Warmduscher

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RE: Wahre Vorbilder!? | 18.07.2014 | 12:53

@Beitrag, Harm

Die Fussballnationalmannschaft gewinnt den Weltmeistertitel. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung jubelt und freut sich, einer Minderheit ist es egal.

Es gibt eine gewisse Veranlagung die Menschen dazu bringt sich durch das zu definieren dem sie entgegenstehen. Das kann aktiv geschehen, zB bei Sportlern die sich in einem Turnier messen und sich nachher dadurch bestätigt fühlen alle anderen besiegt zu haben. Der Wettkampfgedanke ist da bestimmend.

Das ganze kann sich aber auch mit übertriebenem Individualismus äußern. Und ich glaube das sehen wir hier. Die Nationalelf ist enorm beliebt, wer auf ihrer Seite steht geht in der Masse unter. Sich als Gegner der Mannschaft zu positionieren erzeugt Aufmerksamkeit und ein Gefühl von Bedeutsamkeit.

Wir wünschen uns, dass unsere Entscheidungen auf rationalen Gründen basieren. Aber das ist viel seltener der Fall als man denken sollte. Oft ist es so, dass wir eine emotionale Entscheidung treffen und danach eine Begründung suchen um sie zu rechtfertigen. Ich glaube genau das ist ihnen passiert. Mit der Masse zu schwimmen und sich zu freuen hatte keinen Reiz, aber welchen Grund kann man vorschieben um gegen die Mannschaft zu wettern?

Ah, da! Die feiern falsch! So geht das garnicht, das ist nationalistisches Gedankengut, das verdirbt die Gesellschaft! Auch wenns jetzt grad keinem schadet, auf lange Sicht is es sicher schlecht! Schaut her, ich habs gemerkt, ich gehöre zu den Mutigen die sich dem übermächtigen nationalistischen Feind entgegenstellen! Nehmt mich wahr, ich bin so einzigartig!

Klar, ich kann mich irren, aber so seh ichs. Die völlig überzogene Reaktion auf diese kleine Geste lässt sich nicht mit der Sache an sich begründen, dafür ist sie viel zu unbedeutend. Also scheint es logisch, den Grund woanders zu suchen.

RE: Du machst da weiter, wo du aufgehört hast | 10.03.2014 | 01:04

Mich hat dieser Tatort herrlich unterhalten. Aber ich bin auch in der Lage einen Film als belanglose Unterhaltung anzusehen. Für mich muss nicht alles immer große Kunst sein. Ich muss wohl ein dummer Mensch sein, es fällt mir so leicht Dinge zu mögen und Freude zu haben.

Aber Gott sei Dank, es gibt hochgebildete Menschen die mir erklären warum mein Vergnügen falsch ist.

RE: Darum braucht es Blogs | 27.02.2014 | 18:19

Für die meisten Blogger ist ihr 'Bloggerdasein' garnicht selbstgewählt. Sie sind entweder nicht teamfähig oder nicht willig sich dem Thema mit genügend Einsatz zu verschreiben. Und wenn mans allein macht gibts halt keine Qualitätskontrolle.

RE: Frage des Tages zur Homosexuellen-Politik | 10.09.2013 | 23:57

Ich finds gut, dass sich die Merkel traut, sich zumindest ansatzweise gegen die geforderten Änderungen der Adoptionspolitik zu stellen. Es ist keine Gleichstellungsdebatte, das ist völliger Unsinn. Wir haben schon alle das gleiche Recht: Wir dürfen, ungeachtet unserer sexuellen Vorlieben, einen Partner des anderen Geschlecht heiraten und so eine Familie bilden. Danach können wir dann Adoptionsanträge stellen. Das darf jeder. Die Behauptung, Schule/Lesben dürften das nicht ist glatt gelogen. Es soll hier ein neues Gesetz geschaffen werden das sagt: Familienstand is wurscht, drückt die Kinder einfach jedem in die Hand, fertig.

