Vathia

Schreiber 0 Leser 0
Avatar
RE: Tayyip, istifa! Tayyip, tritt zurück! | 13.06.2013 | 14:18

Ein sehr lesenswerter Artikel und eine interessante Einsicht zur Reaktion von "RTE".

Bekomme trotzdem den Eindruck, dass es sich bei den Protesten nicht um die Mehrheit im Land geht. Kann es sein, dass hauptsächlich Aleviten an den Protesten beteiligt sind, bzw. säkuläre Milieus, großstädtisch, geographisch eher im Westen/küstennah? Ist das die Mehrheit? Oder sind nicht große Teile der ländlichen, auch kurdischen und konservativen Bevölkerung für Erdogan? Wieviele Kurden sind an den Kundgebungen beteiligt? Unterstützen diese nicht eher RTE, da er den Friedensprozess unterstützt und mit seiner vermeintlichen Religiösität die Landbevölkerung voll anspricht?

Das Thema ist medial omnipräsent bei uns, doch projiziert es nicht oft die optimistischen Wünsche des westlichen Auslands mitsamt dem Eindruck, dass die Demonstrationen eine wirkliche Änderung des politischen Klimas herbeiführen werden?

Das sind Fragen die ich mir als interessierter Leser stelle, Experten, übernehmen sie!

RE: So wenig schwedisch wie nie | 29.05.2013 | 11:41

Auch wenn der Hauptgrund für die Krawalle im Artikel subtil übersehen wurde, beziehungsweise mit steigendem wirtschaftlichen Druck erklärt wurde: Das Modell der ungebremsten Zuwanderung ist gescheitert. Auch in Schweden.

Erlauben Sie mir eine kräftige Polemik dazu:

Wie hat denn der Staat und vor allem die Bevölkerung davon profitiert? Das Land hat eine der höchsten Sozialleistungen der Welt, wer von weit her kommt und es in in Schweden nicht schafft, der schafft es nirgendwo. Trotzdem nun diese Bilder?

Dass bei den Krawallen sehr viele gelangweilte Teenies und asoziale Kids mitmischen, kann man als Staat auch nicht mit Geld zukleistern, schon gar nicht mehr in neoliberalen Zeiten.

Die Eltern dieser Kids, fast ausschließlich keine Schweden von Geburt, trifft natürlich keine Schuld, sondern nur den Staat und die Ur-Schweden. Sie sind daran schuld, dass die Kinder nicht gefördert wurden, nur in den üblichen ethnischen und religiösen Milieus verkehrt haben, keinen Job finden und in ihrer Freizeit Autos (die ihrer Nachbarn) anzünden?

Wir unterliegen hierzulande einer sehr ähnliche Doktrin in den Medien. These: der Staat/Urbevölkerung rauben den aggro-kids jede Perspektive, die werden extrem diskriminiert, kein Wunder dass die ausrasten und keine Jobs finden (und bitte nichts anderes öffentlich behaupten).

Vielleicht liegt es ja an den Sprachkenntnissen, oder an den "Skills", benötigt für eine extrem harte und globalisierte Arbeitswelt mit hohem Konkurrenzdruck? Nein, es liegt meistens an den Kartoffeln, die geben uns keine Chance!

Also Lieber Autor verschonen Sie uns bitte mit diesen politisch konformen Erklärungsversuchen über die Krawalle. Lesen Sie doch mal in den schwedischen Nachrichten, viele davon auf Englisch, woher diese Melange aus Frust und Gewalt kam?

RE: Zurück hinter die rote Linie | 16.05.2013 | 11:35

Die USA sind einfach im Zugzwang. Der großzügig von ihnen und von den Arabischen Verbündeten (einig im Hass auf den Iran) Katar und Saudi-Arabien gesponserte Aufstand gerät langsam zur Katastrophe für den Westen.

Gr0ße Teile der Weltöffentlichkeit stehen eben nicht auf der Seite der Rebellen, wie es uns täglich verkauft wird (auch nicht bei uns in D). Dazu gehören dann auch China und Indien. Assad erhält massive Lieferungen aus Russland, diplomatische Rückendeckung aus China und es gibt mittlerweile tausende Schiiten aus dem Irak und aus dem Iran die ihm helfen. Die FSA ist zu schwach und zu zersplittert, viele Säkuläre und fast alle Christen unterstützen weiter die autoritäre Regierung. Das militärische Rückgrat der Rebellen sind die sunnitischen Islamisten aus aller Welt, sie ziehen nach Syrien, die Automatischen Waffen und Raketenwerfer bezahlt von den Golfstaaten. Seltsam wie ruhig es plötzlich im Irak oder in Tschetschenien ist...

Das militärische Patt ist ein Fakt, Aleppo eine Trümmerwüste mit hunderten Checkpoints und verbarrikadierten Gegnern, der Nachschub für die Assad Truppen kommt weiterhin durch.

Der sunnitische Osten größtenteils unter Rebellenkontrolle, die Zentren umkämpft, der alawitische Westen und Damaskus fest in Assads Hand.

