Abnehmen im Schlaf

Jens Spahn Existenzminimum heißt jetzt Intervallfasten. Sonst ändert sich nichts.
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Mit Hartz IV hat "jeder das, was er zum Leben braucht", sagt Jens Spahn. Das ist eine beruhigende Nachricht. Vor einem Gesundheitsminister, der nicht weiß, was es zum Leben braucht, müssten wir uns fürchten. Wissen ist wichtig.

Galápagos-Riesenschildkröten werden uralt, weil sie wahre Hungerkünstlerinnen sind. Zu viele Kalorien können einem Organismus mehr Stress bereiten, als zu viele Flüchtlinge. Und unsere Alten sind alt, weil sie im Krieg damals so wenig zu essen hatten.

Eckart von Hirschhausen kann den Gürtel enger schnallen, denn er hat dutzende Kilo abgenommen. Sein Geheimnis: Nahrungsaufnahme nur zwischen 10 und 17 Uhr ("Ess-Pausen", "Abnehmen im Schlaf").

Viel schlafen, viel trinken. Das machen viele Erwerbslose instinktiv richtig. Wie zufrieden sie wären, wenn sie wüssten, wie gut es ihnen insgeheim tut, am Ende eines Geldes noch Monat übrig zu haben. Wissen ist wichtig.

Lange glaubte man, Hartz IV sei die Antwort des Personalchefs der Volkswagen AG auf die kleine Anfrage eines ehemaligen Juso-Vorsitzenden. Aber das stimmt nicht. Jens Spahn weiß: "Hartz IV bedeutet nicht Armut, sondern ist die Antwort unserer Solidargemeinschaft auf Armut".

Höre und wiederhole: Hartz IV ist die Antwort auf Armut. Nicht auf Erwerbslosigkeit. In Deutschland findet Armut erst unterhalb des Existenzminimums statt. Jenseits des Daseins.

Wer in finale Ess-Pause verfällt, wird demnächst nicht mehr für tot erklärt, sondern für arm. Anordnung des Ministers.

00:45 13.03.2018
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