Dr. Albrecht Wilkens
12.02.2015 | 13:30 17

36 Jahre religiöse Diktatur im Iran

Iranische Revolution Ein See aus Tränen und ein Licht der Hoffnung für die Welt

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Dr. Albrecht Wilkens

Heute jährt sich die iranischen Revolution von 1979. In einer klassischen Revolution stürzte das iranische Volk den brutalen Schah von Persien und seinen berüchtigten Geheimdienstapparat SAVAK, kam aber dann durch den Anführer Ajatollah Chomeni, der aus dem Exil in Paris nach Teheran reiste, vom Regen in die Traufe. Es war der Beginn einer beispiellosen religiösen Diktatur, der Beginn des organisierten islamistischen Fundamentalismus und einer Ära der Geiselnahme des Landes, der Region und der Welt, die bis heute andauert.

Fast alle Konflikte, in die andere Länder mit dem islamistischen Fundamentalismus verwickelt sind, lassen sich bis nach Teheran zurückverfolgen. Das Aufkeimen der Terrorgruppe ISIS ist ein Ergebnis der Hegemonialbestrebungen Teherans. Die Menschenrechtsverletzungen in Gaza sind ein Ergebnis der endlosen Aufrufe Teherans, Israel zu vernichten und selbst der mörderische Anschlag auf die Zeichner von Charlie Hebdo hat seinen Ursprung in der Fatwa Chomenis zur Ermordung von Salman Rushdie, die die Jagd auf islamkritische Künstler legitimierte.

Das iranische Regime steht aber auch für eine Art der organisierten Unterdrückung, die ihresgleichen sucht. Von den Revolutionsgarden über die Bassidsch-Milizen bis zum MOIS, dem iranischen Geheimdienst, herrscht ein Sicherheitsapparat mit äußerster Brutalität und er hat eine gefährliche Waffe im Gepäck, die religiöse Gehirnwäsche. Als 2009 Millionen Iraner auf die Straße gingen und für Freiheit kämpften, gab es nicht das übliche Überlaufen der Sicherheitsdienste, denn sie sind seit Kindesbeinen darauf gedrillt, dass jeder, der dem Obersten Führer Ali Khamenei nicht bedingungslose Treue schwört, ein Feind Gottes ist. Das macht das iranische Sicherheitssystem zu dem brutalsten und gefährlichsten weltweit und es stellt die NSA und andere westliche Sicherheitsdienste weit in den Schatten.

Der Iran steht auch für die Diktatur des Alltags. In keinem anderen System dieser Welt wird so massiv in den Alltag eingegriffen wie im Iran. Wer seinen Hijab nicht korrekt trägt, wer im Monat Ramadan öffentlich isst oder als Frau ein Volleyballspiel besuchen will, wird schikaniert, drangsaliert, verhaftet, gedemütigt und ausgepeitscht. Wer Ehebruch begeht, homosexuell ist, Drogen konsumiert oder zum Feind Gottes erklärt wird, stirbt am Galgen, oft anonym im Gefängnis oder in der Öffentlichkeit, oder er wird mit Scheinhinrichtungen gefoltert.

Das iranische Regime steht – wie es die Präsidentin des iranischen Widerstandes auf einer Rede vor dem EU-Rat treffend ausdrückte – für den Kampf gegen die Menschlichkeit. Die Mullahs definieren jeden als „Feind Gottes“, als Moharebeh, jeden, der sich nicht zu 100 Prozent dem valayat e-faqih (der absoluten Herrschaft des Klerus) unterwirft. Und so wandern täglich Lehrer, Blogger, Menschenrechtsaktivisten, Opfer in Notwehr und gar Mullahs selbst zu Tausenden und Abertausenden jedes Jahr in die Gefängnisse und an den Galgen. Die Zahl 1200, die für die Menschen steht, die unter dem angeblich moderaten Präsidenten des Iran bisher hingerichtet worden sind, kann nicht ansatzweise wiedergeben, welches Meer der Tränen hinter ihnen steht.

