Hans-Werner Sinn - der letzte Keynesianer

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Man hat es ja kommen sehen:

"Mit Blick auf die gerade wieder sehr angesagten Theorien des britischen Ökonomen John Maynard Keynes sagte Sinn, er gehöre "zu den wenigen, die die keynesianische Theorie seit dreißig Jahren unterrichten" (...) "Seit 1929 hat es keine Situation gegeben, in der keynesianische Politik so zielgenau passte wie
jetzt." (Westdeutsche Zeitung, 19.02.2009).

Doch doch, Sie sehen richtig: "Sinn". Hans-Werner Sinn hat das gesagt. Der Mensch, in dessen Wirtschaftsmodell sich Angebot und Nachfrage prinzipiell die Waage halten und es daher "systematisch" gesehen auch keine Arbeitslosigkeit gibt, sondern nur zu höhe Löhne. Dessen Rat zur Überwindung der Arbeitsmarktkrise aber dennoch bei den Talkmastern, Wirtschaftsredakteuren und INSM-Reformcocktailmixern der Nation so gefragt war wie ein Aktfoto von Mme Jolie beim Stillen ihres nächsten Babys für Kai Diekmann begehrenswert wäre. Nur zum Ausdrucken, Einrahmen und In-Fünf-Jahren- Als-Partygag-Präsentieren.

Noch besser ist allerdings die Überschrift, die Herr Dr. Alexander Marinos, Ressortleiter Nachrichten/Politik bei der Westdeutschen seinem - ohne Zweifel zeitlosen - Agenturen-Scoop gab: "Sinn warnt vor weiteren Konjunkturpaketen / Bekenntnis zu Keynes".

VWL als Comedyshow? Bäumchen-Wechsel-Dich im Münchner IfO? Keine Ahnung. Dazu fällt mir nichts mehr ein. Ich kapituliere. Vor Hans-Werner Sinn.

23:32 20.02.2009
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Geschrieben von

vomsehen

kreuzberg - my god rides a skateboard
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