RE: Nicht gecheckt | 17.05.2017 | 10:55

Ein guter Artikel hätte neue Aspekte in die Debatte gebracht und sich nicht damit begnügt Plattidüden a la Bahamas oder Jungle World wiederzugeben. Zu dieser Szene bekennt sich der Autor, der zur Kritik des NS und Antisemitismus nur ein Abarbeiten am "Deutsch sein" einfällt oder Judentümer nur als Kriegernation denken kann.

RE: Die Himmeroder Denkschrift | 11.05.2017 | 14:33

Ein interessanter Text, vielen Dank.

RE: Die Häutungen der Schlange | 07.04.2017 | 15:52

Ich habe

1. weder etwas von „Non- bzw. Meta-Kulturalität“ geschrieben. Es ging um einen bestimmten Kulturbegriff, der oft als Surrogat für den politisch nicht mehr korrekten Rassebegriff verwendet wird. Noch habe ich

2. gefordert, eine „schöne MR-Welt“ zu errichten.

Soweit zum Thema „Unterstellungen“

Ich wünsche noch ein schönes WE und viel Freude beim Vertiefen in heimelige Hesse Gedichte.

RE: Die Häutungen der Schlange | 07.04.2017 | 14:24

Hm, verstehe

...jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...

Obwohl ich den Versuch imperiale Landnahme und den Widerstand gegen sie derart zu parallelisieren, ziemlich abgeschmackt und, damit sind wir wieder beim Hr. Weiß, „deutsch“ finde.

RE: Die Häutungen der Schlange | 07.04.2017 | 10:33

Es wäre im besten Sinne "demokratisch", ein Anfang und damit sich nicht die letzte Antwort auf alle Menschheitsfragen...

RE: Die Häutungen der Schlange | 07.04.2017 | 00:45

Obwohl der Autor sich anscheinend aus der Diskussion zurückgezogen hat, noch kurz zu diesem Punkt:

Der Dissens mit Domeinski liegt wohl im Grunde in der Interpretation der republikanischen laizistischen Variante ...

Hier staune ich über die Formulierungen. Die Unterwerfung von Menschen, die Zerschlagung ihrer materiellen Lebensgrundlagen war noch nie gerechtfertigt, auch wenn dieser Prozess oft mit allerhand Modernisierungs- und Zivilisationskitsch aufgehübscht wurde.

Ein der Teil der Linken fand schließlich zu der Erkenntnis, dass ein Universalismus, wenn er denn tatsächlich zur Befreiung der Menschen beitragen soll, eben keine kulturelle Ressource oder Tradition sein kann, in die man sich einfach stellt, um sich auf der richtigen Seite zu wähnen, sondern dass dieser Universalismus erst gefunden und hergestellt werden muss. Es sind insbesondere Teile der deutschen Linken, die sich dem beharrlich verweigern und an diesem Punkt scheint tatsächlich ein Dissens vorzuliegen...

Zur Kommunitarismus Debatte verweise ich gerne noch einmal auf den Einführungstext von Kreisky und füge hinzu, dass die Identifikation des Kommunitarismus bzw. Partikularismus mit der Ideologie der Neuen Rechten so pauschal sachlich falsch ist.

RE: Die Häutungen der Schlange | 02.04.2017 | 23:32

@wwalkie

Zum ersten Teil: Ich sehe das Argument nicht. Ich komme nach Lektüre der Primärquellen zu anderen Schlüsse. Ich behaupte nicht, dass alles grundfalsch wäre, was ich bisher von Weiß gelesen habe. Es ist die, wie im Kommentar zum Interview im dF geschrieben, formelhafte Argumentation von Weiß, die ich für kontraproduktiv halte und damit zusammenhängend Weiß Bedürfnis in einer innerlinken Debatte Stellung zu beziehen.

Zum zweiten Teil: Ich gehe nicht davon aus, dass Kultur durch einen ideellen Kern eines Kulturkreise das Verhalten und das Schicksal von Menschen bestimmt. Ich sehe Kultur eher als Summe zwischenmenschlicher Interaktion und lasse den Kulturbegriff im Begriff des Sozialen oder Politischen aufgehen. Gründe für das offensive Auftreten der „Neuen Rechten“ sind weniger in „falsch verstandener Toleranz“ oder der „Verteufelung des Westens“ zu suchen, als u.a. in der hervorgehobenen Stellung kulturalistischer und kulturrassistischer Ideologeme in öffentlichen Debatten. Insofern ist auch der Hinweis auf Huntington wichtig. Eine Politik, die von den „Anderen“ erst einmal fordert, „unsere“ zivilisatorischen Standards zu erreichen, akzeptiert die kulturelle Differenz, die von Neurechten behauptet wird.

RE: Die Häutungen der Schlange | 02.04.2017 | 15:07

Ich kann nur empfehlen, die genannten Autoren der „Neuen Rechten“ selbst zu lesen und einen Blick in ihre Diskussionsforen zu werfen. So kann jeder selbst überprüfen, was z.B. an der behaupteten Begeisterung der „Abendländer“ für Dugins „Eurasienidee“ oder am antizionistischen Antisemitismus der „Neuen Rechten“ dran ist. (Weiß spricht in diesem Interview das Verhältnis dieser Rechten zu Israel kurz an, sehr überzeugt hat es mich nicht)

Eher abstoßend finde ich, dass die Auseinandersetzung mit der „Neuen Rechten“ oft auf einen sehr niedrigen Niveau stattfindet und genutzt wird, um innerlinke Grabenkämpfen auszutragen. Im Blogbeitrag zeigt sich diese Tendenz im beliebten Vorwurf des Verrats „universalistischer Werte“.

