Insel-Banker

Es ist keine Kunst, Sand im Getriebe zu sein, aber es ist ein unschätzbares Vermögen, wichtige Entwicklungen mit anzutreiben.
Insel-Banker
RE: Ein Drittel Tyrannei, zwei Drittel Vernunft | 09.11.2021 | 16:22

Ausgezeichnet! Danke!

Sie hätten Herausgeber und Teile der Redaktion von "dF" noch hinzufügen können.

RE: Wo bleiben die kritischen Intellektuellen? | 12.10.2021 | 12:20

Seifert: „Gibt es noch Platz für kritische Intellektuelle?“

Hier in diesem Forum wohl eher nicht. Außer Selbstdarstellern, Zeittotschlägern, hinterlistigen Möchtegern-Seriösen, linken Linken, Cannabis gestählten Frei-Denkern, Geschädigten aller Art, einseitigen Entweder-Oder-Vasallen und Missionaren aller Couleur, die alle nicht bei ihrem Lieblings-Zeitvertreib durch anderslautende Gedanken gestört werden wollen und nahezu automatisch ablehnen, was anders ist, finden sich hier nur ganz vereinzelt mal wirklich kluge und vor allem einsichtige Denkerinnen und Denker, die willens und zugleich in der Lage sind, Konstruktives beizutragen.

Hier finden Sie nicht den «freien und einklagenden Geist der kritischen Intellektuellen» (Jasper), der natürlich völlig unverzichtbar ist. Hier im Forum existiert eher eine Sonderform gesellschaftlich vorherrschender Boulevardisierung. Die bisherige Kaum-Beachtung Ihres Blogs ist Gradmesser für das Niveau, obwohl genau das von Ihnen aufgeworfene Thema eines der Wichtigsten überhaupt ist.

Herzlichen Dank, dass Sie an die absolute Notwendigkeit zukunftsweisender „politischer Entwürfe“ erinnert haben!

RE: Fragen und Antworten | 19.05.2021 | 13:03

»Der kommt immer so seriös rüber, so isser gar net«

(Felix Neureuther, Skiweltmeister, über seinen Kumpel Bastian Schweinsteiger, Fußballweltmeister, in der Dokumentation von Til Schweiger)

Journalistisches Grundwissen: Scheiße ist, wenn das exakte Verorten und das faktenbasierte Darstellen von Scheiße als schlimmer angesehen wird, als eben das Verursachen selbiger. An diesem Punkt wird die elementare Freiheit, begründet den Finger in Wunden legen zu dürfen, zu Gunsten des derzeit Bestehenden unterbunden. Es gibt Zusammenhänge, in denen genau das Methode hat.

Ja, "Geschlossene Anstalt" (frei nach Magda), und Ja, "Kindergarten" (frei nach Chuwawa), aber nicht das Beschreiben, sondern das Verursachen – so viel zum banalen Standard von Kritik!

Spätestens durch Scheinheiligkeit, Krokodilstränen und unangemessene Vorwürfe in Verbund mit übereifrigem Schutzverhalten wurde der intellektuelle und charakterliche Qualitätshorizont der Debattenkultur eindrucksvoll abgesteckt. Oder etwa nicht?

Befeuert durch die Zeit des Wartens auf eine angemessene Reaktion reifte in mir die Erkenntnis, dass meine Beiträge und meine Kommentare das Foren-Niveau offensichtlich gefährden. Wo käme man denn sonst auch hin, wenn sich linke Denker, wenn sich besonders linke Foristen und all die anderen selber einmal an die eigene Nase fassen müssten?

Könnte das am Ende nicht sogar all die positiven transitorischen Effekte für die Verwirklichung linker Träume durcheinander bringen?

»Auf das, was da noch kommt« ...

(aus gleichnamigen Song von Max Giesinger und anderen, 2019)

Oder kommt da nichts mehr?

RE: Fragen und Antworten | 14.05.2021 | 12:36

Wollten Sie damit etwa sagen, warum Sie ihn haben versenken lassen?

