Erzählung „Turksib“ von Lutz Seiler: Klagelied eines Heizers

Geigerzähler In Lutz Seilers Erzählung „Turksib“ leuchtet ein rotes Lämpchen
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Turksib heißt der Nachtzug, in dem sich der Erzähler auf seiner Reise durch Kasachstan befindet; und der Zug sieht "einer Karawane vorsintflutlicher Blechkarossen" gleich, "auf einem Gleis namens Seidenschiene, das mitten durch die Steppe schnitt, von Orient zu Okzident."

In dieser Erzählung, einem Ausschnitt aus einer größeren Prosaarbeit, für den der 1963 geborene Thüringer Schriftsteller Lutz Seiler im letzten Jahr den Ingeborg-Bachmann-Preis (Freitag 27/28/2007) erhalten hat, überkreuzen sich messerscharfe Beobachtungen mit phantastischen Sequenzen, gehen ein dostojewskischer Realismus mit einem kafkaesken Tonfall Hand in Hand.

Es treten nacheinander auf: Ein Geigerzähler, den der Erzähler mit sich führt - aus Angst vor jederzeit m