Auch der Mainstream wacht jetzt auf, verwunderlich wenn im CFR-treuen Reuters und in der Welt Online so langsam kritische Töne gegenüber den Rebellen angeschlagen werden. Da weiß der Leser dann, dass sich die Dinge wandeln.

Und Israel? Die paranoide Demokratie versucht bei günstigen Gelegenheiten die Hisbollah zu treffen, natürlich im Einklang mit dem Völkerrecht (hahah). Wieviel besser war es für Israel mit einem berechenbaren Assad (Angriff auf Israel oder doch lieber Luxus Couture für Mme Assad?), mit Al Nusra an der Grenze werden die Dinge sicherlich nicht leichter für das Land.

Der Preis die schiitische Achse zu zerschlagen ist scheinbar sehr viel höher als gedacht. Es hat einstweilen nicht geklappt, also nun Verhandlungen, notgedrungen für die USA. Fail würde der Ami sagen.

RE: Rasend schnell | 15.05.2013 | 16:00

Ach Assad, der Kindermörder, Faschist und Giftgas-User, dieser massenmordende Diktator der von 90% seines Volkes gehasst wird, und der Reinlichkeit des wahren Glaubens (es gibt nur einen Gott!!) im Nahen Osten im Weg steht.

Hinfort mit ihm!

Zeit für Al-Nusra und andere selbstlose Helfer Allahs, und Zeit für ihre Strippenzieher, das Big Business sollte auch in Syrien "freie Märkte" haben!!

RE: AfD gegen "Multikulti-Umerziehung" | 11.04.2013 | 10:58

Die "Alternative" für Deutschland ist gar keine.

Auf der Homepage versprechen sie frischen Wind, doch die Liste ihrer Gründer spricht schon ein anderes Bild.

Fast alles Proffessoren, Banker, Vorstände, aktiv wie a.d., dazwischen ein paar Normalos gestreut, fast alles (gefühlt ergraute) Männer. Das ist genauso ein "Change" Versprechen, wie das von Obama damals. We can...nur was? Der Wirtschaft noch tiefer die Stiefel küssen?

Nichts Neues also.

Die Diskussion hier empfinde ich jedoch als widerlich, vor allem die hysterischen Töne. Der Autor versucht mit vorauseilemden Gehorsam, das Reizwort "Multi-Kulti" gepaar mit Bildung als Indikator für Rechtsextremismus zu nehmen "oh Gott, es sind Nazis, ich wußte es, das sollten mehr Leute erfahren!!". Geifer tropft.

Schnell auf den Zug aus guten Gefühlen aufspringen: niemand wird in unserem Land diskriminiert! jeder kann es schaffen! wir sind jetzt gefälligst lieb zueinander !! Abends wird am besten noch mit selektierten Speichelleckern bei Maischberger nachgetreten, und mit dem Islamismus-Lobbyisten Mazyek und Co gelästert. Echt jetzt Leute? Was für Demokraten seid ihr, die direkt sowas ausmerzen möchten (jaja der Begriff ist in euren Albträumen bekannt nicht wahr)

Wie gesagt, es sind meist ältere deutsche Spießer in der Partei, also was soll die Aufregung? Es wird keine Skinheads Demos für AFD geben, und es wird auch keine Pr0grome geben, wenn die AFD ihre 5% erhalten wird. Angie wird weiter regieren, vielleicht mit den satt gefressenen Pärchen Trittin und Roth, oder der Konzern-Laudator Peer.

RE: Blockupy geht in die nächste Runde | 10.04.2013 | 11:50

Gute Analyse. Natürlich ist der Frankfurter OB der Grüßaugust der größten Steuerzahler der Stadt.

Das würde ich ihm aber nicht zum Vorwurf machen wollen, er war im Vergleich zum Wasserträger des Koch-Bouffier Netzwerkes, namentlich Herrn Boris Rhein (war der CDU Kandidat 2012 bei der OB Wahl), wohl die bessere Wahl für 80% der Stadtbewohner.

Doch genug der Lokalpolitik. Geht nicht um Links und Rechts, das sind eigentlich Begriffe von gestern.

Denke sobald die Anzahl der "aufgewachten" in die Millionen geht, wird sich etwas zum Besseren ändern. Hier eine kleine Auswahl an Fragen, die mich (und wohl einige andere Gehirne hier) die letzte Zeit beschäftigt haben:

Was mit den EU "Rettungsgeldern" passiert (was passiert z.B. mit den 180 Milliarden plus für Griechenland, wo sind sie hin und wem nützen sie)?

Welchen Einfluß die großen internationalen Banken auf unsere saubere "Angie" haben (siehe ihre externen Berater in Finanzfragen)?

Warum Banken aus der Luft Geld schöpfen können (Zinsen)? Welche Rolle spielt dabei die EZB?

Wie Gesetze geschaffen und realisiert werden (Stichwort Lobbyismus)?

