Wolfgang Heininger
26.11.2012 | 13:14 24

Es wird verdammt heiß

Klimawandel Vor der UN-Konferenz in Doha häuften sich die warnenden Studien. Aber wann tut die Weltgemeinschaft endlich etwas gegen die globale Erwärmung?

Es wird verdammt heiß

Ohne Eis wird es zu heiß

Foto: Ronaldo Schemidt/AFP/Getty Images

Fast könnte man das in diesen kalten Novembertagen für eine gute Nachricht halten: Es wird wärmer. Es wird aber noch viel wärmer werden als bislang befürchtet. Es wird sogar verdammt ungemütlich. Hier, auf der Erde, wenn die Durchschnittstemperatur nicht nur um 1,5 oder zwei Grad, sondern um das Doppelte ansteigt. Und genau das soll bereits in 50 Jahren so sein.

Dieses Szenario hat jetzt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im Auftrag der Weltbank berechnet. Und diese vier Grad sind nur der Durchschnittswert. Über der Landmasse wird es demnach bis zu zehn Grad wärmer, weil diese viel schneller reagiert als die Ozeane. Das sind Werte, die „außerhalb der Erfahrungen unserer Zivilisation“ liegen, wie es in der Studie heißt. Sie nennt das Beispiel der Hitzewelle in Russland vor zwei Jahren mit Tausenden Todesopfern und einem wirtschaftlichen Schaden von geschätzten 15 Milliarden Dollar. Solche katastrophalen Ereignisse werden in der Welt von morgen die „Normalität“ sein.

Mit Menschen oder ohne

Wird das Szenario Wirklichkeit, werden die Polkappen weiter abschmelzen, der Eisschild Grönlands wird gänzlich verschwinden. Die Landmasse reflektiert das Sonnenlicht nicht mehr im gleichen Maß wie das Eis, was die Erwärmung verstärkt. Zugleich wird der Meeresspiegel der Studie zufolge um durchschnittlich einen Meter steigen. Das bedeutet, zahlreiche Inseln werden verschwinden, dichtbesiedelte Küsten überflutet. Der Regenwald, bisher ein riesiger Speicher für Kohlendioxid, stirbt ab. Auch das heizt die Entwicklung nochmals an.

Und was tut die Menschheit? Sie leugnet oder verdrängt dieses Szenario, um schrankenlos weiter zu wirtschaften. Ihre Repräsentanten treffen sich jährlich zu einer Klimakonferenz, wie nun ausgerechnet in Katar, um sich dann doch nur wieder zu vertagen. Außer unverbindlichen Absichtserklärungen ist von dem Treffen nichts zu erwarten.

Dem Erdball und der Natur ist es egal, was Staaten beschließen oder nicht. Die Umwelt wird sich nicht nach deren Beschwichtigungen, sondern wie bisher nach chemischen und physikalischen Gesetzen richten und verändern. Mit oder ohne den Menschen.

Kommentare (24)

Avatar
Ehemaliger Nutzer 26.11.2012 | 14:11

"Aber wann tut die Weltgemeinschaft endlich etwas gegen die globale Erwärmung?"

Die Antwort steht ja schon da:

"Und was tut die Menschheit? Sie leugnet oder verdrängt dieses Szenario, um schrankenlos weiter zu wirtschaften."

Solange wir den Finanzmarktkapitalismus haben, Hand in Hand mit Kapitalfreizügigkeit und Freihandel, solange wird das Spiel weiter gehen.

Solange kein Staat es schafft, ohne Finanzmarktkapitalismus und hirnloses Wachstum entsprechenden Wohlstand zu schaffen, wird niemand umschwenken. Die meisten Ökonomen haben dahingehend einen Tunnelblick, auf die können wir nicht zählen.

Große Staatengebilde (EU, China, USA auch Deutschland wahrscheinlich schon) sind als Referenz imho sowieso ungeeignet, zu undemokratisch, zu schwerfällig, zu fixiert auf bestehende Lösungen, zu korrupt.

