Krieg - Wozu er (nicht) gut ist

Morris, Rezension Da im Fritag als Buch der Woche ohne Kommentarfunktion beworben - hier meine Rezension
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Überall im Freitag als Buch der Woche beworben ist Morris Buch Krieg - Wozu er gut ist. Warum das in einem sich links verstehenden Verlag der Fall ist, bleibt mehr als fraglich.

Ich habe mich mit dem Buch auseinandergesetzt, herausgekommen ist eine etwas längere Abhandlung: http://verqueert.de/krieg-wozu-er-gut-ist-absolutely/

Ich komme zu dem Schluß

"Laut Morris ist Krieg alternativlos und das kleinere Übel. Krieg sei der einzige Weg, Frieden zu schaffen. (S.19) Die Menschen wären – so seine Zusammenfassung – heute auf dem technischen Stand der Steinzeit, wenn es keine ‚produktiven‘ Kriege gegeben hätte. „Diese Statistiken dürften kaum all die Millionen trösten, die erschossen, erstochen, erschlagen, gehängt, verbrannt, ausgehungert oder sonst wie zu Tode gebracht wurden; wir anderen verdanken unsere Annehmlichkeiten ihrem Verlust.“ (S.17) Das verschlägt mir schlicht die Sprache.

Mit dieser imperialistischen, menschenverachtenden Sichtweise sowie der Eindimensionalität des Herangehens disqualifiziert sich das Buch selbst, als Sachbuch ohnehin. Insbesondere mit den Kapiteln zum 20. Jahrhundert und seinen abschließenden Bemerkungen zu einer Zukunftsperspektive demaskiert sich Morris als Ideologe einer unipolaren Welt, die durch Gewaltandrohung ein Höchstmaß an Sicherheit (für wen?) schafft. Andere Sichten oder gar über konkrete Menschen zu sprechen, die ermordet wurden und werden, wird unter diesem Dogma zweitrangig und Krieg alternativlos.

Es bleibt dem Schlusszitat des Autors „War! Huh, good God. What hat it been good for? In the long run, making us safer and richer[…]“ entgegenzuhalten:

WAR! Huh, good God. What is it good for? ABSOLUTELY NOTHING." Quelle: http://verqueert.de/krieg-wozu-er-gut-ist-absolutely/

20:24 21.11.2013
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Geschrieben von

verqueert

friedenspolitisch aktives Ich mit queerpolitischen Wurzeln, Texte von mir und den mit mir Wohnenden:-)
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