Unermessliches Leid breitet sich um die 30.000 erzwungenen Kinderehen aus, für immer haben die mit Säure verunstalteten Frauen aus Isfahan zu leiden, die von Milizen des Regimes zu Krüppeln gemacht wurden. Es fließen die Tränen der Bahai, Derwische, Kurden und Christen, die für ihre pure friedliche Religionsausübung eingesperrt werden, die Millionen Tränen von Drogenabhängigen und armen Iranern, die, obwohl der Iran das drittgrößte Öl- und das zweitgrößte Gasland der Welt ist, trotz eines wundervollen Potentials an Geschichte und Natur in bitterster Armut und Depression versinken.

In das Meer der Tränen fallen auch die Tränen der Kinder, Mütter und Väter, die unter dem widerlichen Terrorismus der Marke Teheran fallen, einer perversen Idee der Vereinigung der arabischen Länder unter dem Banner von Terrorismus und Destabilisierung. In dieses Meer fallen auch die Tränen der Opfer derjenigen, die von Houthi-Milizen im Jemen, Hisbollah, Hamas, Revolutionsgarden, Qods-Einheiten und anderen mullahtreuen irakischen Milizen ermordet und gequält wurden.

Unendliche Trauer hinterließen die Millionen Iraner, die ihre Heimat für immer verlassen mussten, - und sie nahmen die Trauer mit. Die Tränen der Künstler, der Altenpflegerinnen, der Ärzte, Sportler und der Menschen, die für ihr Land da sein wollten und von einem frauenfeindlichen, fundamentalistischen und mittelalterlichen Regime gezwungen wurden, in alle Welt zu fliehen, oft von heute auf morgen, und die ihre Familien für immer verloren.

Doch in diesem Meer der Tränen gibt es ein Licht der Hoffnung. Diese Hoffnung heißt iranischer Widerstand, heißt Nationaler Widerstandsrat Iran und iranische Volksmojahedin. Wer einmal diese Menschen näher kennen lernen durfte und ihr Programm verstanden hat, wird erkennen, dass der Iran nicht verloren ist, dass brutale Diktatur auch die höchste Güte in Menschen hervorbringen kann. Von diesen Menschen können wir wieder lernen, was Freiheit und Demokratie für einen immens wichtigen Wert haben in einer Welt, wo wir selbst in Gefahr sind, diese Werte zu vergessen, denn auch wir leben in einer Welt, wo vor lauter Ignoranz jeder gegen jeden auf die Straße geht, wo uns das neue Smartphone wichtiger ist als das Leid der Kinder von nebenan, wo wir Millionen Menschen erdulden, die zur Psychotherapie rennen, weil ihr Leben leer geworden ist und die ausgebrannt sind, anstatt frei zu sein.

Der Westen könnte noch heute viel von diesen Menschen lernen, welche die Urform des Freiheitskampfes und der Güte der Seelen in den Menschen verkörpern. Doch was machen wir? Wir setzen uns mit ihren Mördern an einen Tisch, wir setzen die Freiheitskämpfer für billige Konzessionen ohne Rechtsgrundlage auf die Terrorliste, wir diffamieren und ignorieren sie. Es ist auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und Politik, des Zustandes unserer Nation, wenn Freiheitskämpfer weniger wert sind als geopolitische Spiele und die Gier nach Konzernaufträgen. Es ist der Zustand einer Nation, die an Heuchelei nicht mehr zu überbieten ist, wenn sie den Terror der einen Seite hochjubelt und den Terror der anderen Seite verschweigt. Es ist der Tod des Journalismus, wenn er aufhört, die Menschlichkeit als oberste Nachricht zu sehen und nur von der undifferenzierten Angst lebt. Wir alle sind schuld, wenn bald ein neuer See in das Meer der Tränen münden wird.

Daher sollte dieser Tag nicht nur ein Tag des Gedenkens an die Opfer der religiösen Diktatur und des islamistischen Fundamentalismus sein, sondern auch ein Tag, an dem wir über unsere jetzige Demokratie und den Wert der Freiheit sehr intensiv nachdenken ...

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (17)

dame.von.welt 12.02.2015 | 15:10

Womöglich habe ich das Programm des Nationalen Widerstandsrat Iran und der Volksmodschahedin nicht so gut verstanden wie Sie, aber mir erscheint beides ebenfalls als Königsweg vom Regen in die Traufe.

Erfreulich wäre, wenn auch von verfolgten und Exil-Iranern begriffen würde, daß CIA-Finanzierungen nie positive Auswirkungen haben, wie schon im weiteren Vorfeld der "Islamischen Revolution" die Operation Ajax.