Eine Wende könnte am ehesten von kleinen wendigen Ländern ohne Großindustrie, dafür mit hohem Bildungsniveau ausgehen, zZ sehe ich aber keines was das leisten könnte. Die Schweizer sind zu konservativ, die Skandinavier vielleicht, aber mE haben die auch zunehmend auf neoliberale Modelle gesetzt und leiden unter Arbeitslosigkeit. Erschwerend kommt hinzu, dass große Länder dazu neigen, kleine konsequent zu ignorieren...

Avatar
Ehemaliger Nutzer 26.11.2012 | 14:33

..."Dieses Szenario hat jetzt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im Auftrag der Weltbank berechnet."...

______________________________

Da geht es schon los....

Ich mag das Wort Klimalüge nicht: zu platt, zu doof, zu unausgegoren, zu abgedroschen.

Aber eine fundierte Auseinandersetzung mit klimatischer Zyklizität, reden wir nicht von Metazyklizität, das wäre ja was.

Und wenn die Weltbank, die so Besorgte mal was anderes machen würde als Klientelpolitik wäre das doch auch einmal etwas.

Und mit imho auf eine zu erwartende große Hitze zuzugehen: starkes Stück.

Nein, ich mag das Wort Klimalüge überhaupt nicht.

Aber weiterführen tut der Appell deswegen nicht, weil er nichteinmal mehr Fakten zu bedürfen scheint außer frommen Wünschen.

Und das kann nicht reichen angesichts der Komplexität des Problems Klimaerwärmung, sollte sie denn so eintreten wie in der Studie (eine linear angelegte?) prognostiziert.

Mehr zu dem Thema bitte.

Aber bitte mit etwas mehr Informationen als jenen, dass es nun ganz besonders schlimm wird, weil alle gepennt haben.

Warum Kassandra kaum jemand zugehört hatte?

Weil sie vor lauter Unglücksahnung vergessen hatte sich auf mehr als lediglich ihre dunkle Vorahnung zu verlassen?

Avatar
Ehemaliger Nutzer 26.11.2012 | 15:00

Ach was solls. Du kannst den Klimawandel nicht beweisen, schon gar nicht, dass er von Menschen gemacht wird. Schon gar nicht kannst du das einer von allen Seiten medial manipulierten breiten Masse klarmachen. Sinnlos.

Die meisten suchen sowieso nach Argumenten, warum wir nicht dran schuld sind, damit sie bequem weiter ohne schlechtes Gewissen in ihrem unsinnig fetten SUV allein die 20 km bis zur Arbeitsstelle fahren können. Beweise zu verlangen die es nie geben kann, ist imho nur Verzögerungstaktik. DASS die Temperatur-Kurven alle nach oben zeigen, ist hingegen keine Einbildung und wird selbst von Skeptikern so gut wie nie geleugnet, sie externalisieren nur die Ursache, egal wie plausibel die Zusammenhänge zwischen Industriealisierung und Anstieg auch sein mögen.

Dabei müsste man schon beim bloßen Verdacht eines solchen Zusammenhanges sofort umsteuern, wenn man nicht total bescheuert und lebensmüde ist.

Und das ist nur eines von vielen Problemen. Ressourcen ausbuddeln und verbrauchen, ist per Definition kein Spiel was ewig weiter gehen kann, schon gar nicht, wenn man es immer mehr beschleunigt...

Oberham 26.11.2012 | 15:06

hm... wer weiß, vielleicht ist es einfach unsere fehlgeleitete Schwarmintelligenz.

Schon heute sterben 100.000 Menschen täglich an Hunger und anderen Fogen der menschverursachten Klimaveränderungen, bzw. Umweltverseuchungen.

Spirch, der Mensch wirtschaftet aufgrund seiner Schwarmintelligenz - die hier eben in die falsche Richtung geht - munter weiter sein möglichst frühzeitiges Ende herbei.

Ergebniss, das Massensterben zu Gunsten einiger hedonistischer Freaks, die vielleichts vier oder fünf Dekaden grenzenlosen Spaß und grenzenlose Machtgeilheit ausleben dürfen hört auf, das mit den Menschen löst sich schlicht wieder auf.