RE: Fragen und Antworten | 14.05.2021 | 12:16

Doch, der Forist existiert noch und Nein, mein Beitrag war in keiner Weise überflüssig. Der Inhalt war auch nicht speziell auf Sie gemünzt, sonndern meine Replik an Sie hatte als Kern unseren verunglückten Austausch. Den Vergleich mit Knossos empfinde ich als abolut unangemessen!

Ich habe gegen die Löschung meines gesamten Beitrags bereits Einspruch erhoben. Mal sehen, was geschieht.

RE: Psychische Krisen | 11.05.2021 | 16:33

Nein, das verstehe ich nicht!

Es wurde von mir ganz klar benannt, dass sich meine Aussage auf das gesamte Forum bezieht. Es ging um Stenzingers Begriff des "Vulkanausbruchs", den man trotz Ihrer zahlreichen ehrenwerten Ansätze und vieler anderer hier im Forum nicht finden bzw. (nach meinen bisherigen Erkenntnissen und eigenen Erfahrungen) nicht inszenieren kann. Das entspricht nun einmal der ForenWirklichkeit – unabhängig davon, ob Sie oder ich das gut finden.

Da Sie ja im Psychologischen bewandert sind, dürfte auch Ihnen vertraut sein, dass unrealistische Erwartungen zu Frustrationen führen können.

Daher mein in Wirklichkeit nicht destruktiver, sondern für @Peter Stenzinger selber k o n s t r u k t i v e r Kommentar.

Ein unverhältnismäßiger BeschützerReflex führte also nur in die Irre. Deshalb sollten wir es jetzt dabei belassen.

RE: Psychische Krisen | 11.05.2021 | 15:35

Es freut mich sehr, dass hier bei Ihnen viel diskutiert wird!

Mein obiger Kommentar zeigte Interesse am neuen Forumsmitglied, nicht aber Interesse an Ihrem Thema, zu dem ich mich derzeit nicht berufen fühle.

Meine Einwände habe viele Male an anderen Stellen benannt und belegt.

RE: Psychische Krisen | 11.05.2021 | 15:03

@Peter Stenzinger: »Was es braucht, ist ein geistiger Vulkanausbruch«

Wie wahr! Den aber werden Sie hier in diesem Forum nach meinen bisherigen Erkenntnissen weder finden noch inszenieren können. Die bei den meisten Foristen vorhandene Denkmasse ist viel zu einseitig und aus unterschiedlichen Gründen häufig viel zu unflexibel. Das aber sollte Sie nicht davon abhalten, auch weiterhin interessante Standpunkte zu vertreten. Weiter so!

RE: Was ist Links? | 08.05.2021 | 15:41

▪ Nachtrag zu einem früheren Zusammenhang:

@Chuwawa: »Wir müssen einander akzeptieren und stehen lassen können - einen Jeden so wie er eben ist.«

Ich hatte Ihnen bereits mit einem klaren Jein darauf geantwortet, dann aber trotzdem wiederholt darüber nachgedacht. Wenn ich Ihre leidvolle Krankengeschichte auch nur ansatzweise richtig verstanden habe, dann gab es da jemand, der Ihnen mit einer ganz anderen als die übliche Sicht zu helfen wusste. Würde Ihnen Ihr Bekannter in Bezug auf die oben von Ihnen undifferenziert getroffene Aussage Recht geben?

▪ Achtung Chuwawa: Mit Ihrer grundsätzlichen, grundsätzlich lobenswerten Menschenfreundlichkeit bewegen Sie sich in diesem Kontext auf ganz dünnem Eis, da hier einander widerstrebende Faktoren eine Rolle spielen und einfache Antworten nicht zu haben sind.

▪ Wen oder was wollen Sie mit Ihrem obigen Kommentar in Schutz nehmen bzw. was wollen Sie relativieren?

▪ Vielen Dank für Ihren sehr wichtigen Hinweis auf die grauenvollen Ereignisse im Zusammenhang mit dem BlutMai 1929! So etwas hätte nie passieren dürfen! Und natürlich erklärt das den Hass auf den sozialdemokratischen Minister und möglicherweise auch zurecht auf die gesamte Partei der SPD.

