RE: Die abgeworfenen Worte | 21.01.2020 | 12:16

Ja, ich bekenne mich auch ganz unverblümt zum Idealismus. Ein bißchen off topic, aber Michael Jäger spricht ja die Ebene der ästhetischen Bewertung neuer Musik an, und so sind wir auf diese Debatte gekommen:

Ich denke, daß wir alle im Beurteilen von Musik, neuer wie alter, von intuitiven, stark emotionalen Einordnungen ausgehen, manche bleiben dabei stehen, andere bearbeiten, verarbeiten die Intuitionen kognitiv. Da für mich die Intuition eine Zwischenstufe zwischen Emotion und Kognition darstellt, gehe ich davon aus, daß in ihr immer schon kognitive Ordnung steckt wie auch vorbewußte bewertete Lebenseinstellung (zB unser „Temperament“). Ich denke also, daß wir alle letztendlich und vor allem Schönheit unmittelbar hören, oder anders ausgedrückt, objektive akustische Wahrnehmungen auf ein sozial vermitteltes, individuell adaptiertes und dann akkommodierendes ästhetisches Weltbild/Weltmodell herunterbrechen. Dem folgt eine kognitive Einordnung, man könnte einwenden, daß solche Schönheitswahrnehmung bloß rationalisiert wird. Das ist jedoch schon deswegen falsch, weil auch die unmittelbare Wahrnehmung schon auf geprägte Strukturen trifft. Es gibt kein rein objektives Hören, oder richtiger, alles Hören ist Prägung, die alles spätere Hören präformiert. Diese Dialektik findet statt, nur in unterschiedlichen Graden der Bewußtheit.

So nehme ich Schönheit wahr und verändere reflektierend meinen kognitiven Maßstab und meine Wahrnehmung. Ich nehme, und ich meine, man kann hier auch sagen: man nimmt Schönheit wahr und versucht, sie kognitiv, und wo das nicht gelingt, wenigstens emotional zu beschreiben/explizieren. Jeder hat also sein eigenes ästhetisches Maß, das das gesellschaftlich vorherrschende individuell modifiziert. Das kann zu extrem auseinanderliegenden Urteilen führen, kognitiv sollte man sich über die Maßstäbe verständigen und zu einer Bewertung der Maßstäbe gelangen können.

Die hier beschriebene Dialektik entspricht der allgemeinen der Konstitution und Kommunikation von Sinn.

RE: Ausgelöschte Frauen | 20.01.2020 | 15:09

Ich sage es hier noch einmal: der Fehler der Kurdinnen und Kurden ist ihr Maximalismus, der realpolitisch nicht durchsetzbar ist. Man muß zu einer vernünftigen Bündnispolitik fähig sein, wenn man nicht in einer Position der Stärke ist. Das Bündnis mit den Amerikanern war falsch oder naiv, allein schon, weil die Türkei der mächtigste und unerbittlichste Gegner ist und als wichtiger Natostaat keinen schmerzhaften Gegendruck von Amerika befürchten muß, und weil die kurdische Autonomie, gar Eigenstaatlichkeit sich nicht mit den Eigeninteressen der USA überschneidet, und wann hätten die USA jemals etwas absolut Selbstloses getan? Es wäre vernünftig gewesen, sich in der Schwächephase des Assadregimes mit der Konzeption einer weitreichenden Autonomie, aber dem Verbleib in den vorliegenden Ländergrenzen zu begnügen, und eben auf den pluralistischen Säkularismus des Assadlagers zu setzen. In dem patriotischen Bekenntnis zu Syrien wäre man vor dem türkischen Einmarsch sicher gewesen, die russische Schutzmacht wäre automatisch aufseiten der Kurden gewesen. Und man hätte die sozial-emanzipative Komponente des Säkularismus gestärkt. Das große Unglück der wenig entwickelten Länder ist, daß mit dem Sieg des Kapitalismus über den Realsozialismus die soziale Frage marginalisiert wurde. Ohne die Repolitisierung des Sozialen gibt es keine Verbesserungsperspektive. Die vorbildliche kurdische Selbstorganisation müßte zum Bestandteil einer nationalen Solidarisierung werden, die dem religiösen Fanatismus den Boden entzieht.

