SPD - Wahlkampfvorbereitungen

Realsatire Im Willy Brandt Haus treffen sich Steinbrück, Gabriel, Nahles und Oppermann, um die künftige Wahlkampfstrategie der SPD festzulegen. Es herrscht eine Bombenstimmung.
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Steinbrück: Also dass muss man dem Obama lassen. Wahlkampf kann er. Sein erstes Fernsehduell war zwar etwas schwach, dafür war sein Endspurt umso besser.

Nahles: Wir sind nicht in den USA sondern in Deutschland. Bei uns läuft das anders, lieber Peer. Und der Hurricane Sandy hat Barack mächtig geholfen.

Gabriel: So ein Schuss Personalisierung kann aber nicht schaden. Wir müssen unseren Kanzlerkandidaten vermarkten, als Gegenmodell zu der zögerlichen Kanzlerin aus der Uckermark positionieren.

Oppermann: Genau Sigmar. Hier das Provinzielle, da der Weltmann aus Hamburg. Wir brauchen noch einen Wahlslogan: Peer Steinbrück - klare Kante. Der Mann von der Waterkant, wortgewandt, im Sturm erprobt, immer einen guten Spruch auf den Lippen. Nicht umsonst, lieber Peer, bist du als Redner so beliebt.

Steinbrück: Und Schach spielen kann ich auch, wen ich den richtigen Gegner habe. Habt ihr eigentlich mitbekommen, was der Clinton die letzten Jahre verdient hat. Sage und schreibe 60 Millionen Dollar, dagegen bin ich doch wahrlich ein Waisenknabe.

Nahles: Ja, das macht eben den Unterschied. Clinton war zunächst Präsident und dann hat er abkassiert. Bei Dir verhält sich das wohl anders.

Gabriel: Jedenfalls ist die Angelegenheit jetzt mit der Offenlegung der Zahlen aus der Welt geräumt. Jetzt sind die vom Regierungslager unter Zugzwang. Eine Lachpille ist das von der Opposition vorgeschlagene 10-Stufen-Modell. Wir werden die Opposition vor uns hertreiben wie ein Herde Schafe.

Nahles: Fragt sich nur, wer ist der böse Wolf, lieber Sigmar?

Oppermann: Genau, wir können uns also in Ruhe unseren eigentlichen Aufgaben zuwenden. Wir sollten eine Vermarkungsstrategie durch eine professionelle Marketingagentur entwerfen lassen.

Nahles: Sie ist kurz davor, zu platzen. Was soll das denn. Der Wahlkampf wurde immer vom Generalsekretär geleitet und organisiert. Das wird auch so bleiben.

Gabriel: Reg dich doch nicht auf. Es geht doch ausschließlich um unterstützende Maßnahmen im Sinne einer konzeptionellen Vermarktungsstrategie, die selbstverständlich unter deiner Leitung organisiert und umgesetzt wird, liebe Andrea.

Steinbrück: in der Sache zugespitzt, von bissigem Humor geprägt, frisch von der Leber weg, muss der Wahlkampf geführt werden. Ich werde der Merkel in die …… treten, na ihr wisst schon. Ich möchte immer einen Schritt voraus sein, ganz egal, was sie unternimmt.

Oppermann: Also Merkel der Hase und Peer der Igel. Das könnte klappen.

Nahles: Ich weiß nicht, ob diese Rechnung aufgeht. Merkel regiert präsidial, sie kann nicht gestellt werden. Ganz egal was passiert, ich habe sie noch nie mit heraushängender Zunge erlebt.

Gabriel: Dann nehmen wir uns eben ihr Kabinett vor. Das sind doch bis auf 2-3 Figuren lauter Pappnasen, unfähig ein Ministeramt auszufüllen.

Steinbrück: Man muss sich das einmal vorstellen. Tausche Betreuungsgeld gegen Praxisgebühr, der Ramsauer bekommt schlappe 700 Millionen mehr für den Straßenbau und fertig ist das Regierungsprogramm für das letzte Regierungsjahr.

Nahles: Also werden wir die Trutzburg Merkel sturmreif schießen. Dazu gehört aber auch, dass Du, lieber Sigmar dafür sorgst, dass im Bundesrat keine zustimmungsbedürftigen Gesetze von unserer Bundesratsmehrheit abgesegnet werden, es sei denn, wir können nicht anders.

Oppermann: Das ist ein sehr guter Vorschlag, Andrea.

Steinbrück: Na also geht doch, liebe Andrea. Den Rest besorge ich. Das hätte ich beinahe vergessen. Bei deinen guten Beziehungen zum linken Flügel der SPD, liebe Andrea, sorgst Du dafür, dass ich die nötige Beinfreiheit erhalte. Von dort kann ich nun wirklich keine Querschüsse gebrauchen.

Gabriel: Nach 8 Jahren Kanzlerabstinenz wollen doch alle, dass die SPD wieder den Kanzler stellt. Wir sagte Müntefering so treffend: „Opposition ist Mist“.

Steinbrück: Glück auf, liebe Genossen.

Gabriel, Nahles, Oppermann: Schauen sich gegenseitig an und denken so bei sich „Der Steinbrück ist lernfähig.“

17:24 10.11.2012
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