Erik Satie; ein wahrhaft genialer Musiker

Minimalismus Erik Satie und sein Beitrag zur Musikentwicklung des 20. Jahrhunderts wird nicht angemessen gewürdigt. Manchem gilt er bis heute noch als Clown.
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1866 wurde er geboren als Sohn von Jane Leslie Anton (aus schottischer Herkunft) und Jules-Alfred Satie. Als er 6 Jahre alt war starb seine Mutter. Ab 1876 erhielt er Musikunterricht bei dem Organisten Vinot. Saties Stiefmutter Eugénie Barnetsche‘ eine Musiklehrerin und Komponistin von Salonstücken, erkannte seine musikalische Begabung und meldete ihn 1879 beim Conservatoire National de Musique et de Déclamation an.

Dort galt er als faul und unbegabt; einen Abschluß macht er nie.

In seinen Memoiren charakterisierte er sich so: "Nach einer kurzen Jugend wuchs ich zu einem normalen Menschen heran, zu nichts weiter. Es war zu jener Zeit, dass ich begann, in Tönen zu denken und zu schreiben. Ja...Ärgerliche Sache...Äußerst ärgerliche Sache!..

Er lebte jetzt in Paris und entschied sich, zum Zweck des Gelderwerbs zum Miltär zu gehen, was er prompt bereute um dann krankheitshalber entlassen zu werden.

In dieser Zeit entdeckte er seine Liebe zur Musik Richard Wagners aber auch der ausdrucklosen Musik des Mittelalters. Zu eben dieser Zeit begann er auch zu komponieren.

Er war sich immer darüber im Klaren, dass er in der Pariser Musikszene als exzentrischer Aussenseiter gesehen wurde. Man nahm ihn nicht ernst, was er sehr gut fand. Sein Humor und die feine Ironie, die ihm zueigen war fanden denn auch ihren Niederschlag in den Spielanweisungen seiner Kompositionen und den Titeln der Stücke: "Verändern Sie nicht Ihren Gesichtsausdruck, erbleichen Sie in der Magengrube" war die Anweisung an den Spieler seiner "Drei distinguierten Walzer eines blasierten Affen". Oder: "wie eine Nachtigall mit Zahnschmerzen".

Geld verdiente er jetzt u.a. als Pianist im Chat -Noir. Den berühmten Walzer " Je te veux" komponierte er für die Diseuse Paulette Darty.

Um diese Zeit entwickelte er eine tiefe Abneigung gegen die kunstvolle Polyphonie. So entwickelte er eine neue Art der Komposition: Langsam, emotionslos, einfache aber durchaus klare und gut strukturierte Melodien für Klavier entstanden, so z.B. die Gymnopédies. http://www.youtube.com/watch?v=0peXnOnDgQ8 hier interpretiert von Aldo Ciccolini.

Es ist dieser musikalische Minimalismus, der ihn bis heute unvergessen macht und viele Musiker anregte.

Jean Cocteau, der Satie und seine Musik verehrte, schrieb nach dessen Tod 1925 in seinem Nachruf: "Ich habe Erik Satie bewundert, geliebt und unterstützt. Er verlängert die Liste der Trauerfälle, die mir das Leben verbittert. Er lehrte mich die Perspektive der Zeit und die Lächerlichkeit, dem Lob wie auch der Beleidigung die geringste Bedeutung beizumessen. Absichtlich gefallen oder mißfallen zu wollen, waren für ihn unbegreifliche Haltungen. Er wählte von Anfang an eine unhaltbare Stellung".


Ausführliche Informationen über Erik Satie findet man u.a. hier: http://www.highdive.de/musik/satie/index.htm

13:27 09.01.2014
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Geschrieben von

Vaustein

Politik; Geschichte, Musik aller Richtungen von Telemann bis Garbarek, Tomatenzucht und Kochen, Brotbacken und Rezepte erfinden.
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