Mensch gegen Maschine

Ein Experiment zur KI In regelmäßigen Abständen beschäftigt sich die Community mit der sogenannten KI, zuletzt in einem Blog von Arend Hintze. Aber wie intelligent ist die KI?
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In regelmäßigen Abständen beschäftigt sich die Community mit der sogenannten KI (englisch AI), zuletzt in einem Blog von Arend Hintze (Die Furcht der Experten). Dabei geht es oft um apokalyptische Gefahren und seltener, jedoch für ebenso gewiß erachtete euphorische Hoffnungen. Aber wie intelligent ist die KI?

Dazu möchte ich ein Experiment vorschlagen, an dem sich hoffentlich einige Communarden und KI-Experten beteiligen. Meine These, daß noch die arriviertesten Rechenmaschinen nur sinnfrei mechanisch operieren, während allein menschliches Denken sich durch Intelligenz auszeichnet, die ich nicht nur in besagtem Blog, sondern auch in früheren Diskussionen immer wieder als evidente Tatsache behauptet habe, soll hier einmal anhand eines Beispiels überprüft werden. Dabei möchte ich nicht Mensch und Maschine über philosophische Grundlagenfragen nachdenken lassen, sondern begebe mich auf ein Terrain, auf dem der Computer seine Stärken ausspielen kann. Umso größeres Gewicht wird die erhoffte Entscheidung für die Evidenz meiner These haben.

Die Aufgabe:

Ein riesiges rechteckiges Feld, in Einheitslänge m·n mit extrem großen Zahlen m und n, ist mit 1·1-Einheitsplatten fugenfrei vollständig bepflastert. Eine Person soll dieses Feld so begehen, daß sie alle Platten genau einmal betritt, wobei sie mit der Schrittlänge 1 genau die Möglichkeiten hat, den nächsten Schritt nach vorn, nach hinten, nach rechts oder nach links zu lenken. Die Person betritt den Randstein x (senkrecht zum Rand). Kann sie das Feld so abschreiten, daß sie es beim Randstein y wieder verläßt?

Diese Aufgabe hat eine sehr schöne einfache Lösung, die keinen Induktionsbeweis benötigt, auf die der Mensch in menschlich dimensioniert sehr kurzer Zeit kommt, die freilich für den Computer eine astronomische Zeitspanne darstellt. Es ist klar, daß die Rechenmaschine die Aufgabe unvergleichlich schneller löst, aber die Frage soll hier nicht sein, wie schnell die Lösung zustande kommt, sondern wie intelligent sie ist.

Also, wer will, nehme sich ein paar Minuten oder auch eine halbe Stunde Zeit, wie gesagt, geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um kreative Ideen. Und der IT-Experte lasse die Maschine die Aufgabe lösen, ohne ihr algebraisches Vorwissen einzugeben, denn das haben iA die menschlichen Teilnehmer ja auch nicht. Und letzterer stelle dann die maschinelle Lösung vor, so daß wir beurteilen können, wie intelligent sie im Vergleich zu den menschlichen Lösungen ist. Es ist zwar anzunehmen, daß sich der Streit nur verschiebt, allerdings auszuschließen ist nicht, daß es zu einer neuen Evidenz kommt. Vielleicht kann mir dann ein für alle Mal in dieser Frage der Mund gestopft werden. Oder man möge im umgekehrten Fall fürderhin von der Intelligenz der Maschinen schweigen.

15:11 05.08.2017
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