RE: Wie schützen wir unser Land vor Putin? | 16.12.2018 | 10:32

Ich würde es an Ihrer Stelle mal mit Argumenten versuchen. Bislang waren Sie in der Hinsicht sehr sparsam. Kommt da noch was? Oder konnten Sie das verlinkte Interview nicht lesen? Der ist auf Russisch. Also nach Ihrer Ansicht "deutsche Propaganda"...

RE: Wie schützen wir unser Land vor Putin? | 14.12.2018 | 12:55

Herr Heyden, ich hatte Sie ja schon mal zu ICEPEAK befragt. Gerne lege ich noch ein Interview nach. Sehr interessant das Ganze. Was sagen Sie als PF dazu, wenn Musiker und Bands in Russland nicht mehr auftreten können, nur weil sie sich gegen die russischen Mainstreammedien singen und sprechen? Ich nehme mal an, Sie werden es wie üblich mit Ihrem vielsagenden Schweigen ignorieren. Interview mit ICEPEAK

RE: Wie schützen wir unser Land vor Putin? | 13.12.2018 | 19:58

Bingo!1x Wertegemeinschaft, 1x Russophobie. Die Phrasenreihe ist voll!

RE: Wie schützen wir unser Land vor Putin? | 13.12.2018 | 19:28

Mir erschliesst sich nicht der Sinn, seine eigenen privaten Kindheitstraumata als Masstab politischen Denkens zu nehmen. Gut, ich habe den Eindruck, Herr Heyden hat sehr ähnliche Denkschemata...

RE: Wie schützen wir unser Land vor Putin? | 12.12.2018 | 21:45

Zu einem Friedensversuch würde es vielleicht ausreichen. Daß die Betroffenen das schaffen, sehe ich leider nicht.

An dem Punkt sind wir uns einig. Und das ohne Einschränkungen.

Eine Einschränkung mache ich schon noch. Bis heute hat es eine allerdings nur noch sehr knappe Mehrheit der Russen nicht akzeptiert, daß die Ukraine selbständig ist. Der Anteil sinkt aber beständig. Wenn ich mich recht entsinne, sagten um 2007 dies noch fast 80% der Russen (die Zahl hat mich damals schockiert). Mittlerweile sind es noch etwas über 50% in Russland, die behaupten, ein ukrainisches Volk und eine eigene Sprache gäbe es nicht. Interessanterweise sinkt die Zahl konstant. Das heißt, auch der Krieg seit 2014 und die damit einhergehende Propaganda in Russland hat diesen Trend nicht verändert. Was ich als sehr positives Zeichen empfinde.

RE: Wie schützen wir unser Land vor Putin? | 12.12.2018 | 10:30

Verzeihen Sie die kurzen Antworten, aber ich muß gleich knechten gehen...

Diese Ausführungen machen mir Ihren Standpunkt verständlicher. Sie dürfen aber nicht erwarten, daß ich darin mehr als eine subjektive Meinung sehen kann, mit zweifellos besseren Kenntnissen, als sie mir zur Verfügung stehen.

Damit habe ich kein Problem. Jede Meinung ist subjektiv. Das ich mehr Kenntnisse über die Ukraine habe als Sie, ist mir schon klar. Ich bin oft genug dort. Das deshalb meine Meinung objektiv richtig wäre, würde ich niemals behaupten. Dafür besitze ich vielleicht auch eine zu große Nähe. Und habe eine Position bezogen, die ich allerdings auch immer wieder hinterfrage.

Da muß man schon ein wenig Verständnis haben für ein Land, das mehrmals überfallen wurde, unsäglich gelitten hat, und seit dem letzten großen Krieg wieder zunehmend von der Nato eingekesselt wird.

Das Verständnis kann ich an dieser Stelle eben nicht aufbringen. Ich bin 2014 nach der Annexion der Krym zu einem anderen Schluß gekommen. Polen wurde mehrfach von Deutschland (bzw. seinen Vorgängerstaaten) und Russland geteilt. Die baltischen Staaten haben ebenso ihre Erfahrungen sammeln müssen. Die Annexion der Krym und die anschließenden Ereignisse im Donbas haben bei mir dazu geführt, daß ich von einem NATO-Gegner zu einem NATO-Befürworter wurde. Lediglich die Staaten, die nicht in der NATO sind, haben abtrünnige Gebiete (Moldawien, Georgien, Ukraine).

Und der Verzicht der Ukraine auf den Natobeitritt, um nicht zu einem Natofrontstaat zu werden, sowie ein gegenseitiger Gewaltverzicht.

