Ulrike Winkelmann
21.06.2010 | 18:05 3

Alphaweibchen röhren nicht

Eventkritik Wie kommen Spitzenfrauen in den Medien vor, wenn sie denn überhaupt erscheinen? Das Podium über eine aktuelle Studie wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt

Die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast mahnt zur Gelassenheit. „Wir sind nah dran“, sagt sie. Sie meint die Frauen und die Macht. „Also, wir sind ganz schön weit.“ Doch sind alle im großen Louise-Schroeder-Saal des Roten Rathauses in Berlin am Montagmorgen weit von Hysterie entfernt – jedenfalls was die Frage angeht, ob und wie Spitzenfrauen in den Medien vorkommen. Die „Spitzenfrauen im Fokus der Medien“ sind das Thema, vorgestellt und auf dem Podium diskutiert wird eine Studie der Freien Universität zusammen mit der Leuphana Universität Lüneburg.

Verzweifeln lässt freilich bisweilen die Art, wie wiederum dieses „Ob“ und „Wie“ diskutiert wird. Die Spitzenfrauen in der Politik mögen einer geschlechtergerechten Darstellung nah gerückt sein. Moderatorin Gundel Köbke ist offenbar dennoch entschlossen, daraus eine einfühlsame Erzählung weiblichen Überlebenswillens inmitten der tosenden Männerelemente zu stricken. Der politische Journalismus sei eine „harte Männerdomäne“, raunt Köbke und wendet sich an die langjährige Politjournalistin Ferdos Forudastan: „Wie haben Sie es geschafft, dort ernst genommen zu werden?“

Rückschritt im Fortschritt

Ein hübscheres Beispiel dafür, wie Rückschritt im Fortschritt funktionieren kann, gab es lange nicht mehr. Dankenswerterweise verweigert die Radiofrau Forudastan die Antwort. Auch Künast und die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, Jutta Allmendinger, haben zuvor bereits überdeutlich gemacht, dass sie nicht bereit sind, Schwänke aus dem Alltag eines Opfers beizusteuern. Lieber wollen alle darüber reden, was eigentlich die Spitzenfrauen-Studie der Professorinnen Margreth Lünenborg und Jutta Röser für Erkenntnisse gebracht hat. Ist es denn überhaupt wahr, fragt Allmendinger, dass Kanzlerin Angela Merkel den für Frauen reservierten Aufmerksamkeits-Anteil der Medien absaugt, weil sie Frau ist?

Die Darstellung Lünenborgs legte es nahe: Mit Merkel, erklärt sie, habe eine neue Zeitrechnung begonnen. Die Kanzlerin sei „medial omnipräsent“, sie „verändert grundlegend die Wahrnehmung“ davon, wie weit Frauen kämen und was sie könnten, sagt die Journalistik-Professorin. Doch sei die Kanzlerin im sechsmonatigen Untersuchungszeitraum eben auch „einsame Spitze“: Aus dem 2008er Kabinett werde sie mit Abstand am meisten in den untersuchten Medien genannt. Doch nach ihr auf der Nennungs-Liste kämen erst einmal sieben Minister von Außen über Wirtschaft bis Verkehr – und dann erst die fünf Ministerinnen. Eine derart klare Sortierung nach Geschlecht könne nicht allein in der Bedeutung der Ressorts liegen.

„Der Merkelfaktor ist der Kanzlerfaktor“, hält Allmendinger dagegen. Um zu ermessen, ob Merkel von den Medien anders behandelt werde, weil sie Frau statt Mann sei, müsse ein Vergleich her mit Gerhard Schröder, nicht mit dem Rest des Merkel-Kabinetts von 2008. Im übrigen seien ja die Ressorts bereits „gegendert“ – will heißen, die Aufmerksamkeitszumessung liegt nicht eher an der Frau als an ihrem Haus, sondern am Geschlecht des Hauses, das dieses je nach Führung annimmt. Allmendinger ist eben gelernte Soziologin.

