FESTIVAL POSTCOLONIAL POLY PERSPECTIVES

Verlosung Das Ballhaus Naunynstraße legt den Schwerpunkt auf den Alltag, auf künstlerische, aktivistische und theoretische Ansätze zur Dekolonisierung der Gegenwart

Das Festival Postcolonial Poly Perspectives präsentiert Schwarze Perspektiven in den Künsten, Berliner Positionen, in Performances, Choreografie, Video, Literatur. Es zeigt die Vielfalt der Perspektiven als Strategie: Monoperspektivische Wahrnehmungs- und Deutungsmuster, tradiert und wirkmächtig, weiße Erzählungen erfahren Seitenblicke, Gegenbilder und vielfältige Brechungen. Die postkoloniale Matrix, wie sie engmaschig über Dingen, Sprechen, Verhalten liegt, ausweiten – dafür bietet Postcolonial Poly Perspectives Raum. Dieses „Festival der Überlänge“ setzt über sieben Monate hinweg mit Panels, künstlerischen Arbeiten und Workshops Impulse. Performances von Bishop Black, Nasheeka Nedsreal, Duduzile Voigts, die choreografische Arbeit von Magda Korsinsky STRICKEN, Panels kuratiert von Julien Enzanza, Olani Ewunnet, Chima Ugwuoke, Jasco Viefhues und viele weitere Mitwirkende bilden Prismen, die Postkolonialität der Lebenssituation von Schwarzen Protagonist*innen und People of Color in Berlin, die Fasern der segregierenden Mächte in die Banalität des Alltags hinein – bis in die eigenen vier Wände, in Essen und Trinken, Erben und Kaufen, in Spiel und Traum hinein – zu analysieren und Strategien der Transformation zu suchen, zu sammeln, zu erfinden.

Tanzperformance "STRICKEN " -

Die bildende Künstlerin und Choreografin Magda Korsinsky ließ ihrer Performance STRICKEN eine Recherche vorausgehen, in der sechs afrodeutsche Frauen zu ihren weißen Großmüttern und ihren Verhältnissen befragt wurden. Es ist eine Spurensuche. Inwieweit werden Handlungen, Gesten, Überzeugungen über Generationen weitergegeben? Anhand welcher Dinge lernten wir zu handeln und zu urteilen? In STRICKEN wird dieses Vererben am Beispiel von weißen Großmüttern, die im Nationalsozialismus aufwuchsen, und ihren Schwarzen Enkelinnen gezeigt.Eine Leerstelle in der deutschen Geschichtenschreibung wird hier angegangen und eine analytische Aufgabe für den Tanz.

Die Premiere von STRICKEN eröffnet ein “Festival der Überlänge”, es heißt Postcolonial Poly Perspectives. Über zwei Spielzeiten hinweg, von April bis Dezember 2019, legt das Ballhaus Naunynstraße mit diesem Festival den thematischen Schwerpunkt auf unseren Alltag. Es präsentiert künstlerische, aktivistische und theoretische Ansätze von Schwarzen Protagonist*innen und People of Color zur Dekolonisierung der Gegenwart. Kolonialität bestimmt auf vielen Ebenen unseren Alltag, haftet an den Dingen, an Alltags- und Kulturgegenständen, wirkt bis in die eigenen vier Wände hinein, in Essen und Trinken, Erben und Kaufen. Das Festival zeigt künstlerische Methoden auf, die Körper, die Dinge der Kunst, der Warenwelt, der Archive aus der kolonial fixierenden Rahmung zu schieben und die Perspektiven zu vervielfältigen.

Wir verlosen 3 x 2 Tickets für die Tanzperformance "STRICKEN " am 29. April um 20:00 Uhr im Ballhaus Naunystraße. Senden Sie uns bis 24.04. um 15 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff "STRICKEN "an verlosung@freitag.de . Selbstverständlich verwenden wir diese Daten ausschließlich für die Benachrichtigung der Gewinner. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

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