Memoiren eines Münsterländer Mastschweins

Rezension Ein Schwein zieht los, um Literat zu werden und die Sprache zu Fall zu bringen. Jürgen Buchmanns amüsante Erzählung erschien 2012 im freiraum-verlag Greifswald.
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Der freiraum-verlag hat 2012 Jürgen Buchmanns "Memoiren eines Münsterländer Mastschweins" veröffentlicht, die der Autor dem Finanzamt Bielefeld-Innenstadt gewidmet hat, "der einzigen Bielefelder Kultur-Institution", die auf sein Buch aufmerksam geworden sei. Das erfährt der Leser gleich nach Lesen des alliterierendn Titels, der ja wunderlich genug ist.

Der Beginn des 1. Kapitels macht gespannt. Nach zaghaften rhetorischen Fragen wird das Anbliegen des Buches geannt: "Ich werde ein Schwein in aller Naturtreue zeigen, und dieses Schwein werde ich selbst sein. Ich allein." also handelt es sich wirklich um Memoiren? Eine Autobiographie?

Bei einmal in diese Richtung gewandter Aufmerksamkeit können die biographischen Angaben zum Autor am Schluss des büchleins durchaus zum unterhaltsam und witzig erzählten Inhalt passen. Das "Münsterländer Mastschwein" denkt über "die Gesetzte, die das Wort regieren", nach und fasst "den Entschluss Literat zu werden, um das Wort zu Fall zu bringen." Letzteres gesperrt gedruckt! Was soll das denn bedeuten? Der Leser verfolgt mit anhaltendem Interesse die Abenteuer des Münsterländer Mastschweins, erfreut sich an der Sprache und amüsiert sich köstlich bis zu den letzten zwei Seiten, die, vom Autor selbst vorgelesen, allerdings das wahre Vergnügen sind.

Jürgen Buchmann: Memoiren eines Münsterländer Mastschweins

54 Seiten; 14,8 x 21 cm;

12,95 Euro;

ISBN: 978-3-943672-00-8

auch als E-Book erhältlich

aKi
17:21 25.10.2012
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Geschrieben von

Wasser-Prawda

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