Es ist, da Vergangenheit, zwar müßig, darüber zu spekulieren, ob Khomeini ohne den Sturz Mossadeghs je zu Macht gekommen wäre, aber genau das ist in der Zeitabfolge passiert.

pleifel 12.02.2015 | 16:09

Sanktionen treffen i.d.R. die Unschuldigen, die Schwachen, die Armen, die Alten, die Kinder.

Der Westen hatte nie größerer Problem, mit Mördern an einem Tisch zu sitzen. Besonders ausgezeichnet hat sich da USA, die sich aktiver Mithilfe beim Umsturz von demokratischen, bzw. sozialistischen Bewegungen schuldig gemacht hat. "Economic Hitman" von John Perkins deckt dies als Insider auf.

Die beste Methode zur Destabilsierung von Regimes sehe ich immer noch im Gegenteil von Sanktionen, nämlich intensivste Handelsbeziehungen. Je dichter die werden, umso mehr muss sich ein Land öffnen. Und einmal weit geöffnet, ist das Rad sehr schwer zurückzudrehen. Es muss also eine Politik der kleinen Schritte gemacht werden, die möglichst die Zivilgesellschaft einbindet. Einfach wird das sicher nicht, aber allemal besser als Sanktionen.

Was aus Ländern wird, wo alte Größen nicht abtreten wollen, sieht man ja in Syrien. Und wo die alten Größen abgetreten sind, wie im Irak und in Libyen, leidet das Volk unter Terror und Armut. Diese Beispiele sollten ausreichen, es anders zu machen.

Andererseits ist es nicht demaskierend, wenn ehemalige verantwortlich wie Madeleine Albright folgendes sagen: 500.000 tote Kinder.

shahroodi 13.02.2015 | 12:10

Im Jahr 2009 wurden Iran-Geschäfte im Wert von 8,2 Millionen Euro durch deutsche Hermes-Bürgschaften abgesichert. Das war der Mittelwert des jährlichen Geschäftsvolumens von (allein) Deutschland mit den Mullahs bis dahin. Wenn intensivste Handelsbeziehungen zur Destabilisierung von Regimes führen sollte! was sich eigentlich wie ein schlechter Witz anhört, hat diese das Mullahregime nicht geschadet. Im Gegenteil, sie haben noch mehr gefoltert, hingerichtet, vergewaltigt, Augen amputiert und besteinigt. Was die Sanktionen angeht, die Bevölkerung im Iran leidet seit Machtübernahme der Mullahs unter Vetternwirtschaft, Korruption und Inflation. Durch die Sanktionen wurde dieses Leid noch deutlicher und führte vor 5 Jahren zum Aufstand gegen das gesamte System. Das hat wiederum dazu geführt, dass die Mullahs sich gezwungen sahen, an Atomverhandlungen teilzunehmen und der Wahl eines scheinbar liberalen Präsidenten (Ruhani) zuzustimmen. Die erste Forderung der Mullahs bei allen Verhandlungen ist die Lockerung der Sanktionen, und zwar nicht aus Sorge um die Bevölkerung, sondern weil es um ihre Existenz und die explosive Situation in der Gesellschaft geht. Zudem haben die Mullahs durch Boykott des Ölverkaufs keine Devisen mehr um ihre Vorherrschaft im Nahen Osten durch Unterstützung von Terrorgruppen mit Geld und Waffen aufrechtzuerhalten.

dame.von.welt 13.02.2015 | 13:44

Mir widerstrebte der Lobgesang des Autors auf den Nationalen Widerstandsrat und die Volksmojahedin:

°Doch in diesem Meer der Tränen gibt es ein Licht der Hoffnung. Diese Hoffnung heißt iranischer Widerstand, heißt Nationaler Widerstandsrat Iran und iranische Volksmojahedin. Wer einmal diese Menschen näher kennen lernen durfte und ihr Programm verstanden hat, wird erkennen, dass der Iran nicht verloren ist ...°

Ich halte mich dazu lieber an Seymour Hersh und Bahman Nirumand.

dame.von.welt 14.02.2015 | 09:39

Und Seymour Hersh? Ist der auch eine °zwielichtige Person°? Was/wen verteidigt der denn unermüdlich?

