Hört das denn nie auf?

Nachkriegsroman Entlang der Wege dreier Veteranen im Paris der 20er erzählt Pierre Lemaitre von den Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 44/2014

Der Titel des achten Romans von Pierre Lemaitre ist dem Brief eines französischen Soldaten entnommen, den dieser kurz vor seiner Exekution als angeblicher Kriegsverräter im Jahre 1914 schrieb. Aber auch ohne Kenntnis dieses Details bildet der kurze Gruß Wir sehen uns dort oben eine thematische wie emotionale Klammer für die Handlung des Buchs, das im vergangenen Jahr mit Frankreichs bekanntestem Literaturpreis, dem Prix Goncourt, ausgezeichnet wurde.

Wir sehen uns dort oben porträtiert eine Gesellschaft, die darum bemüht ist, ihre Toten zu ehren und währenddessen ihre Lebenden, speziell die Veteranen, vergisst. Mit seinem hohen Erzähltempo und der Einflechtung von zeitgenössischem Slang der 20er Jahre erinnert der Text dabei an Lemaitres ält