Ich hab das Glück in einer bequemen Zeit und Ecke unserer Wahrnehmung als Stringkomposition zusammengestellt worden zu sein - ich möchte nicht mit einer gestern - oder vorgestern verbrannten Komposition in einer Nähfabrik tauschen - wenn, dann möchte ich vielleicht mit Bono tauschen - oder vielleicht mit irgend einem begnadetem Maler, - aber - die ganz klugen Menschen gehen meist am Alkohol und Drogen zu Grunde, da sie den Irrsinn anders nicht ertragen, den wir veranstalten - oder sie leben wie Hawking längst in einem anderen geistigen Multiversum.

Aber - der Schwarm ist einfach hoffnungslos auf dem Holzweg!

Avatar
Ehemaliger Nutzer 26.11.2012 | 15:16

Welcher Schwarm? In einer Zeit in der schamlos von Postdemokratie gefaselt wird (obwohl es auch bis jetzt so gut wie nirgends echte Demokratie gab), kann man nicht wirklich von Schwarmintelligenz sprechen.

Es sind die Schwarmführer und Profiteure, die die Probleme nicht wirklich ernst nehmen und es wie schon tausende Jahre zuvor machen: sie opfern andere. Sie selbst sind ja reich und wendig genug um fast alles bequem zu überleben. Glauben sie zumindest.

iDog 26.11.2012 | 15:22

"Dem Erdball und der Natur ist es egal, was Staaten beschließen oder nicht"

Glücklicherweise kann man da nur sagen .... denn alles was der Mensch macht, beruht auf Beschlüssen und Entscheidungen der Menschen ... nö?

Witzigerweise wird aber immer so getan als sei gerade das katastrophale Resultat unseres Handels und/oder die Unfähigkeit dieses zu änderen gottgegebenes Schicksal, unabwendbare Natur , gar evolutionärer Fortschritt ...

Bei diesem Widerspruch verdampfen die "Gehirne" diverser gutbezahlter Think Tanks bekanntlich zu Schmelzkäse ...

Dass dieser dann auf den Seiten und Sites des Mediendschungels seine dreckigen Spuren hinterlässt indem er auch den Intellekt der geschätzten Leseraschaft verklebt ist durchaus erwünscht ...

Ein verkrustendes "Fondu" also in jeder Hinsicht ... es wird Zeit sich an die alten Regeln aus dem Band "Asterix bei den Schweizern" zu erinnern : wer dreimal seine "Brot" in diesem Fondu verloren hat wir mit Steinen an den Füßen beschwert und im Genfer See versenkt.

Ich glaube diesen See gibt es schon lange nicht mehr ... wen wundert's

Oberham 26.11.2012 | 15:37

Oh, ich denke man muss sogar von Schwarmintelligenz sprechen - d.h. ja nicht, das der Schwarm ein Lösungsmuster findet, welches sein Überleben garantiert - es gibt mehr fatale Lösungen, als erfolgreiche.

Es gibt eben immer Stringkompositionen die den Weg vorgeben, doch die sind beliebig austauschbar - das ist eben der Fehlweg - wie glauben Führung zu brauchen, dabei sind wir eben keine Herdentiere mehr, wir könnten selbstbestimmt miteinander interagieren und dies in einer harmonischen Schwingungskonstellation - das denke ich wäre ein zielführender Pfad der Schwarmintelligenz.

Tatsache ist - wir leben in kompletter Disharmonie, inerhalb des Schwarms und inerhalb des gesamten Ökosystems.

Man könnte es so schlussfolgern - wir haben ein Bewußsein entwickelt, das einem Alleinstellungsmerkmal in der Fauna dieses Planeten entspricht, wir haben aber nicht verstanden, dieses Bewußtsein wirklich zu unser aller Nutzen zu entwickeln, wir glauben irgendwie zwar - jeder sei gleich wertvoll und schützenswert, agieren jedoch diametral zu diesem Ideal - der Partikularismus ist das immanente Prinzip - nur kein Mensch kann alleine existieren!

