Verwegen

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RE: „Die Grünen müssen sich entscheiden: Klimaschutz oder Anti-AKW, beides geht nicht“ | 24.05.2022 | 16:53

Frau Wendland bleibt die Antwort auf die entscheidende Frage schuldig, nämlich warum soll Atomkraft besser oder billiger oder zukunftssicherer sein als der Ausbau der erneuerbaren Energien. Schade, dass die Frage vom Interviewer gar nicht gestellt wurde!

RE: Gewagter Schachzug | 23.02.2022 | 21:05

Wie meinen Sie das, ich muss nichts glauben? Soll ich dann keine Zeitung mehr lesen. Der Punkt ist, wenn praktisch alle ins gleiche Horn blasen und dann bläst der Freitag ins komplett andere Horn, dann muss entweder einer komplett falsch liegen oder die Wahrheit muss irgendwo in der Mitte liegen. Klar sind verschiedene Hörner begrüßenswert, aber wenn alle nur noch eine sehr einseitige der Dinge einnehmen, ist - aus meiner Sicht - keiner davon vertrauenswürdig.

Journalisten leben in einer Blase mag sein, aber ist mir als Erklärung zu schwach, denn es sind nicht nur die Journalisten, sondern auch alle politischen Parteien in Deutschland und alle europäischen Staatsoberhäupter, soweit ich es bisher wahrnehme. Eine Blase ist daher nicht die Erklärung.

RE: Gewagter Schachzug | 23.02.2022 | 19:18

Herr Herden, wenn ich so einen einen Kommentar lese blicke ich immer weniger durch. Wenn, wie Sie beschreiben, im Minsker Abkommen vereinbart war, dass die Ukraine dem Donbass die Autonomie ermöglicht. Dass die Ukraine aber gegen diese Vereinbarung verstoßen hat und sogar Zivilisten in diesen Gebieten angegriffen hat (warum?!).

Wenn das alles stimmt, wieso herrscht dann derart Einigkeit in allen deutschen und westeuropäischen Leitmedien, dass Russland der Aggressor ist und dass es sich um eine Annexion handelt.

Sind die alle verrückt geworden? Gekauft von den Amerikanern? Oder ist Ihre Schilderung der Sachlage ein bisschen einseitig? Frage klingt jetzt provokant, ist aber ernst gemeint, ich weiß wirklich nicht mehr was ich glauben soll!

RE: Die taube Generation | 27.12.2021 | 11:40

"Generationenkonflikte" sind das Thema der Ausgabe. Wenn Sie diese Kategorie per se für Unsinn halten, lesen Sie die anderen Artikel besser auch nicht. :-)

Der Kommentar von Frau Koester ist respektvoll formuliert und durchaus nicht beleidigend. Was man von Ihrem Kommentar nicht behaupten kann. Übrigens ist es schon ein bisschen witzig, wie Sie ihre These des Nicht-Zuhörens mit Ihrer hitzigen Gegenrede ("Annahme verweigert") genau bestätigen.

RE: Die taube Generation | 27.12.2021 | 11:32

An der These von den Alten, die gelernt haben zu sprechen, aber nicht zuzuhören, ist was dran. Das zeigt sich gleich zwei Seiten weiter in der Sonderausgabe, bei dem Gespräch mit Daniela Dahn und Sarah-Lee Heinrich: Als Eingangs beide kurz ihre Haltung zu Gendern und generischen Maskulinum erklären, zeigt sich Heinrich aufgeschlossen und um Verständnis bemüht. Dahn dagegen scheint in der Tat gar nicht zuzuhören und verwirft die andere Meinung im Nebensatz als "unsinnig".

RE: Die Impfpflicht ist eine Bankrotterklärung | 10.12.2021 | 18:57

Impfpflicht ist die spannendste Debatte ever, siehe Anzahl der Kommentare. Ich frage mich, wo wir heute in der Pandemiepolitik stünden, wenn die Kommentarspalten mal halb so ausgerastet wären wegen der ausgebliebenen Stärkung des Gesundheitswesens oder Freigabe von Impfpatenten.

RE: Impfprämie jetzt – und für alle! | 10.12.2021 | 18:39

Das Argument ist irgendwie falschrum aufgezogen: Es ist doch so, beim Klimawandel ist diese Gesellschaft nicht bereit, Opfer zu bringen. Jede noch so kleine "Zumutung" wie ein bisschen weniger Fleisch essen oder ein bisschen weniger auf der Autobahn rasen wird von der Politik, gestützt von der großen Mehrheit der Bevölkerung, bequem abgelehnt. Ha, die Freiheit nehmen wir uns!

