RE: Männer baggern wie blöde | 23.04.2013 | 14:57

Hallo magda,

manchmal denke ich, beim Lesen von z.B.
Es gab im Osten solche aufgeblasenen, rechthaberischen, "Beinfreiheit" und "ihr Recht" heischenden Männer nicht in dem Maße, die waren zwar keine Feministen, aber nicht so in männlichen Rollenklischees befangen. Und die Geschlechter gingen nicht so feindselig miteinander um.

Daß es sich um eine geschlechterselektive Wahrnehmung handelt, die solchen statements zugrunde liegt. Ich erinnere daran, daß insbesondere die ostdeutschen WählerInnen ihre Stimmen dazu beisteuerten, daß die Ära Kohl, als dem geradezu prototypischen deutschen Mann (mit dem Amt angemessenen schaumgebremsten Sexismus) in Lesart von Tucholsky, so lange und offenbar in den Köpfen immer noch fortdauert...
Das liegt womöglich auch daran, daß dieser Aussitz – mit ggf. ausgefahrenen Ellenbogen-Typ in Wirtschaft und Politik dieses Landes so erfolgreich ist. Aber wer kürt diese Art Männer und ihre weiblichen Kopien? Sind es nicht überwiegend die gehegten „männlichen Tugenden“ (weswegen über die Merkel als Frau auch schlechte Scherze gemacht werden, uns-Mutti gehört dazu, denn eine deutsche >Volks< Mutter ist ja ein asexuelles Wesen) als Garanten des Erfolgs, die da den Ausschlag geben?
Die Leistungsgesellschaft erneuert ihren Arbeitsethos entlang dieser Figuren bzw. Charaktermasken stets auf´s Neue, das eigentlich schon nicht mehr ganz so Neue daran ist, daß es davon auch weibliche Ausgaben gibt, die jene Leitmotive – und Kulturen prägen, die du beklagst.

Die Umgangsformen in der ehemaligen DDR, erinnere ich auch, waren nicht ganz so rauh wie in der alten und neuen BRD. Aber das lag auch an der Geschlossenheit des Systems, der ausufernde Verdrängungswettbewerbe am Arbeitsplatz und im öffentlichen Leben praktisch ausschloss.
Es fehlte doch weithin die Konkurrenz, damit auch die latente wie die entfesselte Rivalität um Posten, um Aufstiegswege und Karrieren,oder?
Außerdem war der Arbeitsmarkt in der DDR nach außen wie innen abgeschottet, soweit ich mich erinnere, auch die Belegschaften waren meines Wissens nach – geschlechtlich betrachtet – viel stärker durchmischt, da z.B.auch nicht wenige Frauen sog. Männerberufe erlernten/studierten und darin, dank flächendeckender Kinderbetreuung, auch nahezu ununterbrochen tätig sein konnten, dies i.d.R. auch wollten, aber von seiten der Partei auch mussten.
Es fehlten ja eher Arbeitskräfte, auch weibliche, daher hatte die Frau in der DDR schon von Staats und Ökonomie wegen, einen ganz anderen – nahezu ebenbürtigen – Stellenwert in Wirtschaft und Gesellschaft.
Mir ist es bis heute schleierhaft, wie bzw. warum ostdeutsche Frauen, aber auch Männer, seinerzeit und vielfach auch bis heute sich mit der Wahl von Kohl und der CDU ihren vorhergehenden, egalitäreren, Status absehbar selbst zerschossen – erklärst du mir dieses Phänomen, bitte?

Gab es da evtl. wichtigere Kriterien, oder war es einfach eine massenpsychologisch geschickt organisierte Täuschung und Selbsttäuschung, die da zum Tragen kam.
Irgendeinen Beweggrund, irgendeine Erzählung liegt dem doch zugrunde, oder nicht?

Wenn du schon erschrocken bist, müsstest du doch im Nachhinein über diese Ausgangspunkte viel erschrockener sein, oder du unterschlägst bewusst die aktive Beteiligung der ostdeutschen Bevölkerung an der deutschen Restauration (inkl. Geschlechterordnung) unter den Vorzeichen der sog. Globalisierung.