Hier liegt der fatale Kurzschluss - bislang sind alle Versuche ihn zu beheben, fehlgeschlagen. (ich denke mal der Mensch hat diesen Aspekt seit ca. 5000 Jahren genügend ausformuliert, überliefert und ist sich dessen ebenfalls bewußt. Meine Lösung lautet soziale Anarchie - tja - bleiben derzeit noch 7 Millarden andere Lösungen übrig..... - der Schwarm ist eben völlig verwirrt - doch auch das ist eine Form von Schwarmintelligenz.)

Avatar
Ehemaliger Nutzer 26.11.2012 | 15:59

Ja Ok, derart informationstechnisch abstrakt (oder welche wissenschaftliche Sparte ist das überhaupt?) betrachtet, hast du natürlich recht ;-)

Das Problem sieht von verschiedenen Perspektiven her interessant aus, man könnte es auch so formulieren: die Menschheit/Schwarm schafft es nicht, sich von krankmachenden Memen zu befreien oder braucht zu lange dafür. Die Immunkräfte gegen Religion, Gier, falsche ökonomische Heilslehren etc. sind nicht sehr entwickelt.

Es gelingt ihr nicht, ein in sich schlüssiges Konzept der Welt zu entwerfen, sie scheitert an der Auflösung der kognitiven Dissonanzen und den Folgen, die das mit sich bringt.

Tragisch komisch, würde ich sagen... wenn ich ein Außerirdischer wäre :-)

So wirds mich aber wahrscheinlich mit erwischen...

Avatar
Ehemaliger Nutzer 26.11.2012 | 15:59

Schwarmintelligenz übrigens reklamiert Intelligenz, ohne (bislang) den Nachweis für Intelligenz erbracht zu haben.Augenscheinlich kann so etwas bei einer Massenpanik werden.Und werweiß vielleicht leben wir schon lange in einer Massenpanik ohne uns dessen gewahr zu sein. 1 (in Worten ein) Stromausfall und Schluß ist mit der Herrlichkeit: dann stehen die Monitore, aus Erdöl raffiniert, mit seltenen Erden vollgepackt und mit Gold, Silber und Platin versehen herum wie dummes Zeug, das einen in seiner Zuhandenheit irgendwie abwesend vorkommt ohne es sein zu können.Und, Madame mal eben aus dem SUV zu zerren um ihr klarzumachen, dass sie sich mitschuldig macht am Untergang: so einfach würde man es gerne haben wollen.Zack: alles neu macht das Bewußtsein, das listige, um sich selbst auf den Leim zu gehen, weil es einem vormacht man könne es sowieso alles vergessen, wenn es denn vorbei ist.
So etwas könnte einem durch den Sinn gehen, wenn einem ein Angstmacher die eigene Schuld am Weltzustand vorzubuchstabieren gedenkt, ohne dem stillen Gericht, vor das er sich unversehends gestellt sieht, mehr entgegnen zu können als ein: aber ich hab' das doch alles gut gemeint.Gut meinen reicht vielleicht längst nicht mehr!Und gut machen bedeutet: überlegt an Sachverhalte heranzugehen und nicht überwältigt von seiner Ohnmacht den Untergang der Welt hinauszukrähen.Sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und genau hinzusehen.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 26.11.2012 | 17:30

Wie kommen Sie auf die lustige Idee, dass es eine "Menschheit" gebe?

Welche - womöglich wie ein riesiger Ameisenstaat von Königin Uno harmonisch zu lenken wäre?

Ein bisschen viel Phantasie auf einmal, oder?

Allerdings sehen Sie die Antwort ja am Ende.

