Bittersweet – Ästhetisierung eines Gefühls

Musikalische Semantik Hier sollen ein paar bemerkenswerte Musikstücke vorgestellt und ansatzweise analysiert werden.
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Hier sollen ein paar bemerkenswerte Musikstücke vorgestellt und ansatzweise analysiert werden. Noch gibt es keine ausgefeilte wissenschaftliche Semantik der Musik, jedenfalls kenne ich keine, vielleicht kann jemand aushelfen. Ich begebe mich also auf unsicheres Terrain, nicht jeder wird mir folgen wollen und können, aber die Musik lohnt, beachtet und besprochen zu werden.

„Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß was ich leide! Allein und abgetrennt von aller Freude, seh ich ans Firmament nach jener Seite.“ Und wer diese Zeilen und deren Vertonungen kennt, weiß vermutlich von der künstlerischen Magie der Sublimierung von Leben in Schönheit und der Verwandlung des Alltäglichen, Ordinären, von dem, was immer vorher war, sei es Leid, sei es Überdruß, sei es Langeweile, in Glück. Die Katharsis der Kunst. Dazu anhand besonders eindringlicher Musikbeispiele ein paar Überlegungen, zum Appetitmachen; wem das den Appetit verschlägt, der möge sich nicht durch diese Worte abschrecken lassen und einfach nur in die Musik reinhören, sie braucht meinen Text nicht. Interpretationen von Kunst sind nur Hilfe zur Erleichterung des Zugangs, die Kunst spricht letztenendes für sich selbst oder sie ist mißlungen.

Sehnsucht, eine romantische Schlüsselbefindlichkeit

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Die obigen Zeilen von Goethe schon sind große Kunst, sie machen sinnlich erfahrbar, was sie aussagen. Das haben die Komponisten verstanden und musikalisch zu spiegeln versucht. Ich möchte nicht viel zu den drei Beispielen sagen, mit denen ich die Überlegungen beginne, sie dürften bekannt sein und Sehnsucht ist ja ein typisches romantisches Sujet, stattdessen soll hier das Sehnsuchts-Salz, mit dem man eine musikalische Suppe gut würzt, aus etwas weniger Bekanntem und weniger explizit auf die Sehnsucht Bezogenen extrahiert werden, ein musikalischer Ausdruck, der sich ohne verbalen Bezug mitteilt. Also nur kurz:

Von den vier Versuchen Beethovens (oO 134) sind vor allem die Nummern 1 und 4 geglückt, wobei die Nr. 1 den Sehnsuchtscharakter besser trifft, aber Nr. 4 auf das da capo verzichtet und so dem Text und der dynamischen Dreiteiligkeit besser folgen kann. Die beste, dem Gegenstand in ihrer romantischen Sentimentalität adäquat entsprechende Version hat Schubert geliefert. Und dann sind da noch die Mignonlieder von Wolf. Eine merkwürdige stellenweise Verhaltenheit in „Nur wer die Sehnsucht kennt“, die mich Schubert vorziehen läßt. Dann allerdings „Kennst Du das Land“, das ebenfalls von Beethoven vertont wurde, eine Konkretisierung des Sehnsuchtsthemas. Hier ist Wolf in der richtigen musikalischen Spur, unvergleichlich der leidenschaftliche Ausbruch bei „Kennst Du es wohl“, der Sehnsuchtsschmerz.

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Wie vertont man die bittere Süße dieser Sehnsucht? Innerhalb der Tonalität selbstverständlich mit Ambivalenz, einer Unbestimmtheit des tonalen Bezugs, großer harmonischer Spannung und Unsicherheit, Unfestigkeit der Tonhöhen. Die musikalische Spannung ist das eine, aber die signalisiert eine große Bandbreite von Gefühlen - Trauer, Schmerz, Resignation usw. In der Sehnsucht ist auch ein positives Moment, ein Licht am Ende des Tunnels, keine restlos geschwundene Hoffnung. Das heißt aber mindestens die Andeutung einer Entspannung in der Spannung. Sehnsuchtsmusik artikuliert ein auf unbestimmte Dauer gestelltes Leiden, dem aber gleichwohl die in der Mangelerfahrung aufscheinende Möglichkeit einer Lösung innewohnt, ein Versprechen der Erfüllbarkeit, das ist musikalisch eine Dissonanz mit einer Tendenz zu ihrer Auflösung, man könnte auch sagen, eine (unbestimmt) dauerhaft angehaltene Kadenz. Der unkonkrete Mangel und das vielleicht unerreichbare, jedenfalls unmittelbar verweigerte Gravitationszentrum der Erlösung.*