BG

RE: Eine Putzfrau musst Du haben! | 22.04.2013 | 22:57

x-fach schieflach. Ein Mann der häuslich-familiär dasselbe kann wie eine Frau, was nun wirklich handwerklich gedacht nicht schwer ist der enthält - oh schwein du mann der du bist - der Frau den ihr vorbehaltenen Arbeitsplatz vor?

Auf welchem Stern leben Sie denn?

RE: Eine Putzfrau musst Du haben! | 22.04.2013 | 19:22

Macht nicht nur Sinn für sehr große Haushalte. Wenn Sie mal von Kinder - auf Altenpflege umschalten macht es sehr viel Sinn in der alternden Mittelschicht.

Die Kinder sind aus dem Haus, man / frau wird langsam gebrechlich und unter´m Dach ist ein (oder mehrere) ungenutztes ehemaliges Kinder/Jugendzimmer frei.

Warum also nicht eine junge, preiswerte, Frau aus Osteuropa einquartieren, die damit an einer win-win-Situation partizipieren und von der Erfahrung der Alten profitieren kann?

Stellen Sie sich vor, sie kommen aus einer unterprivilegierten Ecke Osteuropas, bringen etwas Sprachtalent und eine solide Ausbildung mit.

Wäre da nicht Ihr Traum bei einem älteren, gutsituierten, Paar in Deutschland einzusteigen und irgendwann vielleicht auch einen deutschen Mann....

RE: Eine Putzfrau musst Du haben! | 22.04.2013 | 18:30

Konkret umkreise ich HH mit Radius ca. 100km.

In der City sind 10-15€/Std für gut deutsch sprechende und ordentliche Arbeit machende Kräfte normal. Im benachbarten Schleswig Holstein 8-12, im entfernten Meck-Pom 6-10.
Soweit zu den regionalen Unterschieden, die sich gleichfalls bei den ungelernten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen ähnlich darstellen – weshalb man sich über Schwarzarbeit in diesen Branchen nicht wundern darf.
Die 4€/Std sind, gerade für junge partner&kinderlose Einwanderinnen, die erste Wahl, denn dieses Taschengeld wird i.d.R. für im Haus wohnende, auch am Essen teilnehmende, Kräfte gezahlt. Die stehen mit ihrem 100 Std. - Minijob durch die Haushaltsersparnis nicht selten besser da, als die einfliegenden Haushaltshilfen, die ja irgendwie eine eigene Wohnung, oft nur ein Zimmer, unterhalten müssen.
Dazu muß man sagen, daß diese Minijobs mit Kost und Logis bei jungen Frauen aus Osteuropa mit Grundkurs Deutsch im Rücken heiß begehrt sind, da sie durch den Familienanschluss doppelt so schnell, besser und ohne eigenen Kostenaufwand die Landessprache lernen und auch den Umgangston, die Verhaltenskonventionen, die Redewendungen und vor allem die Ansprüche an Hygiene, Benehmen, Auftreten usw. in familiären Kontexten begreifen können.
Anders gesagt sind diese Taschengeld + Kost + Logis oft die Sprungbretter in die höheren Verdienstetagen, denn wer bspw bei einer renommierten Familie so „in die Lehre geht“ und gute Ergebnisse bringt, braucht sich über eine im Wortsinn geldwerte Empfehlung für den weiteren Lebensweg keine Sorgen zu machen.

Das ist übrigens auch teilweise eine Erfahrung von mir als Haushaltshelfer, denn wo ich mehrere Tage zugange sein musste, die Kinder, die Eltern und das ganze Umfeld kennenlernte und neben der eigentlichen Arbeit auch in anregende Gespräche kam, bekam ich nicht nur die bessere Abgeltung, sondern auch die weiterführende Empfehlung an andere KundInnen.

Das ist halt was anderes, wenn man als Quasi-Vertrauter im Haushalt einer Familie arbeitet, es braucht schon etwas mehr an sozialer und kommunikativer Kompetenz als in irgendeinem außerhäuslichen Job. Ich denke, das hat viel damit zu tun, daß in BRD die Familie ein sehr privater, geradezu intimer, Bereich ist. Da habe ich bspw mit südländischen oder weniger bürgerlichen Familien ganz andere Erfahrungen gemacht.

