Warum ich Pantheist und kein Atheist bin

Pantheismus Ich glaube nicht an einen Gott als Person oder als höhere Macht. Ich bin trotzdem kein Atheist
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Ein wirklich religiöser Mensch war ich nie. Zu unwahrscheinlich erschien mir die Existenz eines allmächtigen und auch noch gutherzigen Gott. Und je mehr ich mich mit wissenschaftlichen Themen befasste, umso absurder war mir der Gedanke. Warum wird ein Universum geschaffen, das irgendwann dem Untergang entgegensieht. Nach dem momentanen Stand der Wissenschaften wird sich das Universum immer weiter aufblähen, aber auch immer leerer werden. Das Universum wird zu einem Leichnam, der sich immer weiter ausdehnt.

Dem Atheismus konnte ich mich auch nie anschließen. Denn im Grunde sind die großen Menschheitsfragen schon Religion. Damit begannen erst die religiösen Ideen zu reifen.

Und Agnostiker waren für mich immer Leute, die sich immer noch ein Hintertürchen aufhielten. Es ist im Grunde ein feiger Atheismus.

Wenn ich vom atheistischen Standpunkt ausgehe, ist das Leben sinnlos (dass sich jeder selbst den Sinn des Lebens machen muss, ist naiv. Weil man alle Lebensziele, die man sich selbst setzt, weiter hinterfragen kann). Das ist noch kein hinreichendes Argument, dass der Atheismus falsch ist, denn die Realität kümmert sich nicht um unsere Wünsche. Aber letztlich übersieht der Atheist das Offensichtliche. Als der Mensch anfing Fragen zu stellen, konnte er noch keine Vorstellung davon haben, wie riesig das Universum in Bezug auf Raum und Zeit ist. Die Welt ist so komplex, dass ich das komplette Ganze als Gott ansehe. Wir selbst sind ein räumlich und zeitlich unendlich kleiner Teil des Ganzen.

Mit Menschen, die an einen Gott als Person glauben, habe ich genau so wenig ein Problem wie mit Atheisten: Aber im Alltag musste ich zu meinem Erstaunen feststellen, dass die Atheisten in Sachen Fanatismus religiösen Eiferern zumindest in nichts nachstehen.

Letztlich wird die Religion in der einen oder anderen Form immer existieren. Gerade für mich, als jemand der politisch „Links“ steht, ergeben sich aus dem pantheistischen Standpunkt konkrete ethische Fragen. Jedes Individuum hat ein Recht auf ein zufriedenes Leben, denn wir sind alle Teil des Ganzen. Angesichts der vielen Blogs im Freitag, die sich mit Religion befassen, wollte ich nur meinen Senf dazugeben.

10:44 26.11.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Uwe64

Dass Du nicht unter Verfolgungswahn leidest, heißt noch lange nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind.
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