Verwegen

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RE: Das Impfdebakel | 09.01.2021 | 10:45

Sehr schöner und informativer Beitrag von Frau Baureithel, im Gegensatz zu, wie ich finde, dem Kommentar von Jakob Augstein. Wenn klar ist, dass mehr als genug Impfstoffe bestellt wurden, die Bestellpolitik aus ex-ante-Sicht auch vollkommen sinnvoll war und überdies weitgehend die europäische Solidarität wahrte, kann ich nur den Kopf schütteln über die ex-post-Besserwisserei von Kritiker*innen.

Davon abgesehen verstehe ich aus dem Text nur nicht ganz, wieso der Titel "Das Impfdebakel" lautet. Liege ich gänzlich falsch mit dem Eindruck, dass das alles grad schon wahnsinnig schnell geht (enorm viel schneller als von uns allen noch vor einem halben Jahr erträumt). Im Sommer hieß es noch, mit den ersten Impfungen sei Ende 2021(!) zu rechnen, und jetzt quaken alle schon eine Woche nach Silvester 2020 herum, dass es nicht schnell genug ginge. Und sind all die wirren Begleitdebatten und Kontroversen über Krisenproduktion, Exklusivrechte etc. in einer Demokratie nicht völlig normal ? Ich sehe in alledem kein Debakel...

Den einzigen wirklich schwerwiegenden Fehler unserer Politik bisher sehe ich in dem "Lockdown light", der zu spät und zu schwach war, und hoffe nur, man wird sich daran erinnern, noch so lange diese Pandemie anhalten mag.

RE: Lasst es knallen! | 28.11.2020 | 17:23

Nein, es wäre nicht hirnlos, die Argumente habe ich genannt. Außerdem ist Böllern kein "Hobby".

Und hui, persönliche Attacken ins Blaue hinein, zum Glück kann ich mir so was verkneifen.

RE: Lasst es knallen! | 27.11.2020 | 17:00

Mir ist auch nach diesem Kommentar ein Rätsel, was jetzt gegen das Böllerverbot sprechen sollte. Die Argumente Müllberge, Luftverschmutzung, Schlimm für Tiere scheinen mir äußerst stichhaltig. Die Andeutung, eine Gesellschaft brauche ihr Ventil, und das sei irgendwie wichtiger, ist es nicht. Alle brauchen ihre Ventile, aber das Geknalle an einem von 365 Tagen dürfte ja wohl relativ irrelevant für den psychischen Zustand der Bevölkerung. Und selbst wenn, verteidigen Sie jetzt hier ein Recht auf hirnloses Dampf ablassen auf Kosten der Umwelt und Mitmenschen?

Und freiwillig als Zeichen der Solidarität, das glauben Sie selbst nicht dass das einer macht.

RE: Als ein Franke plötzlich ergrünte | 25.11.2020 | 11:54

Ja nee das Problem ist halt, dass es nur Fassade ist. Söder inszeniert und labert wie ein Weltmeister, aber an konkreten Maßnahmen fehlt es völlig.

Und nicht nur das; in Wirklichkeit torpedieren er und seine Partei Klimamaßnahmen, wo sie nur können. Das zeigt sich allein schon daran, dass sie trotz angeblicher Öko-Epiphanie nicht mit den Grünen in Bayern koalieren, sondern mit den Freien Wählern. Oder auch das Festhalten an dem völlig untragbaren Bundesautominister. Das sind alles Richtungsentscheidungen, die Söder getroffen hat, und dies ist ganz und gar nicht in die nachhaltige und ökologische Richtung.

Ich halte das für eine Weiterentwicklung der Strategie, die wir von der Greenwashing-"Klimakanzlerin" kennen, und ich glaube dass nichts dem Klima auf Dauer mehr schadet. Denn die gesellschaftliche Mehrheit wünscht sich wirksameren Klimaschutz und die gesellschaftliche Mehrheit wird von solchen Leuten verarscht.

RE: „Nennen Sie mich jetzt unsolidarisch?“ | 21.10.2020 | 19:33

Als ich den Aufmacher zu dem Interview in der Freitag-Ausgabe gesehen habe, "Gesund oder frei?", hatte ich schon die Befürchtung, dass hier versucht werden könnte, Bullshit mit Fakten auf eine Stufe zu stellen und eine Art Corona-Hufeisentheorie zu entwickeln.

Aber das Interview fand ich von Frau Koester sehr gut geführt, statt falsch verstandener Neutralität streut sie selbst Fakten ein und sorgt dafür, dass Frau Velazques nicht durchkommt mit ihrer Argumentationsstrategie, von einer kruden These zur nächsten zu springen, abzulenken und so ein eindeutiges Gesprächsergebnis zu vernebeln.

Dieses lautet in meinen Augen: Wer gesund und frei in der Pandemie als Gegensätze versteht, hat ein sehr einseitiges Freiheitsverständnis.