Insoweit stimmen ihre Annahmen weitgehend mit meinen Erfahrungen überein.
Danke für die Nachfrage.

RE: Männer baggern wie blöde | 22.04.2013 | 18:04

Einmischung:

Warum sind so viele Männer mit billigen und schäbigen Illusionen der schönsten Nebensache der Welt zufrieden zu stellen?

Wie meinen? Frauen sind demnach beim Sex anspruchsvoller, um nicht zu sagen „kultivierter“?
Haben Sie schon mal überlegt, daß es womöglich mit der Tatsache zu tun hat, daß es kaum männliche Prostituierte – die sich an Frauen verdingen – gibt, weil das einfach auch ne Frage des verfügbaren Geldes und der erlernten Betrachtung ist?
Gäbe es keine moralisch-sittlichen Schranken und Frauen würden über ein vergleichbares Einkommen verfügen, wäre ich mir über die weiblichen Ansprüche nicht so sicher.

Ansonsten denke ich, daß es auch eine hormonelle Geschichte ist, die sich auf weiblicher Seite über Sublimierungen aller Art besser steuern lässt, als bei Männern – zumal Sublimierungen weitgehend weiblich konnotiert sind.
Anders gesagt, Männer sublimieren anders, vordem müssen sie aber erstmal lernen die für die Penetration erforderlichen psychischen Kräfte, die sogenannte aggressive Libido-Komponente, zu integrieren, was in unserem Kulturkreis gewisse Schwierigkeiten aufweist – am Besten gelingt dies erfahrungsgemäß Männern, die sich körperliche und geistige Ausdrucksmöglichkeiten angeeignet haben, die vielleicht auch schöpferisch und kreativ tätig sind.

Das erfordert schon einen gewisses Maß an Intellekt. Wenn Männern dieses Quantum fehlt, dann ist das i.d.R. auffälliger als bei Frauen vergleichbaren geistigen Vermögens.

Das schon erwähnte weite Feld scheint ihnen als Demonstrationsraum für die Zelebrierung der tendenziellen moralischen Überlegenheit von Frauen zu dienen, so oft wie sie diese anhand von Prostitution exemplarisch vor – bzw. ins besagte Feld führen.

Es ist aber nicht zielführend, wenn es um einen Dialog über die Sexualisierung von Sprache und Öffentlichkeiten geht, das o.g. Verhalten von Freiern, die ja i.d.R. gewohnheitsmäßig in den Puff gehen – womit sich die vorgestellte Zahl womöglich deutlich reduziert, zu verallgemeinern.
Es ist vor allen Dingen unfair die Puff-Nutzer„Typen“ ständig in den Vordergrund der Debatte zu stellen, so als ob es keine reife und sensitive männliche Sexualität gäbe.
Damit drängen Sie Letztere an den Rand und ziehen das Skandalum unreifer männlicher Sexualität geradezu penetrant ins Zentrum der Debatte.
Worauf wollen sie damit hinaus?

Oder umkreisen sie bevorzugt den sachlichen Kern der Debatte?

RE: Männer baggern wie blöde | 22.04.2013 | 16:50

***** - oder:
tuff tuff tuff tuff tuff tuff

(tausche t gegen p)

;-)

RE: Männer baggern wie blöde | 22.04.2013 | 16:48

also mein Verdacht ist, daß der Puffgänger und der Alltagssexist Nachbarn, Verwandte oder ein und dieselbe Person ist/sind, die die Sache mit der Penetration und Penetranz permanent und scheinbar geradezu zwanghaft ausüben (müssen).

Ein Puffgänger outet sich seltener als ein Sexist, meiner Erfahrung nach haben diese Männer ein ziemlich schwaches Selbstbewusstsein und ein wie auch immer beschädigtes Verhältnis zum Sex. zur anderen (Frauen, Homosexuelle) und damit auch zur eigenen Geschlechtlichkeit bzw. genitalen Identität (Reich)