RE: Das große Klammern | 01.11.2018 | 15:42

Merkel wird als die Politikerin in die Geschichte eingehen, die vom Kanzleramt aus mal eben ein paar hundert Flüchtlings von einer ungarischen Autobahn holen wollte und dabei Europa über den Haufen gefahren hat.

Das hat den Johnsons und Kaczyńskis erst den Drive gegeben, von dem man in den Trollfabriken des Kreml nicht mal zu träumen gewagt hätte. Und wenn es die hohe Zahl der Flüchtlinge und Migranten innerhalb kürzester Zeit nicht war, dann war es das Kommunikations-Desaster währenddessen und danach.

RE: Das große Klammern | 01.11.2018 | 15:15

|| tragisch mitschuldig? ||

Ach nein, das wäre zu viel der Ehre. Und mit der Zuweisung von Schuld bin ich ja grundsätzlich sparsam. Wer es gut meint, und das ist bei Augstein allen Zweifeln zum Trotze wohl der Fall, ist eh nur bedingt schuldzuweisungsfähig. Grins.

Mir geht es, wie immer, 'nur' um den Hinweis auf die schier unaushaltbaren Widersprüche in Haltung und Analyse.

Es will und wird mir nicht in den Kopf gehen, wie man Putin nach dem Mund, dem Islamismus das Wort, im Zusammenhang mit Trump von Frieden und die Flüchtlingskrise und ihre politischen Folgen für D und Europa klein reden kann, während man gleichzeitig von sich (und seinem Blatt) behauptet, anti-militaristisch, gesellschafts-progressiv, anti-rechtkonservativ, anti-autoritär, demokratie-liebend usw. usw. zu sein.

Das passt vorne und hinten nicht zusammen, weder intellektuell noch emotional. Und das ist das, was ich kritisiere, in einem durch. Das ideologisch bedingt Unstringente.

Das durch und durch Unpolitische letztlich, das zu so irren Dingen führt, dass sogar Erdoğans Speichelleckern die Stange gehalten wird, wenn die nur kurz "Rassismus!" rufen. Eins von immer mehr werdenden Beispielen, die an Unerträglichkeit nicht zu überbieten sind und mit links-sein im Ansatz nichts zu tun haben.

Lutz Herden schreiben lassen - und schreiben und schreiben, aber gegen die AfD sein wollen..? Das erklärt einem niemand. Weil es niemand versteht.

Die CDU hat in Hessen trotz flüchtlingsfreundlichem Kurs Stimmen verloren..? Hähh..?! Hessen..?? Liegt das nicht mittendrin..? Und wo sind denn die Bayern nicht flüchtlingsfreundlich..? Ich seh's nicht. Ich kann es nicht sehen.

Wahrscheinlich bin ich zu doof. Das wird wohl der Grund sein.

RE: Euphorie wie nie | 31.10.2018 | 20:13

Was redet Lethe denn da wieder..?

Guter Text über eine tolle Musikerin. Die ich erst seit "Be Mine" kenne, obwohl ich auch fast 40 bin, also totales Neunzigerkind. Sehr bezeichnend alles.

RE: SPD etc. | 23.10.2018 | 09:48

Ja, leider ist in der Nachkriegszeit viel Mist nicht ausgesperrt worden, weil jeder Dreck mitgemacht werden „musste“. Ich schreibe aber „die einzige Chance“. Und dabei bleibe ich.

Und die ursprünglichen Ideen von Sozialer Marktwirtschaft, des Sozialen Netzes und staatlich-solidarischer Alters- und Daseinsfürsorge ist original Kapitalismus-Einhegung (gewesen).

Aber das verstehen Sie nicht. Und wir werden uns auch nicht treffen. Erst recht nicht in Wolkenkuckucksheim.

RE: Das nächste Scherbengericht | 22.10.2018 | 17:32

|| Russland wird nicht untätig bleiben ||

Richtig, Putin regelt. Friedlicher noch als der friedliche Herr Trump. Sehr gut.

RE: SPD etc. | 22.10.2018 | 10:31

Und ich stimme ihren aufgesagten Reimen aus dem vergangenen Jahrhundert auch nicht zu. Die nationale Ebene (und woimmer möglich die supra- oder eben inter-nationale Ebene) ist die einzige Chance auszusperren, was man im eigenen Lande nicht haben will. Nein, damit sind hier nicht Flüchtlinge oder Migranten gemeint, sondern alles andere, z.B. rechtskonservativ-illiberale Demokratur. Und es ist die einzige Chance den globalisierten Kapitalismus ein Stück weit einzuhegen, per Steuer- und Sozialgesetzgebung, Arbeitsrecht etc.. Alles andere ist Wolkenkuckucksheim und führt immer tiefer ins Chaos.