RE: Keine Superhelden | 20.01.2020 | 12:53

Wie im Vorkommentar gesagt, denke ich, das Problem liegt tiefer. Die Ersetzung des Individualhelden durch den Kollektivhelden ist nicht hinreichend, folgt immer noch dem vormodernen Paradigma der Heldenerzählung. Aber wir leben in postheroischen Zeiten, so trefflich formuliert in dem Aphorismus „Wohl dem Land, das keine Helden braucht“.

RE: Keine Superhelden | 20.01.2020 | 12:51

Ja, die Infantilisierung unserer Gesellschaft ist so selbstverständlich wie unbegreiflich. Der Schrott der Blockbuster ist wohl der säkularisierte Religionsersatz. Der Fortschritt besteht darin, daß die Fiktionalität durchaus begriffen wird, aber nicht, was die psychische Basis der Leidenschaft, der Sucht nach dieser Form der Wunscherfüllung ist.

Was läuft schief? Es beginnt mit den Märchen für Kinder, die aufbauend und zumutend sein müssen, und in einer guten Märchensammlung auch beides sind. Daß die Helden die Schurken, die Helden des Bösen, insgesamt übertrumpfen, ist noch nicht verkehrt, nur muß es auch das Gegenteil geben, die schrecklichen Märchen, neben der Utopie die Dystopie, neben dem Lob des Heldischen die Empathie mit dem Schwachen, neben der Erzählung vom heroischen Subjekt die Kraft der solidarischen Gemeinschaft, der man sich vertrauensvoll überlassen kann. Das freilich kann man heute kaum noch erzählen, weil es so weit weg ist von der gesellschaftlichen Realität. Daher kann man wohl nur wirkungslos gegen den Quatsch der Blockbuster Sturm laufen. Er ist das Opium, ohne das es nicht geht.

RE: Die abgeworfenen Worte | 20.01.2020 | 11:28

Wir stimmen weitgehend überein. Nur möchte ich feststellen, daß man Adornos Kriterium des Materialstands nicht positivieren darf*. Natürlich gehören die Verfügbarkeit von Spieltechniken und die vielfältigen neuen Möglichkeiten der Klangerzeugung dazu, aber es ist ja gerade die Fixierung auf das Material, das „alles ist möglich, nichts ist notwendig“, das den Kern der Krise der Neuen Musik ausmacht, wo sie die Dialektik von Form und Inhalt verloren hat. Es muß die Reibung und die gegenseitige Durchdringung von Form und Inhalt geben, sonst wird der Fortschrittsbegriff leer.

Auch in Anschluß an meinen Vorkommentar möchte ich auf den sinngemäßen Ausspruch Schönbergs verweisen, daß eine Musik durch den Einsatz der Methode der Dodekaphonie keine bessere Musik wird, sie erleichtert allenfalls dem Komponisten, zu vermeiden, im Atonalen schlechte Musik zu schreiben. Auch barocke Musik ist nicht gut durch die Einhaltung der formalen Regel des Musiksetzens, und die Musik gewinnt, wo sie aufgrund eines stimmigen, komplexeren Regelsystems systematisch die alten Regeln mißachtet.

* Im Grunde ist Adornos Kriterium nicht falsch geworden, sondern nur weitgehend unanwendbar, weil es nicht mehr DEN Materialstand gibt.