Es gibt nur Menschen. Kein Menschheit. Menschheit ist ein leeres Wort. Und Menschen sind - wie sie sind. Allerdings haben die Raubäffchen die Befähigung zur Spiritualität. Wobei die meisten Klimafans bizarrerweise Atheisten sind. Tja. Die große eine Harmonie und die Ewigkeit leugnen, Hedonismus, Diesseitsbezug, Wachstum predigen - aber dann die Tatsache, dass reiner Weltbezug Konsequenzen hat nur auf die Abstraktion "Menschheit" zurückzuführen wissen, das ist ist ein bisschen wenig. Es wird künftigen Historikern als ein letztlich bizarres Meinungssetup auffallen.

Menschheit = allumfassende Kirche - Seele

Passt es wirklich zusammen, gegen den Papst zu pfeifen, weil dieser den Hexensabbat stören könnte - um stattdessen selbstgerecht und vollkommen wirkungslos mit der Vokabel Menschheit herumzuhantieren? Nur ein Beispiel von Tausenden.

Die Klimaretter sind Teil des Problems.

Das Resultat der Moderne ist zu besichtigen. Die modernsten pfeifen in Berlin gegen den Papst.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 26.11.2012 | 21:46

"Wie kommen Sie auf die lustige Idee, dass es eine "Menschheit" gebe?"

Oh, es gibt eine, die Frage ist, ob diese Abstraktion irgendeinen Sinn hat. Ich meine nein.

"Es gibt nur Menschen."

Natürlich nicht, es gibt auch Umwelt, Beziehungen zwischen Menschen usw.

"Und Menschen sind - wie sie sind."

Selbst eine sinnlose, wenn auch zweifellos richtige Aussage, da tautologisch.

"Wobei die meisten Klimafans bizarrerweise Atheisten sind."

Ähm, das kannst du irgendwie belegen? Und was bitte ist ein Klima-Fan?

"Die große eine Harmonie und die Ewigkeit leugnen"

Du sprichst in Rätseln.

"Hedonismus, Diesseitsbezug, Wachstum predigen - aber dann die Tatsache, dass reiner Weltbezug Konsequenzen hat nur auf die Abstraktion "Menschheit" zurückzuführen wissen"

Der schlechteste deiner bisherigen Kommentare. Willst du Atheisten für schuldig am Klimawandel und Kapitalismus definieren? Ich fasse das als persönliche Beleidigung auf, unsachlich ist es zudem auch.

Wer nur weltlich lebt, muss diese Welt auch erhalten, kann sich von einer herbeifantasierten höheren Instanz keine Hilfe erwarten und auch kein jenseitiges Leben.

Die Gleichsetzung von Atheismus mit Egoismus ist hingegen die gewohnte falsche und arrogante Kirchenpropaganda.

"Passt es wirklich zusammen, gegen den Papst zu pfeifen"

Was hat der alte Mann in Rom jetzt schon wieder damit zu tun? Und inwiefern stört er irgendwas? Der Vatikan ist selbst Teil des Spieles:

http://www.format.at/articles/0938/525/251407/die-geschaefte-vatikan-buch-finanznetzwerk-geldwaesche

"Die Klimaretter sind Teil des Problems."

Ja klar. Und wenn die Sonne scheint wirds dunkel.

"Die modernsten pfeifen in Berlin gegen den Papst."

Muss dich ja arg getroffen haben, dass das katholische Aushängeschild nicht von allen mit Kusshand empfangen wurde.

eldorado 26.11.2012 | 23:36

Die Weltbevölkerung umfasst gut 7 Mia Menschen Sie sind einer davon. Wenn jeder wartet, bis die anderen was tun, passiert nie wirklich was. Jeder Einzelne kann bei sich persönlich und in seinem Umfeld, wo er wirkt anfangen.

Wenn die Bevölkerung warten, bis da oben, bei denen die behaupten, was zu sagen haben, kann das ewig gehen, bis wirklich was geschieht. Würden sie das wirklich ernst nehmen, würden sie zuviel an persönlichem Komfort und Beuquemlichkeit einbüssen.

eldorado 27.11.2012 | 00:40

Sie sprechen mir aus dem Herzen mit der sozialen Anarchie. Leider ist die Anarchie viel zu viel in Verruf, weil man meistens nur die Richtung kenn, die glaubt, dass man das Ziel nur mit Gewaltbereitschaft verwirklichen kann. Die andere Richtung setzt auf das Individuum, dass eine Gesellschaft erschaffen werden sollte, wo Raum ist, dass sich das Individuum frei entfalten kann innerhalb der Gemeinschaft.