Hmm, aber wie kommt es nur, dass wir dann beim Impfen jetzt alle zu Verfechtern von "Menschenpflichten" werden? Ich nehme an, es muss ein tolles Gefühl sein, wenn man sich als bornierter Wohlstandsbürger (damit meine ich nicht Sie, sondern allgemein gesprochen) zur Abwechslung vorgaukelt, man handle richtig und verantwortungsvoll. Ich mach zwei Kreuzfahrten im Jahr, fahr weiter mit meinem neuen SUV rum und kaufe zum Black Friday Amazon leer - aber weil ich meinen Arsch hochkriege um mir gratis den modernsten Impfstoff der Welt verabreichen zu lassen, bin ich jetzt der große Held. Und wehe den Armen und Dummen in diesem Land, die sich nicht impfen lassen, die sollen sich mal ihre Menschenpflichten hinter die Ohren schreiben, da muss hart durchgegriffen werden!

RE: Die stille Diskriminierung der Alten | 15.11.2021 | 09:36

Ich verstehe nicht wieso Sie das nicht nachvollziehen können... der genannte Satz "man stelle sich vor... der Aufschrei wäre ohrenbetäubend" ist eine polemische Zuspitzung zu Lasten anderer Formen der Diskriminierung. So, also ob dies Diskriminierungen wären, die gerade im Trend liegen und die eine übertriebene Aufmerksamkeit bekämen eben im Verhältnis zur Altersdiskriminierung. Dadurch stellt die Autorin die beiden Dinge doch zueinander ins Verhältnis?! Und eben das halte ich für unnötig und schädlich.

Ich hab übrigens schon von Altersarmut gehört. Trotzdem gibt es über die Einkommens- und Vermögensungleichheit der Altersgruppen jede Menge Statistiken und das ist keineswegs eine Vermutung von mir. Schauen Sie mal hier: https://www.iwkoeln.de/studien/judith-niehues-maximilian-stockhausen-grosse-gruppenspezifische-unterschiede-487547.html

Es ist auch nicht nur das Vermögen, sondern auch die Arbeitsverträge, denn von prekärer Beschäftigung und befristeten Verträgen sind die Jüngeren weitaus stärker betroffen. Auch die Wohneigentumsquote hat sich in den letzten 20 Jahren verringert; immer weniger junge Menschen gelangen an Wohneigentum, wenn man dies als Indikator für Wohlstand nimmt, was ich aber durchaus tun würde. Das Durchschnittsalter im letzten Bundestag lag bei rund 50 Jahren, im Kabinett noch höher.

All das ist auch durchaus erklärbar, denn wenn man sich vor Augen führt, wie sehr die Ü-60-Altersgruppe Wahlen dominiert (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1498/umfrage/altersstruktur-der-wahlberechtigten-bundestagswahl/), dann wird klar, wessen Interessen eben auch vorrangig vertreten werden.

Und nach alledem passt für mich - sorry!- ins Bild, dass die "Alten" nun mal auch mit überwältigender Mehrheit die CDU/CSU als Partei der Besitzstands- und Privilegienwahrung wählen.

RE: Die stille Diskriminierung der Alten | 12.11.2021 | 16:02

Diskriminierung im Berufsleben auf jeden Fall, doch die meistdiskriminierte Gruppe in Deutschland sind die Älteren ganz sicher nicht. Die Älteren sind viel reicher als die Jungen. Die Älteren sind überrepräsentiert in Parlamenten und Führungspositionen in Staat und Wirtschaft.

RE: Die stille Diskriminierung der Alten | 12.11.2021 | 15:55

"Man stelle sich vor, diese Diskriminierung würde nach anderen Kriterien geschehen, wie Hautfarbe, Sexualität, Religion. Der Aufschrei wäre ohrenbetäubend."

Ich stelle mal ne ganz steile These auf und behaupte, genau das geschieht auch sehr wohl. Zumindest bei Ethnie und Religion. Versuchen Sie sich mal als Ahmed irgendwo zu bewerben, viel Spaß. Der Aufschrei hält sich auch hier in Grenzen, möchte ich behaupten.

Das soll aber durchaus kein Einwand gegen den Punkt Altersdiskriminierung sein. Nur finde ich es keinen klugen Ansatz, das ausgerechnet gegen andere Formen der Diskriminierung auszuspielen.