Ja ich weiß, ich bin ein ganz schlechter Mensch weil ich das nicht gut finde. Aber das ist mir egal. Ich habe eine klare Meinung zu dem Thema, und die entsteht nicht aus Angst oder Hass, sondern aus Sorge und Nächstenliebe. Leider ist die Mode derzeit gegen mich, aber ich hoffe das ändert sich nochmal.

Die Merkel wähl' ich trotzdem nicht, aufgrund ihrer Wirtschaftspolitik.

RE: Boston: More than a feeling | 25.04.2013 | 21:50

"Jörg Friedrich 25.04.2013 | 13:09

Ein Artikel voller kluger, billianter Sätze. Man möchte fast sagen: Jeder Satz ein Tweet."

Das klingt ja so als wäre Twitter ein Hort der Weisheit.

RE: Männer baggern wie blöde | 22.04.2013 | 10:27

"Mal abgesehen von den naheliegenden Dingen – die fehlenden Kita-Plätze, das unentschlossene Verhältnis deutscher Arbeitgeber (und Väter) zur Elternzeit, das noch immer nicht durchgesetzte Prostitutionsverbot, die Ablehnung der Frauenquote –, abgesehen also von jenen Themen, mit denen sich Deutschland heute herumschlägt und die in Schweden vor 40 Jahren geklärt wurden,[...]"

Da hab ich aufgehört zu lesen.

"die fehlenden Kita-Plätze" Wenn man wirklich nicht sexistisch ist, dann betrifft dieser Missstand beide Geschlechter gleichermaßen.

"das unentschlossene Verhältnis deutscher Arbeitgeber (und Väter) zur Elternzeit," Wenn man wirklich nicht sexistisch ist, dann betrifft dieser Missstand beide Geschlechter gleichermaßen.

"das noch immer nicht durchgesetzte Prostitutionsverbot," Wenn man wirklich nicht sexistisch ist, dann betrifft dieser Missstand beide Geschlechter gleichermaßen.

"die Ablehnung der Frauenquote" Die Frauenquote ist politischer Sexismus. Vielleicht mit guten Absichten, aber der Kern des Gesetzes besteht darin einen Menschen einem anderen aufgrund seines Geschlechts vorzuziehen. Also, Absicht hin oder her, ist es sexistisch.

Wenn der Autor sich schon so früh im Artikel selbst disqualifiziert lese ich nicht weiter.

RE: Die populistische Versuchung | 16.04.2013 | 18:25

"Dass wir objektiv die größten Profiteure der Einheitswährung, aber vor allem der derzeitigen Krise(!), sind, wird dabei wohlwissend verschwiegen."

Ich mag das 'wir' an dieser Stelle überhaupt nicht.

Die kosten der Kriese werden von unserem Staat getragen, die Gewinne von den Konzernen eingesackt. Ich glaube nicht, dass 'wir' profitieren. Besser formuliert gewesen wäre: "Viele der wenigen Profiteure der Kriese leben in Deutschland."

Der klaine Mann hat nichts von Währungsspekulationen und Aktienkursschwankungen.

RE: Auch unten ist er allein | 23.03.2013 | 11:04

Ein Link zur Webseite des Comics oder des Authors wär schön gewesen.

RE: Anwälte der Armen | 22.03.2013 | 13:18

An Elisrea:

Nein ich bin kein gläubiger Christ, ich hab mich schon in jungen Jahren von der Religion abgewendet. Allerdings bin ich dann nicht, wie viele andere, so weit gegangen die Kirche zu verabscheuen. Ich stehe ihr insgesammt recht neutral gegenüber. Und theologisch gebildet bin ich auch nicht.

Ich kann und will mich nicht darum streiten wer in welchem Vers was gesagt und wie gemeint hat. Ich sehe nur die Kirche von heute und beurteile ihr jetziges Verhalten. Ich halte es auch für unfair, die gegenwärtige Kirche zu zwingen sich für alles zu rechtfertigen was irgendwann mal vor Jahrhunderten passiert ist. Man, wenn ich diesen Anspruch an mich selbst richten würde, dann müsste ich ja vor jedem Russen, Polen, Franzosen und Juden den ich auf der Straße sehe auf die Knie fallen und ihn um Vergebung für die Naziverbrechen bitten, nur weil ich Deutscher bin.