Wer wirklich von "freien Märkten", und einem Europa ohne Grenzen profitiert, sowie von "Strukturreformen"?

Warum z.B. unsere Erbschaftssteuer reformbedürftig ist und derzeit die gesellschaftlichen Ungleichheiten zementiert?

Etc etc pp usw usw

Insofern tut Aufklärung not. Werden solche und ähnliche Fragen millionenfach öffentlich gemacht im Internetzeitalter, dann geraten manche in Erklärungsnot. Je mehr Menschen die Dinge hinterfragen, desto besser wird unsere Zukunft! Das meine ich ohne jegliche Tagräumerei/Naivität

Man stelle sich vor, Millionen stellen sich diese Fragen und fangen an, abseits des von Bertelsmann, Bild & dem Bilderhügel Blatt "Zeit" erlaubten zu denken ;-O ??

RE: Eine schwierige Balance | 08.04.2013 | 16:52

Teile des Volkes scheinen zu realisieren, dass von man durch strenge islamische Sittsamkeit und religiöse Parolen auch nicht satter wird.

Was hat das Land schon für Chancen? 80 Millionen Menschen gedrängt auf einem schmalen Streifen fruchtbaren Landes, explosives Bevölkerungswachstum, große Teile der Wirtschaft meist in der Hand von Magnaten (siehe Orascom) oder hohen Militärs. Außenpolitisch mit wenig Spielraum, es sei den die USA gewähren ihn...

Woher soll denn die Wende zum Positiven kommen? In Form von Jobs, mehr Essen und niedrigeren Mieten? Von bigotten Frömmlern? Ökonomisch tanzt doch Mursi ohnehin nach Pfeife des IWF, da macht er nicht viel anders als sein Vorgänger-Pharao. Die Ergebnisse bekannt.

RE: Professor fürs Wutbürgerliche | 27.03.2013 | 10:26

Man nehme eine gut ausgebildete, moderne und rhetorisch beschlagene Person, unbedingt eine mit Charisma. Man nehme ein Wahlprogramm aus einer Melange aus Anti-€, Anti-Großkapital (int.Großbanken/Hedgefonds/Glencore und Co) und identitärer Ideologie. Man nutze alle modernen Kommunikationsmechanismen (Twitter, Facebook etc.) und ist in der Lage, mit Durchsetzungskraft die Follower im Zaum zu halten (nicht wie bei den Freibeutern).

Diese Partei würde auf Anhieb 25% aller Stimmen im Lande erhalten, sollte die Person die ersten Monate politisch und physisch überleben.

Denn welche Gefahr für das Establishment das wäre!

Alles würde getan werden, um den Status Quo zu erhalten, die neue Partei niederzuschreiben, siehe Spiegel, siehe Welt, Bild und Faz, siehe das öffentlich-rechtliche Konsens-Konglomerat und auch den Freitag hier, der arrogant belächelnd Initiativen wie die Anti-Euro Partei zu zerpflücken versucht. Auch die Spin Doktoren würden ständig neue Dinge lancieren.

Bevor jetzt einige denken "jaja, da wird wieder der Führer herbeigewünscht, das kennen wir doch schon!"

-nein, denn genau dieses beliebte Totschlagargument der Generation 40+ zementiert den Status Quo

RE: Paranoia zu PR-Zwecken | 22.02.2013 | 17:17

Total witzig das von Nivea und echt mal ein neuer "approach", echt cool und kreativ!

Ok Werbedeutsch mitsamt Sarkasmus mal aus.

Ich mache mir keine Illusionen, wie jeder Klick im Netz und jede Bezahlung mit der EC Karte schon von der Industrie in speziellen Algorythmen analysiert wird, oder zumindest analysiert werden kann. Wir sind alle gläsern.

Die Aktion von Nivea ist trotzdem widerlich. Sie drängt sich auf, man kann ihr als Betroffener nicht entkommen. Das ist das Abstossende.

RE: Unser täglich Fleisch | 22.02.2013 | 17:06

Ein sehr lesenswerter Artikel, der meiner Meinung nach nicht wertend ist, sondern die Vorteile für das Kollektiv (den Planeten) und das Individuum darstellt, nicht täglich Fleisch zu essen und gewisse Fragen aufwirft (gäbe es z.B. Kühe ohne Domestizierung?)

Der Mensch ist nun mal ein Raubtier, sonst würden wir keine Ferkel verzehren, die Ozeane leerfischen und Wasser in die Erde pressen, um Gas zu gewinnen ("fracken").

Aber- das ist unser Platz auf diesem Planeten. Es wird nie gelingen, den Großteil der Bevölkerung zu Vegetariern zu machen. Denn sobald die Gelegenheit da ist, werden eben die meisten nun mal eher einen nach Bratfett duftenden Burger als ihre Graupensuppe geniessen (mal ganz polemisch ausgedrückt).

Und nun? Genuß mit Maß ist auf jeden Fall ein Anfang.

@Helmut Eckert: super Kommentar!