Groko-Kabinett - ab jetzt wird durchregiert

Demokratie ade Gabriel auf dem Höhepunkt der Macht. Merkel spielt "Bäumchen wechsel Dich". Die Opposition ist marginalisiert.
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Mit dieser Mannschaft präsentiert sich das Kabinett:

Merkel (CDU): Bundeskanzlerin. Ihr ist es völlig egal, wer unter der mächtigsten Frau der Welt Ministerin oder Minister wird.

Gabriel (SPD): Vizekanzler und zuständig für Wirtschaft und Energie. Beides kann er nicht. Das Peter-Prinzip lässt grüßen. Demnach hat Sigmar Gabriel die höchste Stufe der Unfähigkeit erreicht.

Altmaier (CDU): Der neue Kanzleramtschef, nachdem das Umweltministerium bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wird. Pofalla ist offensichtlich in Ungnade gefallen. Dabei wollte er doch nur ein abhörsicheres Handy für seine Chefin beschaffen. Jetzt bleibt für ihn nur zu hoffen, dass er ein „warmes“ Plätzchen in der Wirtschaft erhält.

Schäuble (CDU): Finanzen. Der Alte ist auch der Neue. Immer, wenn sich etwas nach Merkels Duktus als alternativlos darstellt, kommt der Finanzminister auf den Plan und erklärt uns allen, dass es auch wirklich so ist.

Steinmeier (SPD): Auswärtiges Amt. Der Flieger ist jetzt sein neues zu Hause. Ab und zu kehrt er nach Deutschland zurück und erklärt der erstaunten Öffentlichkeit, warum Deutschland gerade wegen seiner Agenda 2010-Politik so erfolgreich auf der Welt ist. Dennoch wird er in der Beliebtheitsskala der Deutschen ganz weit oben liegen.

De Maizière (CDU): Innenressort. Er ist der Rückkehrer, weil Friedrich als Innenminister nicht mehr haltbar war und weil de Maizières Ruf wegen der Drohnenaffäre als beschädigt galt. Als Minister seiner Couleur gilt die Devise "Das verbrannte Land schleunigst verlassen und ein neues Weideland mit saftigen Wiesen aufsuchen."

Von der Leyen (CDU): Vereidigung. Die erste Frau in diesem Amt. Damit wurde ein eindeutiger Abstieg, zumindest nach außen, verhindert. Dennoch gilt das Verteidigungsministerium als vermintes Terrain. Ich bin ja gespannt, wie sich Frau Verteidigungsministerin im Kampfanzug präsentiert.

Nahles (SPD): Arbeit + Soziales. Sie hat sich wirklich nach oben gebissen, im wahrsten Sinne des Wortes sozusagen. Sie wird nach dem Wechsel von der Leyens in das Verteidigungsministerium auch die Rentenpolitik weiter bestimmen.

Gröhe (CDU): Gesundheit. Da hat er als Generalsekretär der CDU gerade noch mal die Kurve gekriegt. Die Pharmaunternehmen wird es freuen. Sie können sich sicher sein, dass ihre Parteispenden gut angelegt sind.

Dobrinth (CSU): Verkehr + digitale Infrastruktur. Warum nicht auch noch Minister für Heimatschutz? Er komplettiert das „Trio Infernal“ der CSU in Berlin. Als Statthalter von Seehofer passt er auf, dass an Ministerpräsident Seehofer nichts vorbei läuft. Dabei fällt mir der Refrain von Grönemeyer ein „Womit hab ich das verdient, dass der mich so ……. angrient“. Er wird die PKW-Maut für Ausländer klammheimlich beerdigen, die sein Vorgänger Ramsauer nicht auf die Reihe gebracht hat.

Schwesig (SPD): Familie, Jugend, Frauen + Senioren. Ich bleibe dabei, schlimmer als mit Frau Schröder kann es nicht kommen.

Friedrich (CSU): Landwirtschaft + Ernährung. Er hatte die Wahl zwischen diesem Ministerium und dem Ministerium für Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Friedrich ist auf jeder Position peinlich. Friedrich musste als Franke einen Ministerposten erhalten. Auch in diesem Ministerium wird er seine Spuren hinterlassen, die überwiegend inkompetenter Natur sind.

Maas (SPD): Justiz + Verbraucherschutz. Der Gegenspieler von Dobrinth, wenn es um den Datenschutz geht, obwohl ich meine Zweifel habe, ob hier so viel Gegenwehr zu erwarten ist. Der Saarländer hat es ins Kabinett geschafft. Eine echte Überraschung, die zeigt, dass die SPD auf die Linkspartei zugehen will. Lafontaine lacht sich einen Ast ab.

Hendricks (SPD): Umwelt + Städtebau. Die amtierende Schatzmeisterin der SPD und ehemalige Staatssekretärin im Finanzministerium ist die Vertraute von Hannelore Kraft. Sie sorgt dafür, dass die Energiewende weithin kohlebefeuert bleibt. Ihre Spielwiese wird die energetische Gebäudesanierung sein.

Wanka (CDU): Bildung u. Forschung. So farblos wie ihre Vorgängerin. Bildung bleibt weiterhin Ländersache. Ja und die Forschung? Die überlässt die Merkel-Regierung der Wirtschaft. Die Subventionsmilliarden werden klientelbezogen verteilt, wobei die Parteien peinlich darauf achten werden, dass keine Seite zu kurz kommt.

Müller (CSU): Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Bisheriger Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium. Vorname Gerd, aber nicht zu verwechseln mit dem Bomber der Nation. Ramsauer wurde abgestraft, weil er bei der PKW-Maut für Ausländer gepfuscht hat. Gerd Müller ist der Nutznießer.


Die SPD-Basis hat erwartungsgemäß dem Koalitionsvertrag mit überwältigender Mehrheit zugestimmt. Ab jetzt wird Deutschland verwaltet und nicht regiert. CDU und SPD werden sich misstrauisch beäugen und die CSU wird das „enfant terrible“ sein. Der neue Volkstribun Seehofer wird je nach Gemengelage einmal den Daumen nach oben heben oder nach unten senken. Die Verwaltungsratsvorsitzende Merkel erfreut sich weiterhin größter Beliebtheit, also worüber beklagen wir uns? Über einen Verfall der Demokratie, doch nicht wirklich!


18:05 15.12.2013
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