Einer meiner frühesten Blogs in der FC war die Vorstellung einer Sommermusik. Solch eine Musik muß die Leichtigkeit spiegeln, sie tut es jedoch am überzeugendsten und ergreifendsten, also mit maximaler ästhetischer Wirkung, wenn sie dem easy going eine Prise Melancholie, Unwirk/wirtlichkeit beimischt, so kam ich auf die bittere Süße der dort vorgestellten Musiken. Diesmal die andere Seite der Medaille, passend zur Jahreszeit. Wintermusik muß das Leid(en) sublimieren, virtuell mit ihm versöhnen. Es gibt eine unerschöpfliche Zahl von Trauermusiken. Für solche Sublimation können exemplarisch stehen Schubert mit der Winterreise und Mahler, im „irdischen Leben“, in „ich bin der Welt abhanden gekommen“, in den Kindertotenliedern, nicht zu vergessen am radikalsten in den Sinfonien 5 und 6. Aber ultimatives Leid und Tod finden eine andere ästhetische Antwort als das Sehnen, das noch nicht jede Hoffnung verloren hat, das ganz realistisch ist, denn dem Winter folgt der Frühling. Und manche Liebe erfüllt sich ja auch. Und ganz aktuell, in Coronazeiten steht dieses Gefühl wieder ganz vorne, die Sehnsucht nach der verlorenen Leichtigkeit des Seins. Sehnsuchtsmusik schmerzt, aber nur ganz leicht, hat nicht die Schwere des Tragischen.

Schwebungen

Die Musik des Tin Hat Trios ist Jazz, insofern es eine weitgehend improvisierte tonale Musik ist, allerdings kommt sie der klassischen Musik sehr nahe, weil viel mehr Gewicht auf den organisierten, komponierten Teil gelegt wird, sich kaum Soloimprovisationen von ihm entfernen, die Kollektivimprovisationen sehr eng das thematische Material transformieren oder auch kontrapunktieren. Ich stelle hier das Stück „Width of the World“ vor, assoziiere weitere Musiken, um schließlich das Sehnsuchtsthema mit „All Blues“ von Jim Hall abzurunden.

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In Width of the World, in der traditionellen Dreigliederung Thema-Improvisation-Themenwiederholung, wobei die Kollektivimprovisation ein Crescendo-Decrescendo ist, wird die Tonart durch die leere Quart nach unten (g-d-g-d-...) festgelegt, g-Moll. Man beachte die rhythmischen Verrückungen, als würde das Pendel immer wieder angestoßen. Und die melodisch-harmonische Verrückung ist das Sezfzermotiv der kleinen Sekunde und das Changieren im kleinsten tonverwandtschaftlichen Tonartwechsel des Quinten- bzw Quartzirkels. Die ostinate Quart-Pendelbewegung ist das minimalistische Motivmaterial des Themas, eine Quartfolge in absteigenden große-Terz-Schritten: h(gedacht, nicht ausgespielt)+fis – g+d – es+B – c+G, wobei man fis, d, B als Vorhalte von g, es, c hört, mit deutlicher Betonung des Vorhalttons. Die kleine Sekunde als die kleine Variante des großen Schmerzes. Und über all dem die einsame, nachdrückliche Stimme von Marc Orton an der Gitarre. Nach dreimaligem Anspielen des Themas wird die Solostimme perfekt von den anderen Instrumenten zu einem leicht mehrdeutig flirrenden Harmoniesatz komplettiert.

Unbeschreiblich, wie sich im Mittelteil des Stücks die Violine von Carla Kihlstedt und das Akkordeon von Rob Burger in einen Spielrausch steigern und dann in Ermattung zurückfallen. Das Stilmittel auch hier das Seufzermotiv und ein Ziehen und Dehnen der Töne; Sehnsucht ist Sehnen, das Dehnen nach Innen und nach Außen, so wie es die Sehnsucht nach der Heimat und die nach der Fremde gibt. So kann das Sehnsuchtsmotiv der kleinen Sekunde auf- und absteigen und vor allem als Minimalglissando eingesetzt werden. Orton beginnt die Melodiestimme mit einem Glissando auf den Tritonus. Und Kihlstedt schwelgt in diesem Motiv auf dem Höhepunkt des Stücks 4:00-4:30. Besonders möchte ich aufmerksam machen auf ihr himmlisches Flageolettspiel. Und auf die im Sinne der minimalen Differenz raffinierte Kadenzstruktur im Thema: H-B-G-B-G-des-G (Tonika G – g-Moll – Dur-Parallele Es – g – Es – g – Tritonus – Tonika in Moll). Der Tritonus ist die große Schwester der kleinen Sekunde.