Hinkende Vergleiche

Auch die Sache mit der für Frauen reservierten Aufmerksamkeit hakt schon nach einmaliger Nachfrage. Lünenborg schildert, dass ein Vergleich der Nennungen von politischen Spitzenfrauen gegenüber der Schröder-Ära ergeben habe, dass Merkels Prominenz den Frauenanteil bloß um zwei auf 30 Prozent angehoben habe. Da Merkel jedoch von den Nennungen allein 18 Prozent beansprucht, ist der Anteil der anderen Frauen demnach eher gesunken. Das wäre fatal. Andererseits: Dieses Vergleichsergebnis beruhe bloß auf Stichproben, gibt Lünenborg zu. Ausgerechnet mit der so interessanten Vermutung vom Verdrängungseffekt „sind wir deshalb vorsichtig, weil sie auf einer vergleichsweise dünnen Datenbasis beruht.“

Da wandern die Augenbrauen auf dem Podium weit nach oben. Kann es sein, dass ein paar tapfere Kommunikationswissenschaftlerinnen tatsächlich zwei Jahre lang, unterstützt vom Bundesforschungsministerium sowie vom Europäischen Sozialfonds, 13 Zeitungen und Zeitschriften sowie vier Fernsehsender ausgewertet und dabei 57.000 Personen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nachgespürt haben – um dann bei der ersten echt heißen These den, nun ja, den Schwanz einzuziehen?

Möglicherweise erweist sich am Gegenstand bloß, dass der Abbildung von Geschlechtsrollen in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nur schwer mit Nennungs-Zählung und Wort-Wolkenbildung beizukommen ist. Welche Botschaft steckt darin, dass der damalige Außenminister und zwischenzeitliche SPD-Chef Frank-Walter Steinmeier tatsächlich als „Alphatier“ und „Löwe“, aber auch „Fußballfan“ bezeichnet wurde, während für Merkel bloß so dürre Worte wie „Führungsfrau“, besten- beziehungsweise schlimmstenfalls das ewig unpassende „Mutti“ zur Verfügung zu stehen schienen? Ist das tatsächlich diskriminierend?

Steinmeier ist kein Löwe, auch nicht im politischen Sinn. Ganz offensichtlich verraten die Bezeichnungen weniger über die Gemeinten als darüber, welchen Ansprüchen sie genügen sollen, um als öffentliche Figuren zu funktionieren. Es nutzt den Politikermännern dabei immer weniger, dass sie Löwen sein sollen. Jedenfalls hat man in jüngerer Zeit ganz schön viele Löwen auf dem Maul landen sehen. Das Ausmaß, in dem die Führungsfrau Merkel derzeit mit dem Führen versagt, ist dagegen nach wie vor nicht voll ausgeleuchtet.

Wahrscheinlich haben die Medien in dem Versuch, klischierte, also diskriminierende Zuschreibungen gegenüber Spitzenfrauen zu vermeiden, einen neuen Schonraum für Frauen geschaffen. Die „Alphatiere“ aus der Schröder-Ära mochten ein paar Jahre manchen beeindrucken. Inzwischen wird jeder belächelt, der Schröders Parteitags-Röhren nachahmt. Die Alphaweibchen röhren nicht. Sie wissen warum. Aber sie liefern deshalb auch keine süffigen Geschichten von Aufstieg und Fall, von Risiko und Scheitern. Wer sich den manchmal auch notwendigen, bisweilen auch wahren Klischees der Geschichte von der Macht entzieht, bekommt dann auch weniger Aufmerksamkeit. Wahrscheinlich verbirgt sich ein Rückschritt in jedem Fortschritt.

Kommentare (3)

h.vannna 23.06.2010 | 02:51

Liebe Frau Winkelmann,

Sie schreiben: "Die Spitzenfrauen in der Politik mögen einer geschlechtergerechten Darstellung nah gerückt sein." doch genau das wird bereits durch das Foto des Artikels konterkariert: Eine uniformierte Mehrheit grauer Eminenzen umrahmen eine Frau in Signalfarben. Die Fragestellung, ob so eine Frau anderen Frauen etwas "absauge" ist schon im Ansatz frauenfeindlich. Die Einschätzung, wonach Merkels mediale Omnipräsenz grundlegend die Wahrnehmung dessen verändere, was Frauen erreichen könnten, teile ich nicht. Dazu hat Elisabeth Klaus interessantes auf feministische-studien.de geschrieben ("Antifeminismus und "Elitefeminismus").

