Im Nebel der Erinnerung

IMMER NOCH REGIERT DAS DAMALS In ihrem neuen Roman "Frühstück mit Max" zeichnet Ulrike Kolb ein nüchternes Bild der Gegenkultur der siebziger Jahre
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Je mehr Zeit vergeht", bemerkt eine der beiden Erzaehler gleich zu Beginn von Ulrike Kolbs neuem Roman, "desto öfter passiert es mir, dass ich vergesse, wann sich was ereignet hat, wie auf einer großen Wasserflaeche wippt es durcheinander, Bojen der Erinnerung, kaum in der Ferne schaukelnd, in verhangener Luft". Sie müsse wie durch "Nebel tauchen", um Dinge, Personen, Ereignisse aus den Katakomben der Erinnerung zu holen. Veranlasst worden ist Nelly dazu durch ein zufälliges Treffen mit Max, dem nunmehr erwachsenen Sohn ihres früheren Freundes. Und sie tauschen sich aus darüber, wie es damals war in der Mommsenstraße in Berlin/W. während der siebziger Jahre, damals, als die Welt vermeintlich noch in Ordnung war, der Feind erkennbar und benennbar, die