Verena Schmitt-Roschmann

Verena Schmitt-Roschmann ist Ressortleiterin Politik des Freitag.
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Verena Schmitt-Roschmann
RE: Wissen ohne Kenntnis | 17.09.2012 | 17:23

Lieber Merdeister,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Allerdings lässt mich das Einsortieren meines Artikels "Arme Schlucker" in die Rubrik "Meinung alleine reicht nicht" wirklich rätseln. Es ist ein sehr ausführlicher und auch sehr ausführlich recherchierter Text. Man könnte ihm im Meinungsmedium vielleicht vorwerfen, er sei zu wenig meinungslastig, aber sicher nicht das Gegenteil.

Dass Sie finden, er sei inhaltlich schlecht, habe ich zur Kenntnis genommen. Ich sehe das anders. Erstens bearbeite ich das Thema selbst schon sehr lange. Und zweitens habe ich mir in der Recherche natürlich fachlichen Rat von diversen Seiten eingeholt. Die Darstellung, ich hätte korrekturbedürftig falsche Fakten einfach stehen lassen, möchte ich aber wiederum: genau, nicht stehen lassen. Das ist Quatsch und das ging aus Ihrem damaligen Kommentar auch nicht hervor. Er bezog sich unter anderem darauf, welche Medikamente der dort beschriebene Patient womöglich weglassen könnte, was interessant, aber auch spekulativ ist.

Von grundsätzlicherem Interesse ist natürlich die Kritik unter Artikeln, der Umgang mit dieser Kritik und der Umgang mit der Kritik der Kritik. Wie Sie wissen, schalte ich mich selten in diese Debatten ein. Das Niveau der Auseinandersetzung ist nicht immer, wie soll ich sagen, behaglich. Ihr Kommentar unter den Armen Schluckern war damals recht sachlich, auch dafür vielen Dank. Im Thread bin ich jedoch an der Stelle ausgestiegen, als es um meinen Doppelnamen ging. Man kann diese Art von Kommentare schreiben. Man muss aber nicht unbedingt eine Antwort erwarten.

Insgesamt sehe ich die Community nicht als Rechtfertigungsplattform für die Autorin, auf der Kritik –und ja, auch billige Polemik – Zeile für Zeile zurückgewiesen und zurechtgeruckelt werden sollte. Das Angebot zur Diskussion – der Text – steht ja für sich.

Das heißt ganz sicher nicht, dass ich die Community ignoriere. Vieles lese ich mit Interesse, manches mit Vergnügen, manches mit Unbehagen. Das meiste lasse ich so stehen, weil ich mich, wie gesagt, nicht in kleinteiliger Rechtfertigung ergehen möchte.

Nun aber scheint es so, als wünschten Sie sich mehr Rückmeldung: Wäre der Debatte gedient, wenn ich mich häufiger einschaltete? Kämen wir damit weiter? Und in welchem Ton müsste ein echter Dialog geführt werden?

Viele Grüße,

Verena Schmitt-Roschmann

RE: Nur noch zwei, drei kleine Fragen... | 05.01.2012 | 18:02

Liebes Schneiderlein,
das tut mir leid, ich werde weiter an hundertprozentiger Dauererreichbarkeit arbeiten!
Und Herr Bundespräsident: Bitte nicht aufgeben, nur weil ich mal eben kurz an der Kaffeemaschine bin!
Beste Grüße!
Verena Schmitt-Roschmann

RE: Viel Kohle für wenig CO2 | 11.11.2011 | 10:37

Lieber Skeptiker, lieber Hauke Laging,

ich muss hier leider einen Tropfen Wasser in den Wein der Empörung träufeln.

@skeptiker00
Hier werden die KUMULIERTEN jährlichen CO2-Einsparungen der Jahre 2006 bis 2011 mit den offiziell geschätzten Gesamtinvestitionen dieses Zeitraums ins Verhältnis gesetzt. Das ist die korrekte Bezugsgröße.

@hauke laging
Es denkt und hofft zwar jedes Kind, dass sich die Investition bei Marktpreisen binnen weniger Jahre amortisiert. Tatsächlich handelt es sich je nach Investitionssumme und Umfang der Sanierung nach offiziellen Rechnungen jenseits meiner eigenen potenziell beschränkten mathematischen Fähigkeiten um Zeiträume von bis zu 18 Jahren. Man kann das für kurz halten. Für die meisten potenziellen Investoren ist es überraschend lang. Der Zeitraum unterscheidet sich im übrigen kaum von den 20 Jahren der festgelegten EEG-Vergütungen.
Hier werden nicht Investitionen und Subventionen verwechselt, denn für die CO2-Vermeidungskosten sind natürlich die Gesamtinvestitionen ausschlaggebend.
Auf das Heizen geht nicht die Hälfte des CO2-Ausstoßes zurück. Vielmehr machen Heizen und Warmwasser etwa 40 Prozent des Energieverbrauchs aus, aber nur 20 Prozent des CO2-Ausstoßes.
Herzliche Grüße,
Verena Schmitt-Roschmann

RE: Raus aus dem Angstgehäuse | 30.10.2011 | 15:05

Lieber Herr Leusch,
vielen Dank für Ihren Kommentar. Nur eine kleine Anmerkung: Ich bin der Überzeugung, dass man die vergangenen Monate durchaus als das Ende von Politik sehen kann. Das gilt für die Nichtbewältigung der US-Schuldenkrise im Sommer im Rahmen eines Permanentwahlkampfs und es gilt für die Nichtlösung der europäischen Krise. Nur: Gerade deshalb halte ich es für falsch, in dem Moment draufzuhauen, da der überfahrene, überforderte, meinetwegen auch von Lobbyisten auf Linie gebrachte Parlamentarier den kleinen Finger hebt. Ich behaupte nicht, dass das der Durchbruch ist oder die Durchsetzung des Primats der Politik über die Märkte. Dennoch sehe ich hier zumindest einen zarten Versuch, sich von den angeblichen Sachzwängen und der großen Finanzmarktdrohkulisse mal einen Moment lang nicht einschüchtern zu lassen. Merkel ließ sich nur deshalb darauf ein, weil sie Angst um ihre Mehrheit haben musste. Ich sehe hier den Ansatz eines demokratischen Prozesses, nicht mehr und nicht weniger.
Beste Grüße,
Verena Schmitt-Roschmann