„Obelix“ zieht es nach Russland

Steuerflucht Gerard Depardieu hat genug von Frankreich. Zu hohe Steuern und überhaupt. Ihn zieht es nach Russland. Bei uns ist er willkommen, sagt Präsident Putin.
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Wenn ein solch bekannter Kinostar wie Depardieu Frankreich verlässt, lässt sich Putin ein solches Medienereignis nicht entgehen. Putin begrüßt seinen neuen Mitbürger auf einer Datscha in der Nähe von St. Petersburg.

Putin: Gerard, mein lieber Freund, was willst Du trinken?

Depardieu: Hast Du einen Wodka da?

Putin: Aber sicher, gute Freunde werden bei uns immer gebührend begrüßt, mein lieber Gerard. Ich habe schon befürchtet, Du bevorzugst französischen Cognac.

Depardieu: Wie kommst Du denn darauf, ich weiß natürlich, was ich meiner neuen Heimat schuldig bin. In Frankreich könnte ich mir den Cognac, den ich normalerweise trinke, sowieso nicht mehr leisten.

Putin: Ich habe eine Spezialanfertigung für Dich, eigens gebrannt für special guests. Meine Hausmarke sozusagen. Er nennt sich Absolut Wodka Premium Putin. Aber sag mal, der Hollande, dieser Sozialist, hat doch nicht mehr alle seine sechs Sinne beisammen.

Depardieu: Du sagst es, mein lieber Wladimir. Jetzt sollen solche Personen wie ich, die sich um Frankreich unendlich verdient gemacht haben, auch noch 75% Steuern bezahlen. Das hat der Verfassungsrat zwar zunächst gestoppt, aber solange dieser Robespierre im Elyséepalast sitzt, traue ich dem alles zu.

Putin: Solche Steuersätze grenzen ja an Diebstahl von privatem Eigentum. In Russland bezahlst Du gerade mal 13% Einkommensteuer.

Depardieu: Das sind ja geradezu paradiesische Verhältnisse. Da lässt es sich gut leben, wie Gott in Frankreich sozusagen.

Putin: Weißt Du mein lieber Gerard, wir brauchen keine so hohen Steuereinnahmen wie ihr in Frankreich. Uns gehört ja die Gazprom, so dass die gesamten Einnahmen aus der Öl- und Gasproduktion direkt in die Staatskasse fließen.

Depardieu: Ja, das war sehr weise von Dir, mein lieber Wladimir, Dir diese wichtige Einnahmequelle wieder zurückzuholen, die der Jelzin für ein paar lächerliche Rubel an den Chodorkowski verscherbelt hat.

Putin: Du hast Dich wohl schon etwas über mich informiert, mein lieber Gerard. Ich gehe immer den direkten Weg und auf die Justiz in Russland kann ich mich verlassen. Schließlich kenne ich die meisten noch persönlich aus meiner Zeit als Geheimdienstoffizier.

Depardieu: Da gebe ich Dir völlig recht. Aber sag mal, mein lieber Wladimir, müssen denn diese harten Strafen für die Pussy Riot Mitglieder wirklich sein. Mir blutet das Herz, wenn ich mir vorstelle, dass sie in einem Straflager dafür büßen sollen.

Putin: Ich rate Dir, halte Dich da raus. Im Übrigen wurde ein Bandmitglied bereits auf freien Fuß gesetzt, was ich ohnehin nicht so ganz verstanden habe. Ich bin mir mit dem Patriarchen von Moskau einig, dass wir ein solches Verhalten nicht durchgehen lassen können.

Depardieu: Ich will Dir ein Geheimnis anvertrauen, mein lieber Wladimir.

Putin: Bei mir sind Geheimnisse gut aufgehoben, mein lieber Gerard.

Depardieu: Ich hatte schon immer eine heimliche Schwäche für Russland. Dieses wunderschöne Land, diese unendliche Weite, die Schriftsteller, die Menschen mit ihrer Herzlichkeit und Wärme und fast hätte ich es vergessen, diese Frauen, eine Augenweide sage ich Dir.

Putin: Ja, unser Land hat einiges zu bieten – seit ich es regiere. Aber dass Du mir keine Schande machst, mein lieber Gerard. Deinen opulenten Lebensstil kannst Du zwar beibehalten, aber Du musst auch wissen, wo die Grenzen sind.

Depardieu: Schaut etwas verdutzt. Ich habe noch eine Überraschung für Dich mein lieber Wladimir.

Putin: Jetzt bin ich aber wirklich gespannt.

Depardieu: Es ist ein neuer Film aus der Asterix-Serie geplant, mit mir als Obelix natürlich. Du könntest den Part des Asterix übernehmen. Ist das nicht eine tolle Idee?

Putin: Schaut leicht verärgert. Ich bin doch keine Witzfigur, sondern ich bin der legitime Nachfolger von Zar Peter dem Großen und wenn Du nicht aufpasst, kann ich auch schnell zu Iwan dem Schrecklichen werden.

Depardieu: Mon Dieu, mein lieber Wladimir, so war das doch nicht gemeint.

Putin: Generell bin ich an einem Filmstoff nicht uninteressiert. Aber das Drehbuch muss zum mir passen, mir quasi auf den Leib geschneidert sein, wo ich beispielsweise hoch zu Ross - mit freiem Oberkörper natürlich - das russische Weltreich begründe oder Russland vor der chinesischen Invasion bewahre.

Depardieu: Jetzt habe ich Dich richtig verstanden, mein lieber Wladimir. Ich werde sehen, was ich tun kann. Aber eines sage ich Dir gleich, den Überfall Napoleons auf Russland und seine schreckliche Niederlage werde ich nicht verfilmen.

Putin: Einverstanden. Wer will denn schon ein brennendes Moskau sehen. Nastrovje, mein lieber Gerard. Willkommen in Russland. Morgen bekommst Du Deinen Pass, befristet zunächst auf ein Jahr. Dann sehen wir weiter.

09:47 05.01.2013
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Geschrieben von

blog1

i sog nix
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