Ich hab da kürzlich mit jemandem etwas erarbeitet. In einer Diktatur wird den Menschen ein Führer aufgezwungen. In einer Demokratie können wir die Regierung und die Minister selber bestimmen.

Nun kann das noch einen Schritt weitergehen. Ich bin Schweizerin und wohne auch da. Da können wir auch über massenhaft Sachfragen abstimmen. Wenn etwas in der Regierung, ob in der Gemeinde, im Staat oder dem Bund etwas beschlossen wird und eine Gruppe nicht einverstanden ist, können wir ein Referendum machen. Wenn wir etwas von uns aus wollen haben wir die Möglichkeit der Initiative. Auch hier muss sich die Minderheit immer der Mehrheit fügen.

Auch die Schweiz dünkt mich immer technokratischer. Vorschriften, Verbote und Aehnliches nehmen immer mehr zu. Es wird immer schwerer in Eigenverantwortung zu handeln, weil es immer mehr Barrieren gibt. Da dachte ich mir, dass es gut wäre, die Werte der alten Eidgenossenschaft, die Auflehnung gegen den Gessler-Hut. Ob das genau so war ist ja nicht ganz sicher. Aber auf jeden Fall stimmt das symbolisch. Sie sind aufgestanden, weil sie ein selbstbestimmtes Leben wollten. Das ging über viele Jahrhunderte so weiter mit Hochs und Tiefs. Solche Impulse sollten aufgenommen werden, von Menschen, die genug haben vom Wischi-waschi der Führungen und Oberen. Wirkliche Veränderungen kommen nie von den Herrschenden. Denen ist es viel zu wohl in ihren Positionen. Wirkliche Veränderungen kommen von unten. Bequem ist es nicht, weil man dann voll die Verantwortung trägt, für das was man macht. Es ist nicht mehr möglich, die Schuld nach oben zu leiten und zu delegieren. Man kann das auch zivilen Ungehorsam nennen. Das Wichtigste, was man dabei beachten sollte, dass man das nicht zu seinem eigenen Vorteil macht, sondern zum Wohle der Gemeinschaft, ob das jetzt ein kleinerer oder grösserer Kreis ist oder weltweit.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 27.11.2012 | 03:02

Ich nehme mal nur das hier raus:

Willst du Atheisten für schuldig am Klimawandel und Kapitalismus definieren?

Ja. Und zwar ernsthaft. Wobei man diesen Gedanken nicht absolut und kategorisch lese, sondern bildlich oder symbolisch. Aber ein Mönch im Kloster fährt eben nicht mit dem Auto herum um "Werte zu schaffen" (eher: zu zerstören) und vermutet den Sinn des Daseins nicht in Fernreisen. Atheisten, die einsiedlernde vegane Selbstversorger sind, nehme ich hiervon gerne aus. Atheist auch symbolisch verstanden. Man kann auch als "frommes" Kirchenmitglied so leben.

Oberham 27.11.2012 | 09:05

Ja, die soziale Anarchie - meine Lieblingsutopie -

Als Eremit durchaus praktikabel - bis Marodeure kommen und ein Ende bereiten oder man in den Branenkosmos zurückgleitet ohne vorher ein Gewalterlebnis genießen zu müssen.

Trotzdem geht es in meinem Kopf ab, trotzdem träum ich davon, dass eines Tages alle Waffensklaven beim Befehlt Feuer frei -

bin ich milde gestimmt - die Waffen in eine rießige Jauchegrube werfen (die zufällig gleich vor dem Befehlshaber vor sich hin modert)

bin ich in schlechter Laune - erst selbigen erschießen, und nachdem der Arme in die Jauche gefallen ist, die Waffen hinterherwerfen.

