Es gibt 3 Arten von Atheisten

Religion, Atheisten, Gott Meine Sicht auf Gott
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Es gibt 3 Arten von Atheisten. Die, die auf der Suche sind nach einem Lebenssinn, ihn aber nicht finden. Dann sind da die Atheisten, für die Religion keine Rolle spielt. Richtig lustig sind aber nur die radikalen Atheisten. Wie sie sich an der Religion abkämpfen. Für die ist Religion der Satan, alle Gläubigen dumm und die Religion den Untergang geweiht. Und trotzdem regen sie sich auf, obwohl sie genau wissen, dass sie am Ende die Sieger sind. Die erste Gruppe von Atheisten ist gleichzeitig gläubig. Sie glauben wie der ehemalige niederländische Pfarrer Klaas Hendrikse an einen Gott, den es nicht gibt. Oder um es mit meinen Worten zusagen: „Gott ist eine wichtige Metapher.“ Es gibt kein göttliches Wesen, es gibt keine höhere Macht. Aber Gott ist ein wichtiges Wort, eine „Schublade“, in der man seine Emotionen reinlegen kann. Religion ist hier so etwas wie eine persönliche Psychoanalyse. Mit dieser ersten Sorte von Atheisten kann ich mich als Pantheist sogar identifizieren. Mit der zweiten Sorte von Atheisten, die die Existenz von Gott für eine Sache halten, die völlig egal ist, kann ich mich nicht identifizieren. Ich akzeptiere auch diese Menschen, aber es ist unlogisch. Laut der Naturwissenschaften ist diese Welt absolut sinnlos: Nicht nur die eigene Existenz endet irgendwann. Auch die Art Homo Sapiens wird irgendwann aussterben, irgendwann auch das ganze Leben. Unser Sonnensystem existiert noch etwa 5 Milliarden Jahren, dann ist auch das vorbei. Das Universum existiert noch viel länger, aber irgendwann stirbt es den Wärme-oder Kältetod. Das hängt von der dunklen Materie ab. Aber dann existieren nicht einmal mehr Atome. Also selbst der alte Trost, dass von uns wenigstens die Atome übrigbleiben ist falsch. Alles war wir als Lebenssinn bezeichnen ist letztlich nicht wirklich sinnvoll. Denn was soll bitte schön der Sinn sein, dass wir glücklich sind? Nein, rein aus wissenschaftlicher Sicht ist unsere Existenz sinnlos. Ein Gott würde uns letztlich einen Lebenssinn bieten. Das ist natürlich kein Beweis für Gott, denn die Realität richtet sich nicht zwangsläufig nach unseren Wünschen. Und die dritte Gruppe, den radikalen Atheisten sei gesagt: Ihr könnt ruhig Handstände machen, Euch einen Nasenring verpassen oder sonst was tun. Die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt sich den Menschen solange sie leben und solange wird es auch Religion geben. Und gäbe es sie nicht mehr, gäbe es auch keine Atheisten mehr. Bleibt ruhig Atheisten, aber lasst andere in Frieden. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, den „letzten Gottesbeweis“ vom Philosophen Robert Spaemann . Ich sage es mal mit eigenen Worten: Das ihr jetzt am Computer sitzt und diesen Betrag lest, wird irgendwann mal vorbei sein. Und trotzdem wird es auch noch in Millionen von Jahren wahr sein. Somit muss es irgendjemanden geben, der diese Wahrheit festhält. Nun ein Gottesbeweis ist das natürlich nicht wirklich. Denn die Wahrheit ist wahr und es braucht niemanden, der die Wahrheit festhält. Aber die Idee, dass alles wahr bleibt, selbst wenn unser Universum mal nicht mehr existiert, ist für mich ein faszinierender Gedanke. Zum Schluss: Ich möchte niemanden missionieren: Glaubt an das was ihr glaubt oder nicht glaubt. Ich bleibe bei meinem Gott: Gott ist eine wichtige Metapher.

15:40 12.12.2017
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Geschrieben von

Uwe64

Dass Du nicht unter Verfolgungswahn leidest, heißt noch lange nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind.
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