RE: Die Maske ist links | 03.09.2020 | 10:07

Okay, WAS genau passt Ihnen denn nicht an den "Rohdaten des RKI"? Sind 26 Mio. Infizierte und eine knappe Million Todesfälle weltweit nicht schlimm genug, dass auch Sie es als endemische/epidemische Situation qualifizieren? Haben Sie das Glück, dass bislang niemand in Ihrem persönlichen Bekanntenkreis sich infiziert hat und einen schwereren Verlauf erleidet? Sind die Geschehnisse in anderen Staaten nicht abschreckend genug?

Es geht Ihnen gegen den Strich , dass eine in wesentlichen Aspekten unsolidarische Politik sich in diesem einen Aspekt als vorbildlich solidarisch hinstellen möchte. Okay, soweit nachvollziehbar. Aber auf diese Weise angebracht, ist diese Kritik nichts als zynisch und destruktiv! Wenn die gegenwärtigen Proteste in irgendeiner Weise Solidarität im Sinn hätten, würden sie nicht GEGEN verdammte Masken sondern FÜR höheren Mindestlohn, für ein besseres Gesundheitssystem, für bessere soziale Absicherung, höhere Steuern für Finanzmärkte und Krisenprofiteure u. v. m protestieren. Da gibt es so vieles, was die Gesellschaft, auch anlässlich der Krise, wirklich weiterbringen könnte!

Doch bis Millionen Menschen für mehr Mindestlohn und all das auf die Straße gehen, müssen wir in Deutschland wohl noch lange warten. Die Coronaproteste sind in ihrem Wesen leider rechts und denken Solidarität nur von ihrer Nasenspitze bis zur Autotür.

RE: Treppauf, treppab | 31.08.2020 | 14:39

Das sehe ich auch so, aber ein wenig empfindlich darf man in Deutschland schon noch sein, wenn Reichflaggen vor dem Bundestag zu sehen sind, finden Sie nicht? Quasi das Symbol für unsere Demokratie, das direkt überschattet wird von dem Symbol für das Gegenteil von unserer Demokratie. Da würde ich schon sagen, dass die Vorgänge, die dazu geführt haben, dass das möglich wurde, genauestens untersucht werden müssen und dass da ein bisschen verbalagression erlaubt ist.

RE: Treppauf, treppab | 31.08.2020 | 14:29

Hilfe, was sind hier für Leute unterwegs?

"Es muss festgestellt werden..."

Regimekritiker Dracula, das hier ist ein Diskussionsforum, hier muss gar nichts festgestellt werden. Statt dessen empfiehlt es sich, andere argumentativ von der eigenen Meinung zu überzeugen. Es sei denn, Sie wollen selbst die Diskussion unterbinden.

Wenn Sie Ihre abstruse Eingangsthese nicht im geringsten untermauern, fällt eine Erwiderung freilich schwer. Was Sie sagen, hieße ja, das fast alle Staaten der Erde - solche, die Corona-Schutzmaßnahmen getroffen haben - grundfalsch wissenschaftlich beraten werden und daher völlig irrgeleitet regieren. Mal provokant gefragt, ist für Sie dann eigentlich irgendeine Institution denkbar, die Ihre Meinung ändern könnte? Würden Sie sagen, "wenn Prof. X von der Universität Y den Ausnahmezustand als sinnvoll bestätigen würde", oder "wenn mindestens soundsoviele Wissenschaftler*innen" dies täten, dann würden Sie von Ihrer Position abrücken"?

RE: Treppauf, treppab | 31.08.2020 | 14:07

Sorry, aber wie typisch ist bitte dieses ewige gequirlte diffuse die-Medien-sind-alle-gleichgeschaltet-Getöse. Mal ein Vorschlag für Sie: Vielleicht formulieren Sie statt dessen mal, was diese vernünftigen friedlichen Leute aus Ihrer Sicht genau mitteilen wollen. Welche Informationen werden uns hier vorenthalten?

Ich weiß bisher, die sind unzufrieden und reden von Freiheit, und dass Stoffmasken die Gehirne unserer Kinder schädigen und ähnliches, und einige von Ihnen sind mit Reichsflaggen unterwegs.

Make me understand...

RE: Mehr Osten wagen | 05.08.2020 | 12:17

Sympathisch, sicherlich eine Nachwuchshoffnung (hinter diesem Wort bitte einstweilen nicht die Worte "...für die SPD" vergessen).

Dass es als Feature gelten soll, Widersprüche zu vereinen, indem man "entschlossen den Klimaschutz befürwortet", aber gleichzeitig "leidenschaftlich gern" Currywurst aus Massentierhaltung mampft & bewirbt, kann ich aber nicht nachvollziehen. Ist das nicht genau die Art von Mangel an Integrität, die in der SPD bereits vorherrscht? Braucht "die Hauptstadt" nicht eher mehr Leute, die tatsächlich so handeln, wie sie reden? Gibt doch kaum jemand in der SPD oder selbst CDU, die nicht "entschlossen den Klimaschutz befürworten" würden, wenn man sie danach fragte. Ganz toll.