RE: „Verstehe einer die SPD“ | 23.02.2014 | 14:20

"Politiker leben davon, auf uns wie Profis zu wirken"

Es mutet schon sehr schizophren an, wie sich die SPD einserseits vom Erbe Willy Brandts nicht befreien kann und will und nach "Typen" in der Politik giert, zugleich aber einer Führungsriege folgt, die durchweg aus Politikprofis ohne Profil besteht.

Das gegenwärtige Unvermögen Oppermanns, Fehler in der Edathy-Affäre einzugestehen, zeigt sinnbildlich wie die SPD die Intelligenz ihrer politischen Beobachter anzweifelt und beleidigt.

RE: Auftrag Weltmacht | 07.02.2014 | 08:57

Wie kann man eigentlich noch gegen diese Politik argumentieren? Der ständige Verweis auf die Verantwortung aktiviert ein moralisches Bewusstsein. So leicht kann man Politik legitimieren. Diese Entwicklung nahm 2004 mit dem Konzept der Responsibility to Protect ihren Anfang und führte zum Aufstieg einer Legitimitätspolitik durch die Vermengung moralischer und rechtlicher Gebote. Wer sich wehrt handelt im wahrsten Sinne verantwortungslos und amoralisch.

RE: Der Sound der neuen deutschen Außenpolitik | 04.02.2014 | 16:20

Nicht Kanzler Schröder führte das Leitmotiv des ordnungspolitischen Interventionismus ein. Ruanda und Kosovo, später der Irakeinsatz der USA veranlassten die Vereinten Nationen den völkerrechtlichen Konflikt zwischen Staatssouveränität und Menschenrechtsschutz durch die Schutzverantwortung (Responsibility to Protect) scheinbar aufzuheben. Das öffnet Tür und Tor für die wertebasierte Ordnungspolitik der USA, der nun auch Deutschland auf den Leim zu gehen scheint. Und das alles im Namen eines globalen Verantwortunggefühls.

RE: Dieser Mut ist absolut männlich? | 12.12.2013 | 19:35

zu 1: bitte auf die Rhetorik achten http://mundpropaganda.gq.de/

zu 2: Das trifft auf die von mir angeführten Pseudo-Anti-Rassismus ebenso zu. Das macht die Sache jedoch nicht besser. Denn nochmal weder Homosexualität noch Hautfarbe ist hier das Problem, das Problem ist die Stilisierung des "Anderen".

zu 3: Beides sind Inszenierungen, die die Lebensituation der Abgebildeten darstellen sollen. So what?

RE: Dieser Mut ist absolut männlich? | 12.12.2013 | 17:34

Ich versuche es einmal auf ein anderes Thema zu übertragen:

Wäre Menschen, die aufgrund ihrer Hautfarbe von Diskriminierung betroffen sind damit geholfen, wenn sich weiße Prominente schwarz anmalen und einen Ghettoblaster auf der Schulter tragen? Ist das dann Solidarität? Würde die PoC-Community aufschreien vor Glück? Ich bin überzeugt, nein!

RE: Ins Freie | 15.11.2013 | 08:57

Mir gefällt diese Kritik an der Ignoranz der alten weißen Garde der Politik. Aber ich befürchte, das Problem ist viel grundsätzlicher. In Online-Aktivismus (beinhaltet alles von Schutz der Privatsphäre bishin zur Forderung nach mehr Demokratie) und Offline-Politik treffen zwei unvereinbare Codes aufeinander, die niemals vereinbar sein werden. Es geht um Macht.

RE: Allein zu Haus | 07.11.2013 | 11:24

"Wer sich gegen ein Asyl für Snowden wendet, heißt damit automatisch die Überwachung der deutschen Bundeskanzlerin durch einen ausländischen Dienst gut."

Und vermutlich kann sich die US-Regierung genau darauf verlassen, denn auch den enttäuschten Freunden scheint eine Konfrontation mit den USA zu heikel. Der Snowden-Effekt wird abklingen und die USA lernt daraus: Sicherheitspolitik ist Auslegungssache.

RE: Die Chance der Handy-Affäre | 25.10.2013 | 06:20

Im Grunde zeigen die NSA-Skandale doch nur, wie staatliche Souveränität der normativen Hegemonie der USA zum Opfer gefallen ist. Die USA verteidigen sich nur selbst, durch Interventionen auf fremden Territorium, durch Drohnenangriffe in Pakistan und Lauschangriffe in Europa. https://www.freitag.de/autoren/weilmeldung/normative-hegemonie

RE: Habermas, Raab und Augstein im Gespräch | 20.02.2013 | 15:56

Anliegen dieses (und jetzt nochmal für Alle: Das Gespräch ist ein Fake) Artikels war nicht die Unsinnigkeit des TV-Talks anzuprangern, sondern ihr Argument gegen Stefan Raab mit ihrer eigenen Methode, dem Verweis auf Jürgen Habermas, zu entkräften. Ich zähle mich weder zu Politikfeinden, noch zu den resignierten Postdemokraten. Worauf ich hier aufmerksam machen wollte, ist das fadenscheinige Argument, die Politik müsse vor mutmaßlich weniger intellektuellen Seitenhieben Raabs geschützt werden. Das ist weder deliberativ noch demokratisch, sondern elitärer Blödsinn.

RE: Atommacht Israel – und Deutschland hilft | 09.06.2012 | 09:34

Schande in diesem Land ist offensichtlich nicht die Lieferung von Atom-Ubooten an Israel sondern ein Gedicht darüber zu schreiben!