RE: Den „Aufstehen“-Nörglern zum Bedenken | 16.09.2018 | 15:46

Ich bin bei #aufstehen dabei, was man dabei-sein nennt, angemeldet, folge auf Facebook, aber bin skeptisch.

Nicht wenige Kommentator*innen halten es für die richtige Zeit. Mir scheint es die falsche Zeit zu sein.

Jetzt, wo die Demokraten der Republik in den Verteidigungsmodus gegen Rechtsaußen schalten, ist eine schlechte Zeit für Idealismus.

Vor 10 Jahren wäre die richtige Zeit gewesen, auf der Bugwelle der Finanzkrise. Dieses Empörungspotential hätte gehoben werden müssen, von links.

Leider hat die Bildzeitung es damals geschafft, die Wut auf "die Griechen" umzulenken. Und jetzt, kurz vor dem nächsten Knall, geht die Wut wieder eigene Wege.

Es sind komplizierte Zeiten mit bedrohlichen Zukunftsaussichten, national und international. Da sehnt sich die Mitte nach Law & Order, klammert sich an Bekanntes.

Veränderung droht von rechts. Sagen wir. Sagen viele, zum Glück. Nicht wenige sehen sich aber auch vom Veränderungswillen der politischen Linken bedroht.

Der heiligen Mitte die Angst vor Letzterem zu nehmen geht nur durch Distanzierung von Ganzlinksaußen. Geht nur, wenn wir versichern:

Die Staaten bleiben. Die Grenzen bleiben. Wir streben keine Migrationspolitik mit viel Herz aber ohne Verstand an. Euer scheiß Kapitalismus bleibt; er wird 'nur' zurechtgestutzt. Zurückgeschnitten. Und es werden keine russischen Verhältnisse in Deutschland herrschen und auch kein autoritäres Regenbogenmatriarchat.

Erst wenn sie das glaubt, die heilige Kuh Mitte, kann sich von links etwas ändern. Weil erst dann sich genug finden, damit es ein relevantes, politisches Gewicht wird.

Vorher bin ich skeptisch.

RE: Deutsche Standards | 14.09.2018 | 08:39

Was einem hier entgegenschlägt, z.B. von Miauxx, wenn/weil man sich gegen die oft wirren, meist unrealistischen, einfachen Parolen der Linksäußersten abgrenzt, ist erschreckend.

Von der breiten Masse erwarten sie, dass sie sich scharf gegen Rechtsextremismus abgrenzt, aber vergessen sich, sobald sich jemand erdreistet, sich gegen ihre Linksextremismen abzugrenzen.

Links in Anführungsstrichen. Die Miauxx‘sche Homo-Reiterei ist alles. Nur eben nicht links.

Heuli, Wetterer, so nennen sie einen. Stellen einen in die rechte Ecke und als Person infrage. Weil man sich weigert jeden Dünnpfiff mitzugehen. Unreife Kinder.

RE: Deutsche Standards | 13.09.2018 | 22:10

Auf dieses Niveau werde ich mich nicht wieder begeben. Da bin ich schon gewesen.

RE: Nicht ohne meinen Dolch | 13.09.2018 | 22:07

Über das Wort "ablenken" muss man aber mal nachdenken im Zusammenhang.

RE: Nicht ohne meinen Dolch | 13.09.2018 | 22:04

"...sich Maaßen blamierte, als er das Video über eine Menschenjagd in Chemnitz als Fälschung abtat?"

Es ist wieder zum Verzweifeln mit euch Medien.

Fälschung und Hetzjagd, an den beiden Sachen hängen alle, wirklich alle, ihre Texte und Meldungen auf.

Offenbar ohne zu merken, dass das Video eine Fälschung hätte sein können und man, dem Wort nach, lange darüber streiten kann, ob es nun eine Hetzjagd war.

Der eigentliche, unfassbare Klops, das Video sei wohl gestreut worden, um von dem "Mord" (Maaßen) abzulenken (sic!), wird gar nicht richtig gewürdigt.

Ablenken und Mord, das sind die Begriffe, die unbestreitbar und unabhängig von vorhandenen oder fehlenden Hintergrundinfos sehr sehr tief blicken lassen.

Nicht Fälschung, vorsichtig aber falsch eingeschätzt oder Hetzjagd, ja oder nein oder vielleicht. Ablenken und Mord, das wär's gewesen.