Die Ukraine hat einige Verträge mit Russland geschlossen, die ihre Grenzen garantieren (incl. der Krym), die den freien Zugang zum Azovschen Meer regeln etc. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man der Ukraine glaubhaft machen kann, eine Unterschrift eines Präsidenten Putn habe irgendeinen Wert. Die letzten 5 Jahre zeigten: Sie ist wertlos. Daher vermute ich, die Ukrainer werden sich eher für den Weg Adenauers entscheiden: Konsequente Westbindung mit zeitweiser Aufgabe einiger Gebiete. Vor der Annexion der Krym waren ca. 12% der Ukrainer für einen Beitritt in die NATO, jetzt findet diese Positionen seit Jahren eine Mehrheit. An dieser nackten Zahl kann man erkennen, wie desaströs Putins Politik ist. Sie ist fatal für Russland.

Nun kann man einwenden, auf Moskaus Vertragstreue sei kein Verlaß. Das hieße aber, Verhandlungen sind nutzlos, Krieg und regime change sind unvermeidbar

Verhandlungen sind schon enorm wichtig. Und der "regime change" hatte zunächst nichts mit dem Kreml zu tun. Janukovych war kein Handlanger des Kreml. Er hatte sich aber in eine finanzielle Situation gebracht, die die Ukraine in Abhängigkeit des Kreml gebracht hätte. Hätte der Kreml dann den Umsturz in Kyiv nicht dazu genutzt, die Krym zu annektieren, hätte sich die Frage nach einer möglichen NATO-Mitgliedschaft der Ukraine nie ernsthaft gestellt.

Ein paar Einzelantworten auf Ihren Kommentar. „Wer soll denn wählen?“ - Die, die nachweislich zum Zeitpunkt der Annexion auf der Krim ihren Lebensmittelpunkt hatten, also nur die schon unter ukrainischer Hoheit dort lebenden.

Darauf wird sich Russland niemals einlassen. Ich hätte diese Frage aber genauso beantwortet.

Allerdings, da sind wir wieder bei meinen Grundprämissen, ist Frieden nicht ohne die Befriedigung der Grundbedürfnisse möglich. Wenn das stimmt, ist die Frage des Friedens primär eine sozio-ökonomische.

Da stimme ich Ihnen zu. Übrigens erstaunt es mich, wie wenig wirkliche Faschisten es in der Ukraine gibt. Weniger als in Deutschland. Was eigentlich der sozio-ökonomischen These widersprechen müßte. Da könnten aber in der Ukraine durchaus die Erfahrungen aus der Zeit der Nazi-Besatzung eine Rolle spielen. Die Ukraine hat ja deutlich mehr gelitten als Russland, welches nur zu einem kleinen Teil besetzt war.

Als der Kapitalismus noch einigermaßen funktionierte, konnte man den autoritär-konservativen Gesellschaften noch raten, sich bürgerlich zu modernisieren

Keine Frage. So lange der Kommunismus ein Feindbild war, bemühte sich der Kapitalismus erfolgreich, eine sozial gerechtere Wirtschaft aufzubauen. Das Aufkommen rechter und faschistischer Bewegungen im Westen sollte Mahnung genug sein, diesen in den 80ern verlassenen Weg wieder zu beschreiten.

Eine kleine Anmerkung zum Schluß: Sie sollten daran denken, daß zumindest ich zwar kein Marxist, aber ansonsten eher ein Linker bin, der allerdings entsetzt von der Position weiter Teile der Linken in Bezug auf Putin ist.

RE: Wie schützen wir unser Land vor Putin? | 11.12.2018 | 20:19

Sie haben über Jahre aus nächster Nähe beobachtet, dass Russland zwar aufgrund der Energie-Einnahmen mehr Geld hat, aber im Kern genau so korrupt und willkürlich ist,

Ein Phänomen, welches fast alle erdölexportierenden Länder gemeinsam haben...
RE: Wie schützen wir unser Land vor Putin? | 11.12.2018 | 20:16

Okay - Copy & Paste an der falschen Stelle...

RE: Wie schützen wir unser Land vor Putin? | 11.12.2018 | 20:15

<p>Nach langer Zeit wurde mein gestern geschriebener Artikel tatsächlich freigeschaltet. Auch etwas merkwürdig. Seit wann wird denn hier selektiv moderiert und freigeschaltet?</p>

<p><em>Chruschtschow sehe ich übrigens vergleichsweise positiv, und unter der Voraussetzung der sozialistischen Solidarität war die „Schenkung“ oder Verwaltungsmaßnahme völlig unproblematisch, da spielen Grenzen keine Rolle mehr.</p></em>

<p>Zur Schenkung hat mbert ja einiges ergänzt. Wie gesagt: 1954 konnte Chrushchov diese Gebietsreform nicht alleine entscheiden. Und es war nicht die einzige "Gebietsreform" der Ukrainischen SSSR. Sie wurde allerdings damals mit großem Pomp vorgenommen. Anlass war der 300. Jahrestag des Vertrag von Perejaslav, der von russischer Seite als Vereinigungsvertrag zwischen Russen und Ukrainern angesehen wird. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, warum dieser Vertrag nie auffindbar war. Ziemlich sicher ist: Die Saporoger Kosaken sahen es lediglich als Bündnispakt gegen Polen.</p>