Hier sei hingewiesen auf das kaum weniger faszinierende Stück „Fountain of Youth“, das die Großform elegisches Thema – Steigerung – Reprise umkehrt, jugendlicher Sturm – Träumerei – Reprise und noch eine wunderbare Coda mit Reminiszenzen an die Repetitionen des Themas anschließt. Ich spare mir hier eime ausführlichere Besprechung, nicht ohne die bemerkenswerten dramatisierten Seufzerglissandi bei 1:50 und 2:15 erwähnt zu haben.

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Und ich bleibe für einen weiteren Hinweis beim Tin Hat Trio, das so souverän musikalische Mittel einsetzt. In dem Stück „Helium“, insbesondere der Variante mit Tom Waits, geht die Musik am Ende in ein Multiostinato über und gleitet in eine perfekte Trancemusik, darin würde ich im Sinn des Exkurses (*) ein geeignetes Stilmittel für das Sehnsuchtssujet sehen, und für mich hat das Thema von Width of the World insgesamt den Charakter eines Ostinatos. Solche Ostinati sind außerhalb der klassischen Musik eine Seltenheit (man beachte, daß Ostinati nicht bloße Wiederholung, Vervielfältigung sind, das ist in der Popularmusik gang und gäbe, Ostinati entfalten jedoch eine Sogwirkung, eine unerbittliche Notwendigkeit, man redet in der Trivialmusik von Ohrwurm) und darum umso faszinierender. Für die klassische Musik hier der Hinweis auf eines der schönsten Beispiele, das Ende des dritten Satzes der Mathis der Maler Sinfonie von Hindemith, durch die fugierten Stimmen wirkt es ebenfalls multiostinat.

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Schleifen

Ohne auf den Tango Nuevo und die Saudade-Musiken einzugehen, die es auch verdient hätten, an dieser Stelle besprochen zu werden, lassen wir uns von den Sehnsuchtsklängen von All Blues in der Version von Jim Hall aus dem Album „Youkali“ betören. Im Blues-Formalismus sind selbst schon die musikalischen Ausdrucksmittel der Sehnsucht enthalten, Minimalkadenz, blue notes, von denen es in den zwei THT-Stücken nur so wimmelt, und der meist schleppende Gang. Allerdings fehlt dem Blues meistens das Lockere, Unwirkliche, Zarte in der Melancholie und Sehnsucht, daher ist er öfter Klage, Bitterkeit, Wut und Protest, existentieller. Aber in dieser Apotheose des Blues von Jim Hall sind wir mitten im Thema. Der Musiker, der prägenden Anteil am legendären Jimmy Giuffre Trio hatte, verfügt über einen sehr warmen, zärtlichen Gitarrenton. Hier darf die Erwähnung von Philip Catherine (der mit einem ähnlich warmen Ton Hall vergleichbar ist) nicht fehlen, auch er wäre ein würdiger Schlußpunkt dieser Überlegungen gewesen, in seinen Stücken Angel Wings und Homecomings wäre man mit weiteren exzessiv eingesetzten Ausdrucksmitteln des Sehnsuchtssujets fündig geworden; ihm gelingt unvergleichlich die Verwandlung eines Themeneinfalls in Trancemusik, die Transzendierung des Stofflich-syntaktischen in Ideell-semantisches. Das läßt sich aber nicht so kompakt abhandeln, geht entschieden über die Reduktionen des Blues hinaus, daher hier nur diese Andeutung.

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All Blues. Nach der vom Bass gespielten Quinte d-G beginnt das Sopransaxofon mit dem Tritonus des‘ und dann setzt Hall mit einem zeitlupenartigen Vibrato auf der Terz b ein und steigt diatonisch herab bis zum H(!), dem blauen Moment. Dichter kann man kaum in das Thema einsteigen. All Blues hat eine Tendenz zur Modalität, im Original mehr, in dieser Version, die emphatischer harmonisiert ist, weniger. Die Harmoniefolge des Themas ist beim Thema nicht eindeutig, es kann modal und tonal gehört werden, allerdings entscheiden sich die Musiker bei den Improvisationen zugunsten der traditionalen Tonalität: GGGGDDGGCCcD,G… , die letzten vier Bluestakte kann man auch lesen als AADisD,G…. Die tonal-modale oder auch funktionsharmonische Ambiguität im Thema ist ein Element, die Vagheit der Sehnsuchtsstimmung darzustellen. Ein wesentliches Motiv des Themas ist die Terzenschleife, die man wohl fälschlich, wenn man sie anfänglich hört, für begleitendes Beiwerk hält. Aus dem <h-c‘-d‘-c‘> wird <a-b-c‘-d‘-c‘-b-a> und schließlich (#1) <e-fis-g-a-b-c‘-d‘>, und noch das darüber augmentierte <a—b-a-g> reflektiert das Schleifenmotiv. Das Klavier steigt dann mit Terzakkorden entsprechend herab: (#2) <g‘-e‘-f‘-e‘-d‘-c‘-b-a-g>.