RE: Die abgeworfenen Worte | 20.01.2020 | 11:11

Ich bin konzilianter. Auch wenn ich alles andere als ein Fortschrittsverächter bin, mich oft mit dem uns abhanden gekommenen Fortschrittsleugner Lethe gestritten habe, weiß ich, daß wir sehr prononciert in und von Routinen leben, warum soll sich das nicht auch in Kunst spiegeln? Ganz im Gegenteil, wir sollten vielleicht nicht, müssen aber aus Komplexitätsgründen alles Gute zu routinisieren versuchen, freilich ohne auf gelegentliches Innehalten zu verzichten; wenn Routinen überhand nehmen, ist das im Leben der Tod. Also füge ich der revolutionären Erneuerung und der evolutiven Entwicklung, den Modi 1 und 2, die ausfüllende Variation hinzu, und alle, die wir mehr oder weniger Laien sind, versuchen, das Richtige nachzumachen. Ein gutes Musikstück ist ja auch nicht durch einmaliges Hören erschöpft, ein Interpret begnügt sich nicht, ein Stück fehlerfrei zu spielen, einmal und dann nie wieder. Und ich füge einen vierten Modus hinzu, die Reflexion, Parodie, Collage, Metamusik. Das reicht von der klassischen Variation bis zu B.A.Zimmermann, Kagel und Schnebel.

Und was soll nun die Kompromißlerei sein? Die Heterogenität? Die eklektizistische Entkernung von Prinzipien? Ich kann mir darunter zwar etwas vorstellen, das unmotivierte Aneinanderfügen von Disparatem oder die Glättung verstörender Sperrigkeit, nicht jedoch diese Kritik an diesem Stück. Denn mir kommt es sehr organisch vor, ich habe ja gerade erwähnt, daß die Effekte nicht als Ziel, Selbstzweck, sondern als natürliche Materialbasis genommen werden, nun, vielleicht habe ich den Kritikpunkt nicht richtig verstanden. Ich sehe jedenfalls den ersten, und mit Abstrichen den letzten Satz als das Verdichten von (übrigens virtuos gespieltem) Chaos in identifizierbare Form. Über den zweiten Satz, der die elegante Verschmelzung von Berg variiert, sind wir uns wohl einig. Und was ist so schlimm an der Unentschiedenheit zwischen erstem und zweitem Modus. Eines der schönsten Werke von Strawinsky ist sein Septett, das genau zwischen Neoklassizismus und Dodekaphonie (Reihung) steht. Und ja, Mahler sollte man nicht an dem harmonischen Avantgardismus messen, er ist der große Integrator, der sogar mit dem Trivialen versöhnen konnte, ohne nur ironisch zu sein. Und war es Strawinsky oder Schönberg, nach meiner Erinnerung jedenfalls einer von beiden, der ein „besserer Tschaikowski“ sein wollte?

Daß man einen kleinen Fortschritt über Schönberg hinaus ausschließen kann, möchte ich allerdings nicht behaupten.

Noch eine kleine Bemerkung zur „männlichen Idee der Steigerung“. Vielleicht sollte man besser von „menschlicher Idee“ sprechen, aber ich würde zustimmen für den besonderen Fall der „männlich-kapitalistischen Idee der Steigerung“ (des kapitalistischen Wachstums). Diesen quantitativen Entwicklungszwang kann man auch in der Kunst, in der marktförmigen Kunst gespiegelt sehen. Das muß man in der Popularkultur, die man größtenteils nicht als Kunst verstehen kann. Da ist es ganz interessant, daß die 68-er Periode sich im Pop auf einzigartige Weise mit dem künstlerischen Fortschrittskonzept auseinandergesetzt, die „unerträgliche Leichtigkeit (um nicht zu sagen Seichtigkeit) des Seins“ problematisiert hat. Ich habe an anderer Stelle mit Richard Zietz darüber gestritten, daß die künstlerische Perspektive in der heutigen Popularkultur eine bedauerlich geringe Rolle spielt, in den großen Volksmusiken war und ist das anders. Damit bin ich bei der Überlegung, daß man auch das Einfache gut machen wollen sollte. Für Wissenschaft und Kunst ist es absurd, auf die Idee des Fortschritts zu verzichten. Das heißt aber weniger, dem elitär-artistischen Fortschritt das Wort zu reden, als dem Fortschritt in der Breite. Nur ist das keine sich ausschließende Alternative.

