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RE: Faktor der Unversöhnlichkeit | 29.11.2009 | 01:50

Ach, @josse,
aber genau darum geht es. Die Unversöhnlichkeit sitzt in den Vertriebenenverbänden, deren Zugehörigkeit an die nächste Generation weitergegeben wird. Ich mißtraue diesen Verbänden, weil sie in ihrer Weltanschauung immer reaktionär waren und sind. Wenn etwas Sinn machen würde, dann wäre das eine "Stiftung gegen den Krieg".
Die Vertriebenenverbände und diese Stiftung sind ein übler Mummenschanz, der offensichtlich kein Ende zu nehmen scheint. Ich habe kein Problem mit Polen, jetzt nicht und früher nicht, weil ich die Ergebnisse der Geschichte anerkenne. Das machen diese Leute nicht.
Die Väter zweier Freunde, beides Sudetendeutsche, haben sich immer geweigert in den Vertriebenenverbänden mitzumachen, weil sie keine Lust hatten sich mit ewig gestrigen auseinander zu setzen. Das ist ein Sammelbecken für CDU und Rechtswähler. Westerwelle bleibt ja gerade deshalb bei seiner Ablehnung, weil er weiß, dass ihn das keine Wählerstimmen kostet. Und was die Wahrheit anbetrifft, habe ich meine Zweifel, dass die bei Frau Steinbach gut aufgehoben ist und in diesem Zusammenhang ist das Solidaritätslied Brechts völlig unpassend.
Isch als Pälzer konn iwwer des Thäma nur sache, kommen all zu uns, bei uns in de Palz is ä am schenschte. Mer hänn jo schun die Hugenotte bei uns uffgenomme, wie´se vun de Franzmänner gemoichelt worre sinn un die sinn all do gebliwwe.
Alla, nix fer ungut.

RE: Faktor der Unversöhnlichkeit | 27.11.2009 | 17:26

Zuerst einmal bleibt festzuhalten, dass die Vertreibungen nach 1945 das Ergebnis eines verbrecherischen Krieges und der Beschlsse Siegermächte war. Es ist schon seit geraumer Zeit, vor allem seit der „real vermurksten Sozialismus“ besiegt wurde, festzustellen, dass staatstragende Historiker bemüht sind, Deutschland auf die Seite der Sieger zu verschieben. Ganz nach dem Motto, die Anderen waren ja auch „böse Buben“. In Deutschland befanden sich ja nach dem Krieg Millionen Menschen, die nicht dabei waren, von nichts gewusst haben, und gar nicht gewusst haben, dass es eine NSDAP gab. Aber mein Erinnerungsvermögen zeigt mir Bilder, auch in den Gebieten aus denen die Vertriebenen kamen, die ihrem Führer huldigten, ihm zu schrien und vor Glück Tränen in den Augen hatten. Als man das Protektorat Polen germanisierte, waren die Betten der Vertriebenen noch warm und die Tische waren noch gedeckt. Klein Erikas Vater war deutscher Besatzungssoldat und hatte dort nichts zu suchen.
Meine Mutter ist 1960 aus der DDR in die BRD übergesiedelt, nach dem mein Vater 1959 schon flüchten musste, weil er, nicht wie die familieninterne Geschichte kolportierte gegen den Sozialismus war, sondern weil er Lebensmittel verschoben und illegal verkauft hat. Er sollte von der Kriminalpolizei, nicht von der Stasi, verhaftet werden, weil man ihm auf die Spur gekommen ist. Seit ich weiß für was die DDR alles herhalten muss, bin ich etwas vorsichtiger geworden, wen
Vertriebenen- und DDR- Erlebnisse zum besten gegeben werden. Ganz zu schweigen von der Tatsache das die Braune Gründervergangenheit der BRD mittlerweile völlig ausgeklammert wird.