Ich hatte Ihnen beider Artikel verlinkt, um die Instrumentalisierung des Nationalen Widerstandsrats und der Volksmojahedin durch die CIA zu belegen. Sie schrieben gestern noch, daß °CIA-Finanzierungen nie positive Auswirkungen haben°.

Was Iran angeht, halte ich mich grundsätzlich an Shirin Ebadi (auch eine zwielichtige Person?), °dazu° --> CIA an u.a. Nirumand, dessen Artikel ich zur Vergegenwärtigung des zeitlichen Ablaufs lesenswert fand.

Mein Eindruck von Nirumand war bisher, daß er für einen Wandel in Iran weniger auf irgendeinen iranischen Politiker, sondern allein auf die iranische Zivilbevölkerung setzt.

Im Zusammenhang mit Khatami las ich bislang vor allem Nirumands Kritik an den USA, °die Khatamis ausgestreckte Hand nicht angenommen und sie sogar immer wieder kompromisslos zurückgewiesen haben – was Khatami politisch sehr geschwächt habe. Dies habe den idealen Nährboden abgegeben für eine „ideologisch verbrämte Politik nach innen und nach außen“, so wie Ahmadinejad sie verfolgt habe.° ff.

dame.von.welt 14.02.2015 | 22:01

Apropos iranische Zivilbevölkerung:

Teheran zum Trotz

°Vom ersten Berlinale-Bären über die Verhaftung bis hin zum Berufsverbot: Der Fall Panahi hält die Filminteressierte Weltöffentlichkeit seit beinahe zehn Jahren in Atem. Immer wieder beeindruckte dabei auch der Mut, mit dem sich der iranische Filmemacher gewitzt über seine Unterdrücker hinwegsetzte - fast so sehr wie die Tatsache, dass er sich, trotz eines teilweise melancholischen Tons in seinen Werken, nie unterkriegen ließ. Mit dem goldenen Bären der 65. Berlinale ist nicht zuletzt dieser Mut belohnt worden°

shahroodi 14.02.2015 | 22:11

Ich halte mich an Fakten und nicht an Personen. Herr Nierumand hat immer Khatami verteidigt, weil er noch an gute Mullahs gelaubt. Herr Hershs Aussage reicht für Sie um eine Oppositionsgruppe, die im Irak von Amerikanern bombardiert wurde, als Produkt von CIA zu bezeichnen. Was Frau Ebadi angeht, liegen Sie wieder falsch. Sie betrachtet, wie Nietumand, das Regime als reformfähig. Pro Volksmodjahedin und NWRI könnte ich Ihnen mehrere Links nennen. Ich halte mich jedoch, wie gesagt an Fakten und Taten. Fakt ist, dass das Regime versucht mit allen Mitteln die VM und NWRI zu bekämpfen.

pleifel 15.02.2015 | 19:02

Sie wollten wohl den Kommentar an mich richten: dann wäre es besser, den entsprechenden Anwortbutton zu benutzen.

Wenn sie tatsächlich 8,2 Millionen Euro meinen, dann wäre das etwas für die Portokasse. Tatsächlich sind die Werte verschwindend gering und passen so gar nicht in ihre Argumentation. Stand 2013 Export 1.841 Mrd, und 0,17% am deutschen Gesamtexport.

Statistik zum Außenhandel

dame.von.welt 16.02.2015 | 12:47

Zur Erinnerung, ich wandte mich gegen die völlig unkritische Lobeshymne des Artikelautors auf VM und NWRI: °Doch in diesem Meer der Tränen gibt es ein Licht der Hoffnung. Diese Hoffnung heißt iranischer Widerstand, heißt Nationaler Widerstandsrat Iran und iranische Volksmojahedin. Wer einmal diese Menschen näher kennen lernen durfte und ihr Programm verstanden hat, wird erkennen, dass der Iran nicht verloren ist ...°

Das halte ich für Propaganda-Pathos.

°Pro Volksmodjahedin und NWRI könnte ich Ihnen mehrere Links nennen. Ich halte mich jedoch, wie gesagt an Fakten und Taten.°

Immer her mit Ihren links, lese ich. Ob es sich um °Fakten und Taten° handelt, würde ich gern selbst beurteilen.