Ich teile den Einwand gegen Nemtsov.

RE: Die abgeworfenen Worte | 19.01.2020 | 12:40

Das ist eine sehr interessante, unzeitgemäße Kritik an Widmann, die mich bei Ihnen wundert, denn sie legt den präpostmodernen Standpunkt der Kunstbetrachtung an, ich habe ja selbst von der Obsoletheit des Kriteriums „Materialstand“ gesprochen, welches heute faktisch keine Rolle mehr spielt. Da könnte man natürlich von einer Dekadenz des anything goes sprechen.

Man sollte sich dann aber klar machen, daß unter diesem Aspekt es seit Schönbergs Streichtrio op.45 oder der musikalisch nicht unproblematischen Studie „mode de valeurs et d‘intensités“ von Messiaen kaum etwas Neues gibt, abgesehen von methodischen Verengungen wie der reinen Tonfarben-/flächenkomposition oder der Erweiterung des Klangmaterials um das Geräuschhafte. Und der Zwang zum ständigen innovativen Übertrumpfen führt fast immer zu billiger Effekthascherei. Ich weiß, es gibt die Ausnahmen, aber da bleibt eben nicht viel übrig. Ja, unter diesem Aspekt ist Widmann gefällige Schönfärberei, aber das würde auch für Mahler gelten, er fällt deutlich hinter die Radikalität von Wagner zurück. Und wie kann man wie Ravel komponieren nach Schönbergs 2. Streichquartett?

Aus diesem Grund halte ich es für unangebracht, die Musikgeschichte nur als lineare Fortschrittsgeschichte der Kompositionstechnik zu betrachten. Dann aber zeigt sich Widmanns Qualität: die Effekte sind so uneffektiv, erscheinen so natürlich, wie es nur geht, und sie herunterzudimmen bis zum Einfachsten wirkt erstaunlich organisch. Die Plattheiten, zB die Klangvariationen aufgrund des Schlagwinkels des Bogens auf die Violine, sind eher die Ausnahmen. Also: Ja, gefällige, vielleicht sogar süffisante Musik, aber was ist gegen einen Mahler der Zeit zwischen dem 20. und 21. Jahrhundert zu sagen? Man kann es besser machen, mehr einer kritischen Reflexion standhaltend. Aber Schönbergs gibt es nicht wie Sand am Meer. Und ein Publikum dafür ebenso wenig.

Eine gewisse „Ratlosigkeit“, wie Miauxx schreibt, ergibt sich aus diesem Nebeneinander von Moderne und Postmoderne schon, und wer wollte den Richter spielen?

RE: Wann denn sonst? | 19.01.2020 | 01:41

Diese Replik antwortet auf eine Einschätzung, die ich nicht teile, und die vorgebrachte Gegenrede ist ein zusätzliches Argument, warum man Lutz Herden folgen sollte. Die grundsätzlichen Argumente sind schon von Herden formuliert.

„um weitere Zuspitzungen zu verhindern“ - Selbstverständlich will Trump einen Krieg vermeiden, weil Kosten, Risiken, Zustimmung der Bevölkerung auf dem Spiel stehen. Ziel der Eskalation ist nicht die Auslösung eines Kriegs, sondern die Kapitulation des Feindes.