<p>Interessant ist, ich komme zu einer ähnlichen Einschätzung wie Sie über Chrushchov. Obwohl ich weiß, er war in der Stalinzeit an einigen Massakern maßgeblich beteiligt. Ich entsinne mich sinngemäß an Chrushchovs Worte, wenn Stalin einen zum Tanz aufforderte, tanzte ein kluger Mann. Chrushchov wurde öfter zum Tanz aufgefordert. Im wörtlichen Sinne. Ich sehe aber auch die negativen Seiten Chrushchovs in seiner Amtszeit. Bei Bedarf gerne mehr.</p>

<p>Zur Krym selbst: Verwaltungstechnisch macht es einfach Sinn, die Krym zur Ukraine zuzurechnen. Das wird Russland noch merken, denn die Krym-Brücke ist eine technische Herausforderung, diese haltbar zu machen. Spöttisch gesagt: Die physikalischen Kräfte der Natur wurden durch die Worte Putins außer Kraft gesetzt... Das nur am Rande.</p>

<p><em>Diese von mir vertretene Position ist eine (für einen Marxisten übrigens selbstverständliche) linke Position, die von eher wenigen Zeitgenossen geteilt wird</p></em>

<p>Ganz ehrlich: Marxismus ist sowohl in der Ukraine, als auch in Russland eine erzkonservative Position. Ihnen würde es die Sprache verschlagen, wenn Sie den Rassismus und Antisemitismus von Anhängern des Kommunismus in der Ukraine ertragen müßten. Sie können einfach nicht den Marxismus in der Sowjetunion mit dem Marxismus im Westen vergleichen. Ihr Verständnis von Marxismus oder das klassische Verständnis einer linken Position hat schlicht und ergreifend fast keine Anhänger in der Ukraine. Und ich bin mir ziemlich sicher: Auch nicht in Russland.</p>

<p>Was Nationalisten in der Ukraine betrifft: Deren Anzahl wird permanent überschätzt und dramatisiert. Eine Folge der Propaganda aus Moskau, die ihre Wurzeln schon in den 40er Jahren hat. Die überwiegende Zahl der Ukrainer hat eine neoliberale Einstellung, was mit den Erfahrungen mit der Staatsmacht im zaristischen Russland, mit den Erfahrungen aus der Sowjetzeit und mit den Erfahrungen in der ukrainischen Zeit zu tun hat. Ähnliches werden Sie auch in Belarus sehen. Es sind die Erfahrungen mit der korrupten Staatsmacht, die zu allen Zeiten korrupt war. Grad auch in der Zeit der Sowjetunion von Lenin bis zum Ende. Das ist ein Faktor, den man einkalkulieren muß, wenn man die Ukraine (und auch Russland) verstehen will.</p>

<p>Noch ein Satz zu einem erneuten Referendum auf der Krym. Im Moment ist das nach russischem Recht nicht erlaubt. Separatismus wurde ironischerweise 2 Monate vor der Annexion der Krym unter Strafe gestellt. Kein Witz. Ulrich Heyden hat nicht unrecht, als er mir mal entgegnete, das Gesetz mache für Russland Sinn. Was aber auch bedeutet: Es gibt in so mancher Region Russlands separatistische Bestrebungen. Kein Wunder, wenn ein Großteil des Geldes nach Moskau, St. Petersburg, Grozny (um Tschetschenien zu halten) und auf die Krym geht...</p>

<p>Eigentlich wollte ich nicht auf andere Themen als die Ukraine und Russland eingehen. An einem Punkt mache ich es doch. Das Referendum zur schottischen Unabhängigkeit wurde knapp abgelehnt, der Brexit knapp befürwortet. Sehr viele Schotten hatten gegen die Unabhängigkeit gestimmt, weil ein Großteil der Schotten in der EU sein will und man ahnte, die Briten werden ein Veto einlegen (analog Spanien/Katalonien). Ich würde wetten: Jetzt dürften die Schotten 66% für eine Unabhängigkeit erhalten. Bei einer kombinierten Wahl hätten wir weder einen Brexit, noch eine schottische Unabhängigkeit gehabt.</p>

<p>Noch ein kleines Detail. Bis zur Annexion der Krym war ich Gegner der NATO. Seitdem bin ich Befürworter.</p>

RE: Wie schützen wir unser Land vor Putin? | 10.12.2018 | 20:33

Ich hatte eine längere Antwort geschrieben. Und grenzpunkt o meinen Standpunkt erläutert, was ich an seinem Statement gut fand und was ich für nicht realisierbar halte. Es wurde angezeigt, er müsse noch durch die Moderation. Was jetzt auch schon drei Stunden her ist... So schlecht fand ich grenzpunkt o's Statement auch nicht. Ich warte bis morgen, ob der noch erscheint. Beim nächsten Mal kopiere ich ein Statement...