Netzschau: Alles wird teurer. Außer dem Internet.

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

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Ungeschickte Schwangerschafts-PR, jede Menge Statistik, schon wieder Facebook, diverse Formen von (Tier-)Spionage. Die Zukunft. Und Thomas Bernhard.

1. Die Redaktion von Radio Fritz findet offenbar die Art und Weise, in der unsere Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ihre Schwangerschaft kommuniziert, als nicht wirklich angemessen und äußerte diesen Unmut in einem offenen Brief.

"Erzählen Sie uns bitte nicht, dass Sie von Existenzängsten geplagt sich nachts wälzen und sorgen, ob das Geld für die Windeln reichen wird, ob Sie problemlos Ihre Arbeitsstelle zurückbekommen. Fragen Sie sich lieber, wer eigentlich vor kurzem das Elterngeld gekürzt hat."

Mittlerweile hat Fritz den Brief wieder offline genommen, jedoch findet sich hier ein Screenshot. Das Netz verliert schließlich nichts.

2. Und dann wird auch noch alles teurer. Außer Telefonieren. Und Internet.

"Gefühlt wir ja alles immer teurer, doch so ganz richtig ist das nicht: Telekommunikation und Internet werden immer billiger. Das, dokumentiert das Statistische Bundesamt anhand aktueller Zahlen, galt auch für das angebliche Teuer-Jahr 2010." Spiegel.de

3. Was sich natürlich direkt in einer weiteren Statistik niederschlägt:

"Bei der Internetnutzung in Deutschland gibt es weiterhin digitale Gräben – die jungen Erwachsenen sind aber nahezu vollständig im Netz angekommen. Für die Altersgruppe von 18 bis 24 Jahren ermittelte die Forschungsgruppe Wahlen im vierten Quartal 2010 eine Online-Nutzung von 99 Prozent." Heise.de

4. Diese intensive Nutzung des Mediums zeitigt sich beispielsweise im mittlerweile bereits zehnjährigen Bestehen von Wikipedia, was die Kreativagentur jess3 zum Anlass nahm, die Geschichte der Plattform in einem feschen Video nachzuzeichnen.

"The State of Wikipedia not only explores the rich history and inner-workings of the web-based encyclopedia, but it’s also a celebration of its 10th anniversary. With more than 17 million articles in over 270 languages, Wikipedia has undoubtedly become one of the most visited and relied upon sites on the web today. More than a million people have contributed to make the site what it is today." Whudat.de

5. Eine weitere digital-historische Aufarbeitung bietet das neueröffnete Computerspielemuseum in Berlin.

"Hier gibt es einen Riesenjoystick, das erste Video-Game der Welt - oder ein Spiel, das bei Fehlern Stromstöße verteilt: Am Freitag öffnet nach elf Jahren Hickhack in Berlin endlich wieder ein Museum über Geschichte und Gegenwart der Computerspiele." Spiegel.de

6. Ein paar Stromstöße wünscht man von Zeit zu Zeit auch den Herrschaften bei Facebook an den Hals oder ein beliebiges anderes Körperteil, wenn einem deren (wenn auch vorerst abgewandten) Vorhaben in Sachen Datenhandel zu Ohren kommen.

"Nach heftiger Kritik stoppt Facebook seine Pläne, dass externe Firmen Zugriff auf Telefonnummern und Adressen der Mitglieder bekommen können. Wieder einmal sorgt der Protest von Mitgliedern und Datenschützern dafür, dass das Online-Netzwerk Facebook umstrittene Ideen zurücknimmt." Focus.de

7. Gerade auch in diesem Kontext bleibt die anhaltende (politische) Diskussion über die Vorratsdatenspeicherung interessant.

"Das Thema wird wohl noch auf absehbare Zeit für erhebliche Diskussionen sorgen, denn auch der kürzlich von Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger vorgestellte Kompromissvorschlag ist sowohl bei Befürwortern als auch Gegnern dieser Maßnahme auf wenig Gegenliebe gestoßen." Haufe.de

8. Apropos Spionage: Warum nicht mal wieder auf die reichen Möglichkeiten zurückgreifen, die einem die Fauna bietet?

"So geriet der Vogel also in saudische Gefangenschaft. Denn der Verdacht hatte sich bestätigt: Das Tier trug nicht nur eine auffällige Flügelmarkierung, sondern ein technisches Gerät mit hebräischen Schriftzeichen. Sayyad Al Rashidi hatte einen Mossad-Spion auf frischer Tat ertappt!" Blogs.taz.de

9. Vielleicht stand ja auch das mysteriöse Vogelsterben in den USA eigentlich im Kontext einer missglückten Instrumentalisierung der armen gefiederten Freunde durch NSA und Konsorten? Man weiß es nicht.

"Ein toter Vogelschwarm der am Neujahrstag in Arkansas in den USA gefunden wurde hat in der Folge einen gewaltigen Medienhype erzeugt. In den Tagen danach machte jedes tote Tier das irgendwo auf der Welt gefunden wurde Schlagzeilen und viele Menschen waren besorgt ob dieser mysteriösen Häufung tierischer Todesfälle. Ich habe damals schon erklärt, dass daran nichts mysteriös ist und das die toten Vögel auch kein Vorbote des Weltuntergangs sind." Scienceblogs.de

10. Doch zurück zu ernsten Dingen. Irgendjemand war so nett und hat die kompletten Videos "Die Ursache bin ich selbst" sowie "Fernsehdokumente 1967 - 1988" auf Youtube gestellt, worauf ja bereits in der Community verwiesen wurde. Trotzdem nochmals, denn Thomas Bernhard kann nicht oft genug gepriesen werden: Schauen Sie sich das mal an. Sie werden es nicht bereuen.

Randnotiz 1 (wenn auch alt): Die Russen haben aber auch wirklich alles kopiert.

Randnotiz 2 (auch irgendwie alt): Die Zukunft von Gestern.

Die letzte Netzschau findet sich hier.

16:31 21.01.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Daniel Windheuser

I am the key to the lock in your house that keeps your toys in the basement. Oder so ähnlich.
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Daniel Windheuser

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