In welchem Maße aber relativiert das die verhängnisvolle Haltung, die in dem unsäglichen Thälmann-Zitat – Eine mögliche Koalitionsregierung unter Beteiligung der SPD sei „tausendmal schlimmer als eine offen faschistische Diktatur, die einem geeinten, zum Kampf für seine Interessen entschlossenen Proletariat gegenüberstehen würde" – zum Ausdruck kommt?“ Ich halte Sie für klug genug, schreckliche Vorfälle nicht gegeneinander aufrechnen zu wollen.

Mich erschüttert dieses Zitat abgrundtief. Es widert mich auf schlimmste Weise an, wann immer ich es lese bzw. wann immer ich daran erinnert werde! Und @w.endemann hat mich mit seiner ebenfalls sehr zweifelhaften Aussage (Begründung weiter unten) daran erinnert, weshalb ich ihn auf diese Parallele, die er bis jetzt offensichtlich nicht auch nur annähernd verstanden hat, freundlich hingewiesen habe: @Insel-Banker: »Und noch eine abschließende Bemerkung sei mir erlaubt: … Das dachten Linke seinerzeit über den Nationalsozialismus auch, weshalb sie diesen nicht von vorneherein gemeinsam mit der SPD bekämpften«). Dass es jetzt in dieser Weise immer weiter thematisiert wird, liegt nicht nur an mir, obwohl es eigentlich nur ein Randthema ist.

Aber zunächst zurück zum KPD-Führer Ernst Thälmann. Selbst, wenn ich @w.endemanns interessanten Erklärungsansatz in Bezug auf die systembedingte Kaltherzigkeit von Wirtschaftsführern anwende, wonach Thälmann persönlich moralisch zumindest nicht völlig daneben lag, sondern systembedingt zu solch einer schrecklichen Aussage kam, dann muss ich erstens die abgrundtiefe Kaltherzigkeit des systemischen linken Denkens aufs Äußerste verurteilen und zweitens ebenso die absolute Unsensibilität des KPD-Vorsitzenden Thälmanns, sich auf diese Priorisierung der Partei- bzw. der Ideologieinteressen vor jedweder Menschlichkeit zu berufen. Angesichts des seinerzeit schon erkennbaren Wahnsinns der Nationalsozialisten den aufkommenden Schrecken als „transitorische“ Chance für die Umsetzung der eigenen Parteiinteressen zu verstehen ist geradezu skandalös. In diesem Punkt sehe ich die Linke auf einem verheerenden Irrweg.

Diesem Prinzip ähnlich – über den Grad des Angewidertseins könnten andere möglicherweise streiten – erscheint mir die (und jetzt muss ich @w.endemann gegenüber deutlicher werden) seine in der Wurzel menschenverachtende Aussage »Für Linke hat der Kapitalismus nur positive Effekte als transitorische Gesellschaftsform. Er gehört abgeschafft, der Kommunismus muss gewonnen/angeeignet werden.«

Mit dem Begriff des Transitorischen entspricht er der oben beschriebenen systemisch linken Haltung. Ich habe jetzt an dieser Stelle bewusst den Nachsatz mit hinzugeschrieben, da dieser seine Aussage dann doch ein Stück weit abmildert, was ich gerne zur Kenntnis nehme.

Dennoch, wie unangemessen ist doch in Wirklichkeit der Blick auf den Kapitalismus aus der Sicht der positiven Effekte für die spätere Positionierung der eigenen Ideologie! Soll das etwa eine ernstzunehmende linke Haltung sein? Mich stößt sie völlig ab!

Wie viele Kinder unter 5 Jahren sterben jeden Tag an vermeidbaren Ursachen (z. B . aufgrund von unzureichender Nahrungsmittelversorgung, aufgrund verunreinigten Wassers, aufgrund fehlender Medikamente für eigentlich unbedeutende Krankheiten etc. Wie viele Menschen aller Altersklassen leiden und sterben jeden Tag an diesen auch für sie katastrophalen Bedingungen? Wie viel Prozent der jährlich weltweit getätigten Militärausgaben bräuchte es, um jedweden Menschen mit dem Notwendigsten zu versorgen (inkl. einer elementaren Schulbildung)? Sind es 10% oder sind es 20%? Die Antwort liegt irgendwo dazwischen? Woran liegt es, dass diesen Menschen, deren Anzahl sich nicht erst seit Corona wieder vergrößert, nicht so schnell wie möglich geholfen wird? Alle notwendigen Mittel und alle notwendigen Kenntnisse sind schon lange vorhanden. Es fehlt am politischen Willen.