"Wahrscheinlich haben die Medien in dem Versuch, klischierte, also diskriminierende Zuschreibungen gegenüber Spitzenfrauen zu vermeiden, einen neuen Schonraum für Frauen geschaffen."

Dem kann ich nun gar nicht zustimmen, siehe sämtliche normativen Leitmedien:

„Die 1,62 Meter große Ministerin (Konfektionsgröße 34) wirkt weich, fast zerbrechlich. ABER: Eine Tonne Watte wiegt genauso viel wie eine Tonne Stahl!“ (BILD über Ursula von der Leyen)
In der Zeit schrieb man(n) über die BP-Kandidatur:„Christian Wulff ist zu jung, Kurt Biedenkopf zu alt. Anette Schavan und Ursula von der Leyen sind im Gespräch, aber eine Frau, heißt es, müsse es nicht unbedingt sein, schließlich ist schon die Kanzlerin weiblich (…) Sicher ist nur: Auch die SPD will sich nicht zwingend auf eine Frau festlegen. Und: Auf keinen Fall will man Gesine Schwan noch einmal bitten.“

Wie wäre es wohl im umgekehrten Falle: Etwa, einen Ministerposten nicht mit XY zu besetzen, weil bereits andere Politiker männlich seien? Die Frau wird weiterhin als "das Andere" festgeschrieben, das so etwa in den allermeisten Gesprächsrunden auf Phoenix-TV bereits als Talkmasterin vertreten ist, und erfolgreich die ansonsten fast durchweg reinen Männerrunden verschleiert. Diesen Zweck erfüllen auch Formate wie Anne Will, Maybritt Illner etc. Dass aber bereits rein repräsentative Präsenz im Zuge einer erstarkenden Tendenz der Remaskulinisierung zu viel sei, darauf spekuliert jetzt die ARD, die Anne Will durch die onkelhafte Werbekröte Günther Jauch ersetzen wird; der muss dann ab und an wenigstens mal eine Frau einladen, damit's "geschlechtergerechter" aussieht...

Ulrike Winkelmann 23.06.2010 | 11:31

Liebe Frau (?) h.vannna,

ja. NATÜLICH werden Frauen in den Medien immer noch anders, i.e. als das Andere mit großem A dargestellt. Das ist auch seit Jahrzehnten diskriminierend bzw. fällt in der Regel oder wenigstens oft genug diskriminierend aus. Das haben wir alle seit rund 50 Jahren aufgeschrieben.

Aber die neue Entwicklung, die von der Studie belegt wird bzw. für die die Studie Hinweise liefert, ist eben auch: die Darstellung des Anderen, der Frau, enthällt neue Schonräume, in denen das klassische Ereignis der Politik, nämlich das Scheitern, nicht benannt wird. Die Männer werden ihren Klischees immer weniger gerecht, ihr Bild ist im Wandel, und der Wandel strapaziert sie.

Die Frauen haben mittlerweile Macht, eine ganze Menge in der Spitzenpolitik (next to null in der Wirtschaft). Aber die Klischees verpassen ihnen zunächst einmal eine starke Aufwertung: Ursula vdL zum Beispiel ist zart ABER stärker als alle Männer in der Talk Show (stimmt übrigens), Merkel trägt ein buntes Jackett UND ist tatsächlich der Mittelpunkt der Männerrunde (stimmte etwa zum G8-Gipfel in Heiligendamm, wird zum Teil stimmen auf dem G8/G20-Gipfel morgen/übermorgen in Kanada).

Das Ersetzen von Anne Will durch Jauch ist natürlich eine ARD-Katastrophe. Aber könnte es nicht sein, dass Will auch deshalb degradiert wird, weil sie wesentlich härter und politischer fragte als es die konservative Seifenlauge namens Jauch es vermag? Soll heißen: Wer jetzt sagt, Will müsse gehen weil Frau, tut ihr womöglich unrecht und verstellt den Blick auf andere Gründe. Ist nur eine Vermutung.