°Fakt ist, dass das Regime versucht mit allen Mitteln die VM und NWRI zu bekämpfen.°

Das hat niemand bestritten, ebensowenig, daß in Iran religiös gestützer Totalitarismus und angewandte Menschenverachtung herrschen.

Das Regime in Iran macht aber weder CIA-Finanzierung und Instrumentalisierung des NWRI für us-amerikanische Interessenpolitik noch dessen sektenartige Struktur nebst Personenkult um Maryam Rajavi noch mutmaßlich Folter, Terror, Billigung von Gewalt, Befürwortung von Selbstverbrennung besser.

Meines Wissens hat die französische "Exilregierung" in Iran so gut wie keine Unterstützung, sondern hat sich im Gegenteil durch den bewaffneten Kampf gegen Iran im Iran-Irak-Krieg und durch seine Intervention gegen das iranische Atomprogramm viele Feinde auch in der iranischen Opposition gemacht. Der NWRI hat es versäumt, die Protagonisten der grünen Revolution oder irgendeine andere iranische oder exil-iranische Opposition zu unterstützen. Um einen Regimewechsel in Iran zu erreichen, bedarf es der breiten Unterstützung der iranischen Bevölkerung, hat weder die VM noch der NWRI.

°Was Frau Ebadi angeht, liegen Sie wieder falsch. Sie betrachtet, wie Nirumand, das Regime als reformfähig.°

Shirin Ebadi ist Menschenrechtlerin und Juristin, weswegen ihr die grundsätzliche Reformierbarkeit von Recht und Gesetz bekannt ist. Ich möchte sehr bezweifeln, daß sie auch nur irgendwie mit den Mullahs sympathisiert. Sie wird aber (wie auch ich) denken, daß der Zweck (Menschenrechte in Iran) nicht die Mittel (Menschenrechtsverletzungen) heiligt.

shahroodi 17.02.2015 | 10:43

Sie monieren die völlig unkritische Lobeshymne des Artikelautors auf VM und NWRI, schreiben Sie jedoch:

"Das Regime in Iran macht aber weder CIA-Finanzierung und Instrumentalisierung des NWRI für US-amerikanische Interessenpolitik noch dessen sektenartige Struktur nebst Personenkult um Maryam Rajavi noch mutmaßlich Folter, Terror, Billigung von Gewalt, Befürwortung von Selbstverbrennung besser."

Ist diese Hasspropaganda mit der unkritische Lobeshymne des Artikelautors vergleichbar? Nennen Sie es „kritisches Beobachten“, wenn Sie sich auf einen Artikel der Zeitung „Die Zeit“ vom Jahre 2006 beziehen, der die Meinung eines Journalisten wiederspiegelt? Abgesehen davon, dass nach den Ereignissen in den letzten 9 Jahren, einige Behauptungen des Autors sich relativiert haben. Ihre Neutralität erreicht ihren Höhepunkt, wenn man sich die Quelle Ihrer weiteren Bezichtigungen näher anschaut; eine Internetseite, Namens IRANANDERS. Kennen Sie wirklich diese Seite oder passt es gerade in Ihrem Kram die Mullahs Lobbyisten zu zitieren?

Ich gebe nur ein paar Beispiele aus dieser Web-Zeitung:

-Geopolitische Lage im Nahen Osten erfordert einen Schwenk in Richtung Iran

-Energieabhängigkeit von Russland: Iran-Sanktionen rächen sich

-Religiöses Oberhaupt und Kosmopolit mit gesellschaftlicher Weitsicht: Wer ist Ayatollah Khamenei?!!

-Die Syrien-Krise, die Achse des Widerstands und das politische System Irans

-Iran als Schutzmacht der Christen im Nahen Osten?!!!

-Hochinteressanter, nicht-öffentlicher IAEA-Bericht zu Versäumnissen der Mitgliedsstaaten

-Sanktionen: Iranische politische Häftlinge appellieren an Barack Obama!!!

-Zehn Wege, um Irans Handlungslogik zu verstehen

-Die westliche Rezeption, die Gründe zum Wahlsieg Rohanis und die Chancen dieses Wahlausgangs

-Wie demokratisch ist die Präsidentschaftswahl in Iran?

-Befindet sich Iran auf dem Weg der Unabhängigkeit vom Öl?