Wie heißt noch gleich das Wirtschaftssystem, das neben anderen gesellschaftlichen Faktoren dafür maßgeblich verantwortlich ist? War und ist das nicht der Kapitalismus?

Wenn man dann als Linker von positiven transitorischen Effekten fabuliert, dann ist das eine derartige Egozentrik, die mit normalen Maßstäben kaum zu fassen ist. Das systemisch Linke beweist spätestens an dieser Stelle wieder seine abgrundtiefe ideologische Besessenheit einhergehend mit dem gefährlichen Fakt der Verblendung von selbst klugen Menschen wie @w.endemann eigentlich einer ist. Über den Fluch geschlossener logischer Systeme habe ich hier geschrieben.

Chuwawa, es gibt sie nicht die Harmoniesoße, mit der man in diesem Zusammenhang auch nur irgendetwas relativieren oder zukleistern könnte – zumindest nicht für mich. Den „Eierkuchen“ würde ich sonst zornig in die Ahr schmeißen.

Was Ihre parteipolitischen Wünsche anbetrifft, so "trauere" ich noch immer den Bundestagswahlen hinterher, nach denen eine rot-rot-grüne Mehrheit aus Arroganz und aus Unfähigkeit nicht genutzt wurde. Sind die Parteien heute weiter?

RE: Was ist Links? | 08.05.2021 | 13:00

Bevor Sie hier immer weiter verkitschte Sichtweisen in Bezug auf das angebliche Linke im Menschen und bei seinen nächsten Verwandten schreiben, sollten Sie sich vorher besser informieren.

Vermutlich können Sie über Erdmännchen mehr als ich sagen. Über diese Wesen weiß ich nichts.

Das Soziale bei einer Affenhorde aber ist, dass, wenn es gut läuft, jedes Mitglied überleben darf, auch die Schwachen. Ansonsten herrscht eine klare Rangordnung. Wer oben ist, bekommt die meiste Nahrung und den "Zugriff" auf die meisten Weibchen. Bei den Bonobos spielt der schnelle Koitus eine sehr wichtige Rolle. Also nichts von Linkenromantik solidarischer Wesen auf gleicher Augenhöhe, sondern unmissverständliche Hierarchisierung.

Ich nehme mal an, dass Sie aus einer nach solchen Gesichtspunkten organisierten Gesellschaft recht bald türmen würden. Wenn Sie aber Pech hätten, dann würden Sie als männliches Wesen gleich vom verfeindeten Nachbarrudel aufgeknüpft. Sieht so Ihr Paradies aus?

Was man aber von den Menschenaffen lernen kann, dass sie in entscheidenden Momenten (z. B. bei der Jagd, im Verteidigungsfall oder auch bei der Aufzucht der Jungen etc.) neben ihrem Egoismus durchaus auch ihre altruistische Züge aufblitzen lassen und sehr gut kooperieren können.

In Bezug auf den Menschen spricht man auch von Gruppenselektion: Je besser die Kooperation in einer Gruppe klappte, desto besser die Überlebens- und Fortpflanzungschance der meisten Gruppenmitglieder. Schlechter kooperierende Gruppen waren demgegenüber klar im Nachteil.

Könnte das auch heute für den Menschen gelten oder ist Ihnen das nicht links genug?

Übrigens, genau so wenig wie ich nach @w.endemann weiß, wie links ich in Wirklichkeit bin, mindestens genauso wenig haben Sie eine Idee davon, wie unglaublich instinktgesteuert auch Sie selber als vermeintlicher Homo sapiens noch sind. Diesbezüglich spreche ich nur von allgemein zugänglichen Fakten.

Ich sag ja immer wieder, einseitiges Entweder-oder-Denken oder auch ethnozentrische Selbstherrlichkeit führen konsequent in die Irre. Da wünscht ich mir fast, ich wär eines dieser putzig zu betrachtenden Erdmännchen, oder aber auch nicht, denn noch habe ich in meinem früheren Leben für eine derartige Vorstellung nicht genug geraucht (o. s. ä.).