Schönen Gruß! uwi, freitag

h.vannna 23.06.2010 | 17:22

Liebe Frau Winkelmann,

„ja. NATÜRLICH werden Frauen in den Medien immer noch anders, i.e. als das Andere mit großem A dargestellt. Das ist auch seit Jahrzehnten diskriminierend bzw. fällt in der Regel oder wenigstens oft genug diskriminierend aus. Das haben wir alle seit rund 50 Jahren aufgeschrieben.“

Dafür vielen Dank! Es bleibt zu hoffen, dass Simone de Beauvoirs Klassiker in den nächsten 50 Jahren hauptsächlich aufgrund des Stils als „zeitlos“ empfunden wird – nicht wegen der z.T. erschreckend aktuell wirkenden Analysen (geschrieben 1949!).

„Welche Botschaft steckt darin, dass der damalige Außenminister und zwischenzeitliche SPD-Chef Frank-Walter Steinmeier tatsächlich als „Alphatier“ und „Löwe“, aber auch „Fußballfan“ bezeichnet wurde, während für Merkel bloß so dürre Worte wie „Führungsfrau“, besten- beziehungsweise schlimmstenfalls das ewig unpassende „Mutti“ zur Verfügung zu stehen schienen?“

Interessant auch, mit welchen Tieren sich beide Kanzlerkandidaten vor der Wahl im Interview der ZDF-Nachrichten-Kindersendung logo! verglichen: Steinmeier wählte den Elefanten als „Totem“, Merkel die Kröte, also ein Tier, dem Hässlichkeit ebenso wie erdverbundene „Nützlichkeit“ und Klugheit nachgesagt wird.

„Aber die neue Entwicklung, die von der Studie belegt wird bzw. für die die Studie Hinweise liefert, ist eben auch: die Darstellung des Anderen, der Frau, enthält neue Schonräume, in denen das klassische Ereignis der Politik, nämlich das Scheitern, nicht benannt wird. Die Männer werden ihren Klischees immer weniger gerecht, ihr Bild ist im Wandel, und der Wandel strapaziert sie.“

Mussten (und müssen) nicht die Klischees sie (und ihre Umwelt!) viel stärker strapazieren, statt der Versuch einer Emanzipation? Und: Wird nicht Merkels „Führungsschwäche“ dauernd von den Medien angeprangert? Gerade die alten, biologistischen Klischees sollen ja durch die Remaskulinisierung, die Inszenierung einer vom Feminismus bedrohten Männlichkeit (zuletzt sichtbar in der von der neurechten Familienministerin Kristina Schröder geplanten „Jungenförderung“) restauriert werden. Und für Bild-LeserInnen oder die sexistische Reklame hat sich offenbar seit den 50er Jahren nichts verändert. Zum Rücktritt des „starken Mannes“ Roland Koch hieß es: „„Nie nach Berlin! Das versprach er seiner Anke“. „Vielleicht war dies das wichtigste Versprechen, das er je gab – er hat es gehalten.“ Diese ist „die extrem zurückhaltende Frau an der Seite des Ministerpräsidenten: Anke Koch (51) (…) Sie trug zwei Jahrzehnte die Hauptlast der Kinder-Erziehung, sie musste nach der Hausarbeit oft am Abend noch mit ihrem Mann irgendwo in Hessen repräsentieren. Und sie machte das alles hervorragend, meist charmant lächelnd (…)„Es ist nicht immer einfach“, sagte sie. „Manchmal möchte man seinen Mann wie jede normale Frau auch mal für sich alleine haben. Und sei es nur zum gemeinsamen Fernsehen. Das geht bei uns ganz selten.“ Sie sprach ruhig, sachlich – keine Spur von Vorwurf. Nach dem Motto: So ist es eben, wenn man einen Politiker heiratet.
Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Fernsehapparat…

