RE: Es sind doch nur Sternchen | 23.02.2019 | 13:41

//Bei Menschen, die damit tatsächliche Schwierigkeiten haben, also barrierefreie bzw. leichte Texte benötigen, ist das selbstverständlich etwas anderes//

Das ist auch so ein Punkt, der eigentlich die ganze Kampagne für das Gendern ad absurdum führt. Denn es gibt ja gleichzeitig eine Kampagne für Leichte Sprache. Doch dass das Gendersternchen nun wirklich nicht zum leichteren Textverständnis beiträgt, sehen Sie ja sogar selber ein. Beide Kampagnen sind also absolut unvereinbar und werden doch von denselben gesellschaftlichen Gruppen vorangetrieben.

Ich denke, die Sprache bietet viele Möglichkeiten, Texte erstens allgemeinverständlich und zweitens so zu formulieren, dass alle sich angesprochen fühlen, ohne dabei Ungetüme wie "Fußgehende" oder "kompositionstätige Person" zu verwenden.

Viele Verfechterinnen und Verfechter des Genderns vertreten ihren Standpunkt mit einer Radikalität (da nehme ich Sie jetzt aus, Herr Rosenzweig), die befürchten lässt, dass sie irgendwann auch vor der Literatur nicht mehr halt machen. Dass Verlage unter Druck gesetzt werden, Autoren, die sich dem Gendern verweigern, nicht mehr zu publizieren.

Das Kommunistische Manifest in Leichter Sprache gibt es schon.