Es gibt gar keinen Unionsstreit

Unionsstreit Geschnappte, Übergeschnappte und ein "Kompromissvorschlag"
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Der Polizeidirektor a.D. und CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster hat in einem Radio-Interview erklärt, warum der "Kompromissvorschlag" an die CSU sogar weitreichendere Folgen hätte als Punkt 27 of Seehofers "Masterplan".

Drei deutsche Grenzübergänge würden derzeit kontrolliert, die alle drei in Bayern liegen. Wen die Bundespolizei dort schnappe, werde ins Landesinnere und in die Obhut des BAMF überstellt. Doch nur wenige zu Schnappende passierten die Grenze an diesen Übergängen.

Der "Kompromissvorschlag" der Kanzlerin beinhalte eine Schleierfahndung im 30km-Radius auch um die "grüne Grenze". So Geschnappte würden in grenznahe Transitzentren verbracht und ihr Gesuch binnen einer Woche positiv oder negativ beschieden.

Schnappen, prüfen, rein oder raus. Das müsste der CSU um Söder und Seehofer gefallen. Tut es aber nicht. Also worum geht es im "Unionsstreit"? Zwei Verschwörungstheorien.

1. Es gibt gar keinen Unionsstreit. Nur eine "Good cop, bad cop"-Dramödie zwischen CDU und CSU, die Merkel auf europäischer Bühne als Getriebene in Erscheinung treten lässt, der entgegengekommen werden muss. Sie schaffte noch was, aber Mann lässt sie nicht.

2. Es gibt gar keinen Unionsstreit. Es geht um das Wegmachen von Merkel. Den Versuch. Man stelle sich vor, die CSU könnte noch vor der Wahl zum Landtag verkünden: "Sie musste weg? Unser Vorsitzender hat sie weggemacht. Die AfD plärrt, Seehofer handelt."

"Lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist", soll Horst Seehofer der "Süddeutschen Zeitung" gesagt haben. Scheint aus der Feder der Autoren zu stammen, die auch schon für Dorothee Bär gearbeitet haben (...mit einem Flugtaxi durch die Gegend zu können).

Nicht schlecht geschrieben. Aber zu auffällig.

20:10 02.07.2018
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