Wallenstein

unverstandener Sonderling
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RE: Nur noch ein Schatten | 27.09.2009 | 23:32

Man könnte fast vermuten, Steinmeier und Co. hätten den Auftrag, der SPD endgültig den Gnadenschuß zu verpassen und sie abzuwickeln. Sollte Steinmeier wirklich SPD-Fraktionschef im kommenden Bundestag werden, und damit für die Kontinuität seiner Partei in Sachen Agendapolitik sorgen, würde die SPD endgültig marginalisiert oder womöglich sogar auseinanderbrechen.

Es gab Zeiten, da hatten Wahlverlierer noch den Anstand, am selben Abend zurückzutreten und somit persönlich die Verantwortung für das Desaster zu übernehmen. Aber, was erwarten wir von den Schrödianern, Seeheimern und Netzwerkern? Sie stehen für Neoliberalismus, Egoismus und ein, gemessen an ihrem Können, völlig übersteigertes Selbstbewußtsein. Steinmeiers Verhalten fügt sich da nahtlos in die Reihe der Schröders, Clements, Hombachs, Münteferings, usw. ein.

Ganz davon abgesehen fragt man sich doch unweigerlich - Steinmeier als Oppositionsführer? Wie soll das funktionieren? Hat er denn nicht im gerade zu Ende gegangenen Wahlkampf bewiesen, daß er Opposition zu Merkel eben nicht kann? Man erinnere sich nur an das Duett vor zwei Wochen.

Was ist eine Opposition wert, die überwiegend die gleichen Ansichten (Afghanistan, Agenda 2010, HartzIV, etc.) vertritt wie die Regierung?
Genau, NICHTS!!!

RE: Lotterie mit Legitimitätsproblem | 22.09.2009 | 16:03

Was wir hier sehen, ist im Grunde nichts anderes als die offene Bankrotterklärung dieser Scheindemokratie. Mittlerweile versuchen die selbsternannten Eliten nicht einmal mehr, die scheindemokratische Fassade der ganzen Veranstaltung noch aufrecht zu erhalten. Nun sollte doch auch dem Dümmsten klar werden, daß er am 27. September eben KEINE Wahl hat.

Als realistische Optionen bleiben nur Schwarz-Geld oder die so genannte Große Koalition. Mit anderen Worten, es geht eigentlich nur noch darum, wer Außenminister und Vizekanzler unter Merkel wird. Allen verbalen Scheingefechten zum Trotz sollte doch mittlerweile klar geworden sein, daß man die politischen Unterschiede zwischen Schwarz-Geld und der GK mit der Lupe suchen muß. Die Mär vom angeblich kleineren Übel in Form der SPD ist halt nichts weiter als eine solche.

Selbst die theoretischen, aber nun ausgeschlossenen, Konstellationen der Ampel oder Jamaikas würden keine Änderung des Status Quo bedeuten. Glaubt denn nach den Erfahrungen der Jahre 1998-2005 wirklich noch jemand ernsthaft daran, daß die olivgrünen Opportunisten dieses Land friedlicher oder gar sozialer gestalten würden? Also ich definitiv nicht!

Das "kleinere Übel" heißt heute Die Linke. Die will zwar auch nur noch an diversen Stellschrauben drehen und keinen wirklichen Systemwechsel mehr, ist aber unter den etablierten Parteien die Einzige, die wenigstens noch ein bißchen Alternative darstellt.

Ergo, wirklich tiefgreifende Veränderung werden nur außerparlamentarisch zu erreichen sein. Erst wenn die Massen sich offen und öffentlich (d.h. auf der Straße) wehren, werden die selbsternannten Eliten einknicken. Wie sagte es Georg Schramm doch so treffend? "Erst wenn sie uns wieder fürchten, werden sie uns auch wieder respektieren."

RE: Den Knall nicht gehört | 08.08.2009 | 19:07

In Punkto Herdentrieb der Journalisten und SPD-Bashing haben Sie grundsätlich Recht. Der Unterschied in der Wahrnehmung rührt halt daher, daß man von CDU- und FDP-Politikern im Grunde nichts anderes erwartet. Aufgedeckte Vetternwirtschaft, Amigo-Kungeleien und Korruptionen erstaunen bei den Bürgerlichen kaum noch jemanden. Von SOZIALdemokraten erwartet man allerdings (zu Recht!) ein anderes Verhalten. Genauso wie man ja auch von Grünen erwarten darf, sich nicht an die Atomlobby zu verkaufen.