Benes und Milosevic

Deutschland/Tschechien Eine Debatte zwischen Václav Havel und Antje Vollmer zeigt, wie Brücken der Verständigung verloren gehen können
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Die Geschichte den Historikern überlassen. Diese Selbstbeschränkung war 1997 das ebenso weise wie illusorische Credo der deutsch-tschechischen Erklärung. Illusorisch, weil Geschichte Grundlage des Selbstverständnisses der Gegenwart und Geschichtspolitik mithin Zukunftspolitik ist. Und wer könnte darauf verzichten. Prompt steht denn auch der deutsch-tschechische Konsens der Selbstbeschränkung wieder zur Disposition. Wer daran Schuld sei, darüber wird heftig gestritten. Unzweifelhaft aber ist, dass die Debatte über die sogenannten Benes-Dekrete eine gespenstische Schließung der nationalen Reihen verursacht hat. Gespenstisch und beunruhigend nicht so sehr deshalb, weil die sich jeweils "radikal" schimpfenden politischen Kräfte das rhetorische