RE: SPD etc. | 22.10.2018 | 08:37

|| Sehnen Sie sich nach Krieg? ... Wollen Sie Mafiaherrschaft? ||

Sie sollten das behandeln lassen, in Marseille oder Genf. Und bitte lassen Sie mich in Ruhe.

RE: SPD etc. | 21.10.2018 | 20:22

Es hat mit Mißmut nichts mehr zu tun. Es ist das blanke Entsetzen.

Auch und vor allem darüber, wie sie schreiben, senden, talken, interviewen, kommentieren, labern und quatschen - aber vorgeblich niemand weiß, wie es hatte kommen können wie es kam.

Augstein und Merkel erklären die Flüchtlingskrise für irrelevant und beendet? Toll! Das ist ja genau die Art wie wir hinkamen wo wir hingekommen sind.

Optimismus und Fortschrittsglaube, daran fehle es mir, lese ich gerade. Und Dankbarkeit wahrscheinlich. Wenn ich das alles hätte, würde, nein WÄRE alles gut. Packt man sich nur noch vor'n Kopp, oder..?

"Objektiv betrachtet sind wir immer noch führend." Das schreibt der da wirklich. Die haben im Ansatz nicht verstanden, worum es geht. Niemand, nirgends.

RE: SPD etc. | 21.10.2018 | 20:06

Die Gesamtsituation ist sogar noch gesamter, wenn man von einer Nachbargalaxie aus auf unsere Milchstraße blickt. Und? Soll das jetzt der Grund sein, dass keine landeseigene, gestaltende Politik mehr möglich ist?

Ich weiß immer nicht, ob ich eigentlich der einzige bin, dem bewusst ist, dass das Wort "international" ohne die Buchstabenkombination "national" gar nicht existierte. Oder ob es noch andere gibt.

Ist es zu schwer zu verstehen, dass Politik, die auch nur annähernd links ist, in Zeiten, in denen Land für Land nach rechts und ins Autoritäre oder anderweitig ins Chaos kippt oder gekippt wird, im sog. Westen und überall, erst mal nur national möglich ist?

Jedenfalls ist das der Ort wo es beginnt. Denn wir können von hier aus keine Politik für China oder die vertrumpten Staaten von Amerika machen. Aber wir können unsere eigenen Angelegenheiten, das, was ich im Text aufzähle, versuchen in Ordnung zu bringen.

Zwei Beispiele:

Wenn die EU Schadstoffgrenzwerte vorgibt, die mit 300-PS-Autos nicht einzuhalten sind, dann dürfen solche Autos in der EU weder gebaut noch gefahren werden. Und auch nicht von deutschen Konzernen in Werken in den USA oder in China, Punkt.

Wenn seit Jahrzehnten feststeht, dass Konzerne und reiche Privatleute mit betrügerischsten Methoden die Staatskassen plündern wie und wo sie nur können, dann ist die Steuergesetzgebung so zu verändern, dass das in keinem denkbaren Fall möglich ist, Punkt.

Keine Ahnung, was daran so schwer zu verstehen oder umzusetzen ist. Das sind nicht mal linke Forderungen. Und es rettet die Welt auch nicht vor ihrem Untergang. Aber es zögert ihn etwas hinaus. Vierzig Jahre, mehr brauche ich nicht.

RE: „Es geht nicht um die Nation“ | 21.10.2018 | 15:21

|| A: Sie sprechen vom „Nationalstaat“ als etwas, das man nicht überwinden muss.

W: Meinetwegen kann man vom „Territorialstaat“ sprechen. Es geht nicht um die Nation. Es geht darum, dass es außer- oder oberhalb der Staaten keine institutionellen Voraussetzungen für Demokratie und soziale Sicherungssysteme gibt. ||

So sieht's aus.

Und/aber es gibt außer- oder oberhalb der Staaten für so vieles keine institutionellen Voraussetzungen, das man es gar nicht alles aufzählen kann.

Minderheitenschutz, Gleichstellung/-beRECHTigung, Religionsfreiheit, Recht auf Religionslosigkeit... allein die Liste auch und vor allem linker Positionen und Ziele ist ziemlich lang - und schon mit einigen EU-Staaten in ihrer heutigen Verfassung nicht umzusetzen.

Alles andere steht da. (Vorsicht, nicht empfohlen.)