„Die Frauen haben mittlerweile Macht, eine ganze Menge in der Spitzenpolitik (next to null in der Wirtschaft). Aber die Klischees verpassen ihnen zunächst einmal eine starke Aufwertung: Ursula vdL zum Beispiel ist zart ABER stärker als alle Männer in der Talk Show (stimmt übrigens), Merkel trägt ein buntes Jackett UND ist tatsächlich der Mittelpunkt der Männerrunde (stimmte etwa zum G8-Gipfel in Heiligendamm, wird zum Teil stimmen auf dem G8/G20-Gipfel morgen/übermorgen in Kanada).“

Nur: Keine einzige Spitzenpolitikerin vertritt eine emanzipatorische Politik. Kendra Briken schreibt:

„Was für Rotgrün politisch-konzeptionell nicht (mehr) zu lösen war, geht die Übermutter der Nation, Familienministerin von der Leyen, mit klaren Vorstellungen an. Das Private ist politisch? Aber sicher - also macht von der Leyen sich selbst zum Rollenmodell ihrer Politik. Eingebettet ist ihr Programm in einen hegemonialen Diskurs, der noch in seinen vermeintlichen Differenzen als gemeinsamen Nenner rechtskonservative, neoliberale und nationalistische Ideen verfolgt. So sind etwa die selbsternannten Retter Deutschlands, die neokonservativen Publizisten Schirrmacher, Matussek, di Fabio, Kirchhof und Eva Herman, mit der Idee der Förderung von Frauen und Frauenerwerbstätigkeit durchaus nicht einverstanden. Einig sind sie sich aber mit von der Leyen darin, daß Familie, Nation und Kirche wiederbelebt werden müssen. Das Ideal einer "neuen Bürgerlichkeit", geboren aus "Nationalgefühl, Treue, Ehre, Glaube, Familienglück auf Grundlage der Ehe", leitet das "Biedermeier-Komplott" an, wie die Kölner Publizistin Claudia Pinl zutreffend befand - und verstärkt damit die Akzeptanz der aktuellen Familienpolitik. Denn ohne einen starken konservativen Moraldiskurs, der das Volk in die individuelle soziale Verantwortung nimmt und den Staat weitgehend aus ihr entläßt, ist diese kaum praktikabel.“

www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=familiewirdgemacht=2007=08
www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=dummejungs=2008=10

Prof. Margreth Lünenborg stellt in ihrer Studie "Politik auf dem Boulevard" fest, dass die Gesellschaft nach wie vor das Private mit dem Weiblichen assoziiert und die Öffentlichkeit mit dem Männlichen. Ob eine Frau an der Macht diesen Gegensatz wirklich „ins Wanken“ bringt, bleibt aber im Hinblick auf ihr Resume: „Was aber manifeste Politik anbelangt, kann ich keinen emanzipatorischen Fortschritt erkennen“ fraglich.

„Möglicherweise erweist sich am Gegenstand bloß, dass der Abbildung von Geschlechtsrollen in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nur schwer mit Nennungs-Zählung und Wort-Wolkenbildung beizukommen ist.“

Die Kritik teile ich.

„Das Ersetzen von Anne Will durch Jauch ist natürlich eine ARD-Katastrophe. Aber könnte es nicht sein, dass Will auch deshalb degradiert wird, weil sie wesentlich härter und politischer fragte als es die konservative Seifenlauge namens Jauch es vermag? Soll heißen: Wer jetzt sagt, Will müsse gehen weil Frau, tut ihr womöglich unrecht und verstellt den Blick auf andere Gründe. Ist nur eine Vermutung.“

d’accord ! Jauch, der ja im Vorfeld der letzten Wahlen deutlich schwarz-gelb schillernde Seifenblasen absonderte, wird mit Plasberg und Beckmann neue Maßstäbe der ödestmöglichen TV-Beckmesserei setzen. Leider hielt Will sich auch oft genug zurück – etwa, als der „Väteraufbruch“-Aktivist Matthias Mattussek in ihrer Sendung die gottgewollten Zweitstellung des „anderen“ Geschlechts propagierte…

Ebenfalls einen schönen Gruß

h.vannna