RE: Der Wut eine Luft | 10.09.2018 | 00:33

"Bei dem zweiten [Afghanen] wurde von einer Abschiebung vorläufig abgesehen, weil noch Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung und des räuberischen Diebstahls laufen. In solchen Fällen drängt die Staatsanwaltschaft üblicherweise darauf, die Ermittlungen abzuschließen, bevor eine Abschiebung vollzogen wird." SPIEGEL ONLINE, heute

Das gilt es dann mal zu erklären.

Das muss aufhören. Solche Nachrichten können in dieser Schlagzahl nicht die Runde machen. Das schaffen wir nicht.

Denn es ist ja mit nichts zu erklären, dass junge Menschen, die um Schutz für ihren Leib und ihr Leben ersuchen, andere hier körperlich schwer verletzen oder töten.

Das ist worst case. Unvermittelbar.

RE: Der Wut eine Luft | 09.09.2018 | 23:49

"Wie stehen wir zur Polizei?"

Das lässt sich in und unter allen Beiträgen zum G20 Gipfel in Hamburg nachlesen, auf freitag.de und in Augsteins Twitter-Timeline.

Der Preis sollte in die Höhe getrieben werden, das hat hervorragend funktioniert, unter gröhlendem Applaus.

Aus ganz Europa und dem antifaschistischen :) Russland waren friedliche Berufserwerbslose angereist, um die Bullenschweine mal so richtig in die Pfanne zu hauen.

"Legitim" ist das Wort, das die unreflektierte, aktivistische Linke rauskramt, wenn es darum geht ihre Extremismen und ihren versuchten Systemsturz zu rechtfertigen.

Darin steht sie den Rechtsextremen in nichts nach. Denen geht es, wenn man sie hört, auch immer nur um Selbstverteidigung.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich zu oft schon fragte:

Universalismus ist totalitär. Moral ist multipolar. Nicht alles, was Recht ist, ist auch gerecht. Wann äußert sich Jakob Augstein zu den drei Klöpsen denn mal?

Mehr Geld, das soll jetzt die Lösung gegen Rechtsextremismus sein. Verzeihung, mehr soziale Gerechtigkeit natürlich. Mehr Lohn, mehr Rente, mehr von allem.

Warum nicht 5 Gratis-Urlaubsflüge für alle pro Jahr? Das verbraucht ordentlich Öl und das zusätzlich freigesetzte CO2 tut dem Hambacher Forst gut. Bäume brauchen viel CO2.

"Hambacher Forst", das muss neben "Alerta" der zweithäufigste Begriff gewesen sein, der in den Reden, eine wirrer als die andere, auf der internationalistischen Demo gegen Rechts gefallen ist, letzten Dienstag in unserer Stadt.

Mein Körper war präsent, vor dieser Bühne. Nur um da zu sein. Einer mehr. Aber in meinem Kopf schrie es: Scheiße, so gibt das doch nichts! Und:

Bitte, lieber Gott, lass die schweigende, neoliberal verhetzte Mehrheit, die mit ihren Einkaufstüten vollgeshoppt mit teurem, überflüssigem Scheiß vorbeigeht, nicht hören, was die da teilweise reden.

Denn wenn die anfängt zu glauben, dass DAS der Widerstand gegen Rechtsextremismus ist, dann bekommen wir aber mal ein richtiges Problem.

RE: Der Wut eine Luft | 09.09.2018 | 13:57

Das Gegenteil von Extremismus ist Nichtextremismus.

Sprechen Sie das mal, gemeinsam in Ihren Konferenzen, laut, viele Male hintereinander, bis es drin ist.

RE: Der Wut eine Luft | 09.09.2018 | 13:49

Das Gegenteil von Extremismus ist Nichtextremismus.

Das war immer so, ist so, und wird immer so sein.

RE: Der Wut eine Luft | 09.09.2018 | 13:42

Warum , um alles in der Welt, überlässt man, wenn man

a) keinerlei Ahnung von Psychologie und Soziologie hat und

b) per Selbstdefinition an neutraler, politischer Beobachtung und Analyse nicht interessiert ist,

die Flüchtlings- und Migrationsfragen samt gesellschaftspolitischen Chancen, Risiken und Nebenwirkungen nicht Fachleuten und gebildeten Laien,

sofern man ein ernsthaftes Interesse an der Verhinderung von Rechtsextremismus hat?

Das ist die einzige Frage die ich noch habe.