Whistleblower - Wer schützt Wen?

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Ich habe da mal eine ganz unverschämte Frage, mindestens for the sake of the argument:

Was soll eigentlich die scheinbar zentrale Frage nach dem gewährleisteten, bzw. nicht mehr gewährleisteten Schutz der Informanten im Zusammenhang mit der sogenannten Datenpanne, von der ich sowieso nicht glaube, dass es eine Panne war?

Die unredigierten "Kabel" sind "Eigentum" der USA. Die USA gehen via ihrer Geheimdienste und dem Milität weltweit in keiner Weise mit dem von ihnen selbst gewonnen Material so um, dass sie in jedem Fall ihre Informanten unter allen Bedingungen schützen würden. Im strategischen, oder auch nur taktisch lokalen Interesse der USA würde und wurde noch jeder Informant, von denen über die informiert wird gar nicht zu reden, im Eventualfall "final" geopfert, wenn "es sein mußte".

Die USA hielten, halten diese Kabel nicht geheim, um ihre Informanten zu schützen, sondern um Ihre Aktionen gegen, was auch immer es im Einzelfall sei zu schützen, dies um praktisch jeden Preis.

Dieser Aspekt wird in den Blogs überhaupt nicht diskutiert.

Der Freitag unterstützt Domscheit-Berg, z. B. so

Steffen Kraft

Was Misstrauen schafft

Da wird immer munter davon ausgeangen dass Assange und Domscheit-Berg aus "persönlichen Gründen" hinsichtlich Fragen des Datenschutzes sich entzweit hätten, als ginge es um gewöhnliche Geschäftsdaten.

Für mich wären im gegegeben Zusammenhang Fragen wie

  • Schützt uns ein Staat mit seinen Geheimdiensten wirklich?
  • Was sollte das Volk wissen, was nicht?
  • Warum darf das Volk nicht mehr wissen?
  • ...


politisch brisant.

Von den USA erwarte ich, verdammt nochmal, dass sie jetzt Ihre enttarnenten Informanten zur Abwechslung einmal wirklich schützt.

Ansonsten empfehle ich zur Lektüre

"The Spy Who Came In From The Cold" by John le Carré

oder aktueller: blog.fefe.de/?ts=b09e06e9,

dort den fünften Eintrag unter Fri Sep 2 2011

17:44 03.09.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Uwe Theel

Profilscheinwerfer stellen durch Einsatz eines Doppellinsensystemes den Projektionsbereich scharf. Die Abgrenzung zu den Dunkelbereichen ist präzise.
Uwe Theel

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