account haben.


Nachtrag 1 (15. Juli 2012)

Der obige Blogtext wurde von mir am 12.07.2012 um 03:01 Uhr veröffentlicht. Als er sich am 13.07.2012 gegen 14:30 Uhr mit ca. 48 Kommentaren auf Platz vier der Liste der meistkommentierten Blogs hätte finden können, wurde er offenbar durch die Redaktion auf den 5.07.2012, 03:01 Uhr zurückdatiert, um so in der Liste nicht mehr zu erscheinen, da dort erscheinende Blogs in jedem Fall nach 7 Tagen ausgelistet werden.

Nachtrag 2 (15. Juli 2012)

Im Blog "Zu welchem Zweck betreiben wir Journalismus?" von Jakob Augstein hat JA die von mir hier angestoßene Diskussion in einem eigenen Blog aufgenommen

03:01 12.07.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Uwe Theel

Profilscheinwerfer stellen durch Einsatz eines Doppellinsensystemes den Projektionsbereich scharf. Die Abgrenzung zu den Dunkelbereichen ist präzise.
Uwe Theel

Kommentare 65

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