Eine Kurzschlußreaktion war dieser Mord sicher nicht, er stand immer auf der Liste der Möglichkeiten, jetzt wurde er für notwendig erachtet. Was meinen Sie aber mit „eine inneriranische Machtbasis zu schwächen“? Die persönliche Rolle Soleimanis wird mE überschätzt, viel wichtiger ist die symbolische Bedeutung des Gesichts des radikalen Widerstands gegen die demütigende Behandlung durch den Westen, und das ist ein Aspekt, der tief in allen Bevölkerungen des nahöstlichen Raumes verinnerlicht ist. Daher fehlte sogar der Jubel der Sunniten über diese Liquidation, in diesem Moment dürfte aufgeblitzt sein, daß da ein lachender Dritter sich den Bruderkrieg der radikalen Islamisten zunutze macht, bin Laden und Soleimani in dessen Augen zwei Seiten einer Medaille. Es würde schon passen, daß der General auf diplomatischer Mission war, denn die Saudis bemerken langsam, daß die religiös motivierte Konfrontation ihren Preis hat. Aber das sind alles Spekulationen. Jedenfalls sind die Hardliner in der iranischen Regierung nicht geschwächt worden, und es hat nie annehmbare US-Angebote an Rohani gegeben, die die Moderaten gestärkt hätten. Es war ein Schlag gegen das religiöse Herrschaftssystem, daß es den bürgerlichen inneriranischen Widerstand gestärkt hat, kann man mE nicht behaupten, es legitimiert ja gerade die Kompromißlosen. Also: Wieso ist das keine Eskalation? Oder ist, einem Anderen auf die Nase schlagen und ihm zeigen, daß er nicht angemessen darauf reagieren kann, im Neusprech eine Deeskalation? Eine mögliche Strategie zur Erzeugung von Gehorsam ist es sicher. Ich glaube jedoch nicht, daß sie funktioniert.

Daß man in diesem Forum nicht ganz so schlimm wie in anderen sozialen Medien, aber immer noch befremdlich die WKIII-Gefahr heraufbeschwört, sehe ich auch, es drohen nur lokale Zerstörungen, Kriegsopfer, Migrantenströme, eine Ressourcenverschwendung, die tatsächlich in Amerika kaum (im Fall der Ölverknappung sogar positiv) zu spüren sein werden, die wir uns in Europa und die Menschheit als ganze eigentlich schon lange nicht mehr leisten können, als hätten wir mit der ökologischen Problematik nicht schon genug auf dem Buckel. Man darf sicher davon ausgehen, daß die Trumpmannschaft kalkuliert, einen ökonomischen Nutzen aus der Konfrontation (und der Eskalation, auch einem begrenzten Krieg) zu ziehen, nur dürfte das ein Irrtum eines zu unterkomplexen Denkens sein, die Lakaien lassen die Weltmacht denken, daß Frechheit immer siegt.

Nein, ich glaube nicht, daß diese Aktion ein Schritt in die richtige Richtung ist, weder intendiert noch als List der Vernunft, nicht einmal für die USA.

Mit Europäern meinte ich GB, F, I, und die haben sich selbstverständlich der Schützenhilfe der Amerikaner versichert. Es gab den andauernden Groll des Imperiums über den großmäuligen Zwerg, der den Amerikanern auf der Nase rumtanzt und piekst, Geschäfte mit dem Feind macht; aber auch eine merkliche Entspannung vor dem Krieg.

RE: Wann denn sonst? | 18.01.2020 | 17:10

Das ist wohl richtig. Der Iran steht in zweifacher Hinsicht im Fokus, als Frontstaat zu Russland und als Frontstaat der chinesischen Seidenstraße.

RE: Der König kann gehen | 18.01.2020 | 16:32

Wohl der Gesellschaft, die keine Helden braucht und in der Heldenverehrung klein geschrieben wird. Aber auch: Wohl der Gesellschaft, die faszinierende Abweichungen vom Mittelmaß produziert und zu schätzen weiß.

Das gilt für Persönlichkeiten, die sich durch Charisma und außergewöhnliche Spezialbegabungen auszeichnen, bei denen man gleichwohl nicht die persönlichen Schattenseiten ausblenden sollte, die es meist auch gibt, und das gilt für Ideen, denen man im Unterschied zu charismatischen Persönlichkeiten, die man nicht kopieren kann, zu folgen vermag, denen man viel Lebenskraft widmen kann, was dem Leben einen guten Sinn gibt, wenn man nicht die kritisch-reflektierende Distanz verliert.

Begeisterungs- und Kritikfähigkeit, es scheint, als habe die heutige Gesellschaft diese Dialektik des Werdens weitgehend verloren. Keine gute Zeit.