Das Vokabular des Afghanistan-Einsatzes

Glossar ANSF, ANA, ANP - alles klar? Was die Begriffe der Militärs in Afghanistan bedeuten

Internationale Afghanistankonferenz: Zusammenkünfte, auf denen die NATO und der Partner über das Vorgehen in Afghanistan berieten, gab es schon viele. Die Konferenz mit Teilnehmern aus inzwischen über 70 Staaten am Dienstag war jedoch die erste auf afghanischem Boden und dadurch auch ein Sicherheitstest.

Afghan National Security Forces (ANSF): Afghanische National-Armee (ANA) und Afghanische National-Polizei (ANP) bilden zusammen die ANSF. Vom Stand ihrer Ausbildung hängt der Zeitplan der internationalen Truppen für einen Rückzug ab. Allerdings wurden die angestrebten Gesamtstärken bislang stets nach oben korrigiert.

Übergabe in Verantwortung: Die Parole für die Verantwortungsübernahme durch die ANSF. Einige Provinzen, etwa Bamyan oder Ghor in Zentral-Afghanistan, gelten als so stabil, dass sie schon bald den ANSF „übergeben“ werden können. Wie aber am nunmehr offiziell ange­peilten Rückzugs-Datum 2014 die Lage in den Süd­provinzen Helmand oder Kandahar sein wird, weiß keiner.

Partnering: Um Ausbildung und Motivation von ANA wie ANP zu verbessern, soll ab diesem Jahr auch die Bundeswehr verstärkt „im Feld“ mit den afghanischen Kollegen zusammenarbeiten. Wie das funktioniert, dazu gibt es seit einem halben Jahr keine konkreten Angaben.

Counter-Insurgency: Strategie zur Aufstandsbekämpfung (counter=gegen, insurgency=Aufstand), die nicht bloß militärisch agiert, sondern die Zivilbevölkerung mit politischen und ökonomischen Mitteln gegen die Aufständischen wenden will. Im Einsatz seit dem Ende der Staat-gegen-Staat-Kriege.

Shape, Clear, Hold, Build: Formel für die Zwischenschritte der US-Strategie. Ein Gebiet, in dem sich die Aufständischen festgesetzt haben, wird definiert, die Kampfkraft des Gegners in kleineren Gefechten getestet. Es folgt eine große Offensive, nach der die Truppen das Gebiet unter Kontrolle bringen, um eine staatliche Infrastruktur zu errichten oder zu stützen. Der erste derartige Versuch im Februar in Mardscha/Helmand wird als gescheitert bezeichnet.

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Geschrieben von

Ulrike Winkelmann

Ressortleiterin Politik
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