Ja sicher hinkt der Vergleich, weil die Religionen ihre Legitimation von einem Gott beziehen dessen letzte öffentliche Betätigung schon sehr lange zurück liegt, daher sind sie natürlich in der Vergangenheit verwurzelt. Aber, und legt mir das jetzt nicht als Islamfeindlichkeit aus oder son Quatsch, mir ist das Christentum im Vergleich mit den anderen Weltreligionen noch recht sympatisch, grade weil es sich im Laufe der Zeit ändern und Anpassen konnte. Na klar sind viele alte Ansichten bis heute fest verankert, aber immerhin findet eine Auseinandersetzung mit der Welt statt und es gibt Veränderung, auch wenns vielen zu langsam geht.

Zur Trennung von Staat und Kirche im Allgemeinen: 100% dafür! ist ja genau mein Punkt. Natürlich gibt es ein paar althergebrachte Strukturen, deren Auflösung etwas Zeit benötigen kann. Das kann ich aber verstehen. Da ist mir Gedulg dann aber auch lieber als 'wie die Axt im Walde' alles abzureissen ohne Rücksicht auf Verluste.

Die Sache mit der Trennung speziell im Vatikan: Das find' ich einfach unerheblich. Der Vatikan ist so winzig, da gibts Konzernzentralen und Fertigungsanlagen die sind um ein Vielfaches größer. Das ist den Trubel echt nicht wert. Den paar Leuten die dort leben ist es recht so, da gibts keine geknechteten Bauern zu befreien oder sowas.

Dann zu ihrem Punkt die Kirche sei durch ihre Lehre zum Handeln verpflichtet:

Da sehe ich eine kleine aber entscheidende Ungenauigkeit. Nicht die Kirche (allein) ist in der Pflicht, sondern die Christen. Die Kirche ist dafür da ihnen das bewusst zu machen. Die Priester haben ihren Teil getan, wenn sie den Gläubigen zeigen welche Moral der Glaube vorgibt. Wenn die Menschen sich dann entscheiden das zu ignorieren, seis drum. Beim nächsten mal besser predigen.

Im Bezug auf Unrechtsstaaten würde das dann bedeuten, dass die Kirche ruhig sagen soll 'Wir lehnen dieses System ab weil es gegen unsere Glaubenssätze verstößt', aber sie sollte nicht selbst handeln. Diese Entscheidung sollte den Gläubigen überlassen werden.

Wenn jetzt im Einzelfall ein Priester in eine Situation kommt in der er ganz persönlich, unabhängig von seiner Stellung, zum Handeln gezwungen wird ist das natürlich in Ordnung.

Ich hoffe das macht meine Position deutlicher.

RE: Was hat er denn? | 22.03.2013 | 08:36

"Offen bleibt, ob diese Gruppe eine konkrete demokratische Vision teilt, die über ein diffuses Mehr an Basisbeteiligung hinausgeht."

Ich find' diese Forderung völlig gerechtfertigt.

Der Artikel übersieht völlig die Ursache und wun dert sich, dass er die Wirkung nicht begreift.

Die politische Kaste ist völlig außer Rand und Band. Wenn die Lobbyisten sie dann mal wieder zu einem Irrsinnsprojekt angestiftet haben protestieren die Bürger an einem Ort der ihnen angemessen scheint. Also zB dort wo das Projekt seine Wirkung entfaltet, am Firmensitz der Profiteure oder am Reichtag oder so auch immer.

Der Artikel behauptet nun, es gäbe keine klare Forderung und es handle sich nur um über die Republik verstreute Schreihälse. Und das nur, weil der spezifische Anlass die Kritik vorzutragen sich von Fall zu Fall unterscheidet.

Ok, ein Tropfen bringt das Fass zum überlaufen. Und der Author befasst sich mit dem Tropfen, statt zu fragen warum das Fass voll ist...