ZDF, AfD-Erfolg und kommunistische Autisten

Medienversöhnungskritik Der AfD-Erfolg, der vermutlich doch ein klein bisschen was mit Schwerpunktberichterstattung zu tun hat.
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Ein offener Brief.

Sehr geehrte Damen und Herren des ZDF.
Sehr geehrte Frau Schausten.
Sehr geehrte Heutejournal-Redaktion.
Sehr geehrter Herr Böhmermann.
Sehr geehrte Witzeschreiber des Neo Magazin Royale.

Am Folgetag der Bundestagswahl berichtete Frau Schausten im Heutejournal, dass Herr Schäuble als neuer Bundestagspräsident zur Diskussion stehe, und sie tat kund, dass schließlich mit der AfD eine "in Teilen geschichtsvergessene" Partei in den Bundestag einziehen würde. ZDF-Heutejournal Schäuble gilt als Bestbesetzung

Das irritierte, da jeder, der nur die Schlagzeilen der Politikseite liest, weiß, dass bspw. Herr Höcke sich explizit eine positive Erinnerungskultur für Deutschland wünscht und Herr Gauland gerne das Recht hätte, auf die deutschen Soldaten der beiden Weltkriege stolz sein zu dürfen.

#DeutscherStolz

Jeder potentielle AfD-Wähler kann sich aufgrund solcher und ähnlicher Äußerungen zusammen reimen, dass offensichtlich überwiegend Menschen die AfD kritisieren, die noch viel größere politische Dummköpfe sind als er selbst. Natürlich haben Sie, Frau Schausten, gemeint, dass die AfD die Ihnen insbesondere wichtigen Teile der Geschichte nicht in Erinnerung hat. In Ihrer Community müssen Sie das nicht erklären – als Sprecherin im Heutejournal, die Seitenhiebe an politisch Andersdenkende verteilen möchte, aber besser schon.

#FilterblasenPogo

Die "kommunistische Autistin" Wagenknecht des Herrn Böhmermann hatte mich vermuten lassen, dass seine Mannschaft vermutlich auch zu diesen ominösen "Linksliberalen" gehört, die angeblich unsere Medien beherrschen, wobei Herr Böhmermann seine politischen Idee eventuell sogar vom Hörensagen von Politikseitenschlagzeilen hat – was gar nicht schlimm ist und vielleicht auch gar nicht anders geht, weil er wirklich schöne Lieder, Gedichte und Witze sich ausdenken und lernen muss – was mich aber wieder an Frau Schaustens Auftritt von Anfang der Woche erinnerte. Neo Magazin Royale

#Erinnerungskultur

Das Frau Schausten-Beispiel lässt mich besser verstehen, worin die Kritik von nach der Wahl gründen könnte, dass zu viel von der AfD berichtet wurde, und auch durch welches Missverständnis das Unverständnis der Journalisten zustande kommt, die sich schon wieder ungerechtfertigt angegriffen fühlen, weil sie doch, wenn sie die AfD thematisiert haben, meist engagiert gegen die AfD geredet haben.

#Freispruch-für-Komödianten

Mir fehlt zum Medienglück eigentlich nur noch, dass das ZDF Hajo Seppelt engagiert, um ihn beweisen zu lassen, dass doch die Russen die AfD in den Bundestag gehackt haben.

#Vergesst-Putin-nicht!

Grüße an alle
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11:20 30.09.2017
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