-Westliche und iranische Lösungsinitiativen zur Syrien-Krise

-20 Gründe: Warum Iran keine Atombombe will

-Was sind die iranischen Interessen in Syrien?

-Staatsordnung Islamische Republik in Iran: Zwischen Prinzipialismus und FlexibilitätIrans

-Atomprogramm im Kontext des technologischen Unabhängigkeitswillens

Es wundert mich wirklich, warum Sie gerade solche Webzeitungen zitieren? Naiv sind Sie bestimmt nicht!

Ihre nächste Behauptung finde ich eher erheiternd, wenn Sie sagen. „die VM hat durch bewaffneten Kampf gegen Iran im Iran-Irak-Krieg und durch seine Intervention gegen das iranische Atomprogramm viele Feinde auch in der iranischen Opposition gemacht“

Was nun, sollen die Mullahs mit Atombombe bewaffnet werden oder nicht? Oder sind Sie, wie IRANANDERS, der Meinung, dass die Mullahs mit Atomtechnologie nur Wasser kochen oder Strom erzeugen wollen? Nur die Scheinopposition innerhalb des Systems ist sauer auf die „Interventionen von VM gegen das Atomprogramm“. Im Iran-Irak-Krieg haben übrigens die VM gegen die Mullahs gekämpft und nicht gegen den Iran, was letztendlich zur Beendigung des Krieges durch Khomeini führte.

Dann fahren Sie fort: „Shirin Ebadi wird aber (wie auch ich) denken, daß der Zweck (Menschenrechte in Iran) nicht die Mittel (Menschenrechtsverletzungen) heiligt“

Woher wissen Sie das? Haben Sie sie gefragt? Aufstellen solcher Behauptungen ohne Beweise gehören auch zu Ihrer „kritische Beobachtung“? Das halte ich für Propaganda-Pathos, um mit Ihren Wörtern zu antworten.

Übrigens, es mag sein, dass die VM und MEK die Protagonisten der grünen Bewegung nicht unterstützt haben (obwohl es nicht so ist, aber wie es wirklich war, erfahren Sie bestimmt nicht von Ihren seriösen Quellen), und sie würden keine Popularität in der iranischen Bevölkerung genießen. Solange es jedoch keine freie Wahlen und keinen unabhängigen Meinungsforscher im Land der Mullahs gibt, sind solche Behauptungen völlig abwegig.

dame.von.welt 17.02.2015 | 12:28

Mit den Inhalten der verlinkten Quellen (die Parteilichkeit von irananders war mir bekannt und bewußt) beschäftigen Sie sich lieber nicht? Hmnuja, auch gut, spart mir die Zeit, auf Ihre neuerliche Tirade noch groß einzugehen.

Außer kurz auf Ihre Frage: °Was nun, sollen die Mullahs mit Atombombe bewaffnet werden oder nicht?°

Aus der iranischen Opposition, inklusive grüner Revolution ist null Widerspruch gegen das iranische Atomprogramm bekannt (except der "Aufdeckung" des NWRI) und selbst überzeugte Transatlantiker wie Josef Joffe kamen längst zum Schluß, daß Iran weniger die Bombe selbst als "Die Bombe im Regal" anstrebt. Da aber auch das ein Artikel von 2009 ist, werde ich Sie damit nicht behelligen^^

shahroodi 17.02.2015 | 17:45

Wo bleibt Ihre ach so gelobte Sachlichkeit!? jetzt drohen Sie mir sogar!

Nach dem jetzigen Wissenstand ist doch glasklar, dass die Mullahs dabei sind eine Atombombe zu entwickeln. Wer diese bestreitet, ist entweder dumm oder betreibt Lobbyarbeit für die Mullahs und ist in meinen Augen in den Untaten der Mullahs indirekt beteiligt. Es spielt dabei keine Rolle ob er der grünen, blauen oder gelben Opposition angehört, oder versucht mit seinem scheinintellektuellen Gehabe das mit Atombombe ausgestattete Mullahregime salonfähig zu machen. Wo Sie nun Ihrer wahren Position preisgegeben haben (siehe IRANANDERS), kann ich auch Ihr Wut auf die VM nachvollziehen und warum Sie so hemmungslos die Terminologien der Mullahs gegen sie benutzen.