Genial**, wie die harmonisierenden Stimmen die Hamoniefolgen bestätigen und irritieren, wie das Thema mit (#1) von den Bläsern in die Klimax des Schlusses/Trugschlusses in der leeren Quinte geführt wird, um mit der quintversetzten Umkehrung (#2) dann wirklich eintönig auf dem Grundton zu enden. Die das Original prägende, erst von den Bläsern gespielte, dann von Bill Evans perpetuierte Terzschleife ist zu einer Kreisbewegung über eine Oktave in einer langgedehnten Kadenz geworden. Den im grave-Tempo sich vollziehende diatonische Auf- und Abstieg höre ich als einen einzigen großen Seufzer, ergreifend schön. Nur wer diesen Klang kennt, weiß, wie man musikalisch Sehnsucht fühlt. Das ist die wundersame Verwandlung von Leid in Glück. Und daraufgesetzt die nicht minder geniale, den Klang ausatmen lassende Coda. Aus dem lakonischen (tranceartigen) Weltlauf-Kommentar des einsamen Miles Davis ist ein betörendes Sehnsuchtsstück geworden, wehmütig, sanft, versöhnend. Ich halte es für keinen Zufall, daß Brahms in „denn es gehet dem Menschen wie dem Vieh“, dem schönsten seiner vier ernsten Gesänge, auf eine ähnliche diatonische Schleife, wenn auch nur bis zur Quart, fast ostinat, als ein allgegenwärtiges Begleitmotiv zugreift, denn es konfrontiert in diesem Fall mit einer unausweichlichen Tragik und bettet gleichzeitig alle Geschöpfe in einen traurigen Wohlklang.

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* Kleiner Exkurs über das Thema hinaus. Musik ist Kommunikation, und im Wesentlichen und sehr Überwiegenden Kommunikation von Gefühlen. Gefühle kommunizieren Befindlichkeit oder Bedürftigkeit, Spannung oder Entspannung. Und so ließe sich Musik einteilen in Spannungs- und Entspannungsmusik, Animations- und Trance-Musik. Die Erfindung bzw Entdeckung der Tonalität, der natürlichen Ordnung periodischer Schwingungsvorgänge (explizit bei den Griechen) hat uns die natürliche Sprache der Musik beschert. Die absolute Entspannung im Einklang von Grundton und Obertönen, sowie die Spannung aus der Überlagerung von Vielklängen. In der Musiktradition der europäischen klassischen Musik wird die Standardform eines Musikstückes kultiviert, aus dem Einklang in differenziellen und großformatigen Spannungsauf- und abbau und zurück zum Einklang, der Typ der Spannungsmusik. Aber auch bei uns gibt es den Gegentyp, und die Grenzen werden zunehmend verschmiert, Disharmonien nicht mehr aufgelöst, sondern erratisch dahin- oder auf Dauer gestellt (wobei sie ihren disharmonischen Charakter teilweise verlieren). Die Spannungsmusik wird in der unendlichen Melodie und gleichzeitigen harmonischen Fortspinnung zu Trancemusik. Die Tonalität bedient beide Typen. Der Meister dieser Entwicklung ist Richard Wagner, der so die gesamte nachfolgende tonale Musik bis zur Spätromantik (und darüber hinaus) mitbestimmt. Das Sehnsuchtsmotiv spricht beides an, eine auf Dauer gestellte Spannung, die den Drang nach Entspannung süß und schmerzlich präsent hält. Sehn-sucht enthält ja die beiden Momente, das Unbestimmte, Unerfüllte des Sehnens und den Wiederholungszwang der Sucht. Die vielleicht suggestivste Gestaltung der Sehnsucht bei Wagner sind die zwei Tristanstücke aus den Wesendonckliedern, Nr. 3 Im Treibhaus, mehr ins Hoffnungslose, und insbesondere Nr. 5, Träume, allerdings die sehr süße Variante. Hätte ich in der Sehnsuchtsthematik auf die Klassik abgestellt, hätte ich dieses Stück zum Zentrum gemacht, in dem, was ich diesmal vorstellen möchte, möchte ich darauf verzichten, weil es die Aufnahmebereitschaft für den Beitrag überstrapazieren könnte.

** Wenn man nicht wüßte, wie harmonisch und kontrapunktisch Jim Hall denkt, könnte man auf die Idee kommen, daß das Arrangement von Gil Evans ist, es ist sicher von dem großen Organisator inspiriert.

12:16 02.12.2020
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