Einen kurzen Überblick einige wichtige Hinweise zu dieser vielschichtigen Thematik bietet Eva Kreisky. U.a. schreibt sie:

Der Gegensatz Universalismus/ Partikularismus ist

durchaus nicht wertneutral, vielmehr ist er ideologisch belastet und tritt häufig in Verbund mit ähnlich konstruierten Gegensätzen auf, v.a. wenn es darum geht, ein idealisiertes Bild "des Westens" zu zeichnen

(…)

Eine bekannte Neuauflage solcher kategorischer Zuschreibungen vertritt der amerikanische Politikwissenschaftler und -berater Samuel P. Huntington in seinem 1993 erstmals publizierten Werk "Kampf der Kulturen". Die so getroffenen Zuschreibungen sind im einzelnen durchaus nicht erst neueren Datums, sondern haben ihrerseits eine lange ideengeschichtliche Tradition. Die Sichtweise, dass etwa Despotismus die Herrschaftsform der "Anderen" ist, kann bis in die griechische Antike zurückverfolgt werden.“ (S.6)

RE: „Ihr Gegner ist Amerika“ | 25.03.2017 | 16:40

Im Interview werden wichtige Punkte angesprochen und selbstverständlich ist der Kampf gegen die „neue Rechte“ eine wichtige Aufgaben. Negativ fällt mir auf, dass Weiß oft sehr formelhaft argumentiert. Als Experte erfüllt Weiß so die Rolle, Klischees und Allgemeinplätze zu bestätigen, die in Mainstream Medien herumgeistern. Traurig, dass ein guter Teil der deutschen Linken sich davon einlullen lässt...

Kurz zu einigen Punkten:

Schlüsselrolle von Kubitschek/Weißmann

Selbst wenn wir die These teilen, dass Mohlers historiographisches und bibliographisches Schaffen maßgeblich für die „neue Rechte“ ist, so diese Rechte wesentlich breiter aufgestellt.

Mohler war viele Jahre Geschäftsführer der Carl Friedrich von Siemens Stiftung. Sie ist zur Zeit unter Leitung von Heinrich Meier. Meier ist ein ausgezeichneter, wirklich lesenswerter Kenner der politischen Philosophie. Er bewegt sich intellektuell auf einer anderen Ebene als Kubitschek, Elsässer oder auch Weißmann.

Von 2007 bis 2013 war Erich Vad als Berater im Bundeskanzleramt tätig. Vad ist überzeugter Schmittianer.

Diese Beispiele sollen verdeutlichen, dass die „neue Rechte“ mehr ist, als ein paar Möchtegern „Volkstribune“, die von Medien zu Schlüsselfiguren aufgeblasen werden.

Nationalbolschewismus, ein Projekt der radikalen Linken?

Dies ist einer der schwächste Teile des Interviews, da diese Aussage sachlich schlicht falsch ist. Tatsächlich hat die KP der Weimarer Republik, darauf spielt Weiß wahrscheinlich an, „nationale Inhalte“ bedient, doch das macht sie noch lange nicht zu „Nationalbolschewisten“ (der Begriff hat eine interessante Geschichte als Schimpfwort in innerrechten Debatten, nur nebenbei). Oft vergessen bzw. unterschlagen wird, dass nicht alle Kommunisten in der KPD organisiert waren, dass es in der Weimarer Republik auch anarchosyndikalistische Gruppen und linksradikale „Jugendbanden“ gab. Es ist mir ein Rätsel, warum ein ausgewiesener Kenner wie Weiß sich derart unpräzise ausdrückt und zu solch krassen Fehleinschätzungen kommt.

„Pro-Israelismus“ der neuen Rechten

Ich gebe zu bedenken, dass Israel nicht nur instrumentalisiert werden kann, sondern dass es dort ernstzunehmende, politische Akteure gibt. Israel hat eine starke, gut organisierte Rechte. Manche meinen, dass eine rechte Hegemonie entstanden ist. Diese Rechte sucht Kontakte anderen rechten Bewegungen in Westeuropa, den USA oder Rußland. Der Punkt „vergangenheitspolitische Debatten“ trifft nur bedingt zu, denn die „neue Rechte“ ist nun mal keine rein deutsche Angelegenheit.

Wer ist der Hauptfeind?

Hier gilt zu unterscheiden: „Liberalismus“ als Topos neurechter Ideologie (der oft austauschbar mit „Marxismus“ bzw.“Kulturmarxismus“ ist) und dem Liberalismus als historisch politische Bewegung. Das tatsächliche Verhältnis der Rechten zum Liberalismus (wie auch zum Konservatismus) ist wesentlich komplexer als es eine einfache Formel wie „Liberalismus ist der absolute Gegner“ suggeriert. Zum Islam ist anzumerken, dass viele Neurechte meinen, dass die Furcht vor „dem“ Islam ein geeigneter Weg wäre, um weit in linke und liberale Lager zu mobilisieren (wie realistisch solche Einschätzungen sind, sei dahin gestellt). Und tatsächlich finde sich auch Rechte, die den USA unter bestimmten Bedingungen (z.B. weiße Vorherrschaft) freundschaftlich gegenüber stehen.

Letztendlich führt es nicht weit, Inhalte zu isolieren und dieses oder jenes Geschwätz zum Kern zu erklären.

RE: Von Hirten und Lämmern | 22.02.2017 | 21:32

Nichts gegen Kritik an Mausfeld, auch hart in der Sache. Aber wwalkies Text leistet dies vielen Punkten nicht. Er begegnügt sich mit selbtgerechten, "antideutschen" Polemiken. Leider seit langem ein typischer Wesenzug deutscher Linker. So wundert es nicht, dass diese Linke den deutschen Hegemonialbestrebungen oder dem Aufstieg der AfD nichts entgegenzusetzen hat.