Links von Maas gibt es keine Mehrheiten.

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Links von Maas gibt es keine Mehrheiten.

Wie lange braucht man bei den Westlinken, die sich bei den „die Linke“ versammelt haben eigentlich noch, um zu begreifen, dass sich die SPD von außen nicht nach links steuern lässt? Ganz im Gegenteil, die Trotzigkeit steigt mit dem Druck von SPD-Links, selbst wenn Inhalte sogar sprachlich fast deckungsgleich sind. Das Mass der Möglichkeiten zeigt sich an keiner Stelle so klar und deutlich wie im kleinen Saarland, wo der ehemalige SPD-Chef im Bund der mit Maas geführten Saar-SPD das Leben schwer macht sich inhaltlich dahin zu bewegen, wo man in Teilen tatsächlich steht.

Es ist schlicht grotesk, dass eine Partei, die sich wegen der Schröderjahre gründete und deren wesentlicher Repräsentant, dessen Herz links schlägt, der Hauptgrund ist, warum es trotz arithmetischer Rechenknechterei keine linken Regierungsmehrheiten gibt. Die Saar-Linken würden wahrscheinlich nicht einmal im Landtag vertreten sein, wäre die Lichtfigur dieser Partei in der SPD. Jene SPD hätte wahrscheinlich ein Wahlergebnis im Saarland von 40 plux x Prozent.

Wann lernt man bei den „die Linke“ im Westen, denen daran liegt, dass zumindest links angehauchte Politik eine Machtoption in den alten Landtagen hat, wenn man versucht die innere Verfasstheit der SPD selbst wieder nach links zu ziehen. Es gibt keine reale linke Mehrheit außerhalb der SPD in den alten Ländern oder im Bund, die die SPD nach links zwingt. Schon gar nicht von irgendwie Ex-Linken in der ehemals eigenen Partei.

Zu tauschen wäre „lediglich“ der Frust, der nun im eigenen Saft schwimmenden „die Linken“ auf eine SPD, die sie äußerlich verschmäht gegen den nerven raubenden Kleinkrieg der immer noch nachhallenden Schröderjahre und ihren aktuellen Vertreter. Die Option ist der Zugewinn an zugegeben arithmetisch erstmal wenigen Prozenten - etwa zwei bis vier Prozent. Die wahre Option liegt aber nicht im Mitnehmen dieser wenigen Prozentpunkte bei Wahlen, sondern in der Hoffnung die existierenden Masse an kleinen Bürgern dieses Landes, die bei Wahlen der SPD der Schröderjahre den Rücken kehrte und zu hause blieb wieder an die Urne zu bringen. Die „die Linke“ schafft das nicht in der Breite und der Grund ist so einfach wie nicht veränderbar. Der Grund liegt im Begriff „Kleinbürger“ und seiner einstigen Interessenvertretung, der SPD. Die Vertretung der Interessen von Bürgern mit k(l)einem Machtpotential. Die Vertretung von Bürgern, die nur ein besseres Land für sich selber wünschen aber und das begreift man bei ideologisch Links nicht, kein anderes Land.

Im eigenen Saft schwimmen mag glücklicher machen. Unter sich ist es immer etwas angenehmer, als in Kontroverse mit anderen unter ähnlichen. Unter sich gewinnt man allerdings nie Mehrheiten links der SPD mit der SPD. Dies sollte endlich links der SPD begriffen werden, wo man an sich Politik für den, wenn auch vielleicht tendenziell ungeliebten Kleinbürger machen will. Nirgendwo sonst in den alten Ländern wie dem Saarland zeigt sich, das der vermeintlich Vorteil einer eigenen linken Partei links der SPD in den Landtagen zum dauerhaft strategischen Nachteil geworden ist, will man eine andere Politik für den Normalbürger erleben. Im Gegenteil: der strategische Irrweg sorgte in der Regel für Mehrheiten rechts der SPD oder großen Koalitionen mit der SPD. Die Strategie - so es eine ist - einer Partei links von der SPD sorgt dafür, das es fast keine linken Mehrheiten gibt.

Der strategische Irrweg sollte endlich beerdigt werden, die Schröderjahre überwunden, persönliches hinten angestellt und die SPD von innen nach links gezogen werden – ansonsten gibt es keine linken Mehrheiten; nicht einmal links angehauchte Mehrheiten.

Nun warte ich auf Prügel von links... .)

10:09 26.03.2012
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Geschrieben von

Free World

ich bin so frei...
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herrkatzer | Community
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