Als Anhänger der Branenkosmologie bin ich dennoch nicht suizidgefährdet, zumindest solange ich körperlich gesund bin - viele Menschen würden mich geistig wohl als krank bezeichnen - da mir die Menschheit und auch meine Wenigkeit als absolut bedeutungslos erscheint, solange sie nicht versteht - wozu sie fähig wäre!

Manchmal bin ich allerdings tatsächlich dem Wahnsinn nahe, das ist immer dann der Fall, wenn ich reflektiere, dass selbst die wirklich genialen Menschen letztlich ihrer Eitelkeit verfallen und sich der dummdreisten Arroganz unserer Alphatiere fügen.

Mit reiner Mathematik begnügt sich am Ende eben doch keiner, man möchte Experimente durchführen, seine Theorien praktisch beweisen, - ja - in der Schweiz - da gibt es das schönste Teil der Welt - zumindest für die Physiker - gemeinsam mit den Kosmologen - tanzt man in die Mikrokosmischen - und Makrokosmischen Räume hinein, dreht sich fasziniert und staunend im Rhytmus der allumfassenden Unbebreiflichkeit - vergisst das Elend in den Slums und ist so ein unschuldiges Ionenfluten in isolierten Cortexrinden.

Jene die sich in der Kunst auflösen, hatten auch Glück - doch jene die als Nutzmenschen vegetieren, sind Ihr Leben lang auf die Erinnerung und die Hoffnung angewiesen - die Erinnerung an einen fröhlichen Moment - oder gar Tag - und die Hoffnung darauf, so eine Zeitspanne möge bitte nochmals über den Horizont der Zukunft zu ihnen strahlen.

Ich hoffe sie können sich so verorten, dass ihr Leben subjektiv glücklich schwingt - retten sie einfach ihre kleine individuelle Welt - wer seine Welt rettet, der rettet damit die ganze Welt - nur - es hätten eben sieben Milliarden Menschen die Aufgabe ihre Welt zu retten - und für wahrscheinlich mehr als 3 Milliarden hätte dieser Rettungsversuch wohl den eigenen Tod zur folge, würden nicht auch alle Mitmenschen gleichzeitig diesen Rettungsversuch starten.

Wir hier in Europa und an manchen Plätzen Nordamerikas, Ozeaniens, Asiens, Australien - Neuseeland - wir haben die Chance es auch alleine zu tun - ohne gleich das Leben auflösen zu müssen.

Einige tun es. Viele würden es gerne tun, haben aber nicht den Mut dazu. Viele sehen die Welt so- wie sie ist - als absolut wünschenswert und wohl geordnet. Einige - ganz wenige - gründen auf dem Elend der Massen ihr Paradies.

Würden sie - lebten sie ihm Paradies - dies freiwillig verlassen?

... um einer unglaublich winzigen Chance willen, es würde etwas bewirken?

Das ist leider unser aller fataler Schicksal, wir glauben letztlich nicht an uns - bzw. es sind viel zu wenige, die an den Menschen als etwas wirklich wunderbares glauben.

Mag arrogant klingen, aber ich hatte früher sehr viel mit Menschen zu tun, die sehr privilegiert in Wirtschaft und Politik ein angenehmes, abgehobenes Leben fristen, ich hab mich angewidert verabschiedet - und - dennoch mit einigen wenigen habe ich trotzdem noch jede Woche Kontakt (auch mit meinen Eltern....) -

wie eh und je, spricht man von der Masse - als einem Haufen ungebildeter, dreckiger, ungepflegter, nichtswürdiger, - Proleten, Asozialer, Neger, in den "unterentwickelten" Ländern ist überall nur Dreck, Dreck und nochmals Dreck....

Das Servicepersonal ist etnweder brav und fleissig oder aber dumm, eingebildet und faul.

Es ändert sich in diesen Kreisen - NICHTS!

Zweifellos wird dieses Paradies einstürzen - ob nun das Klima, die Umweltverschmutzung oder die soziale Kathatstrophe zuerst die Villen aushöhlt, das ist ohnehin völlig unerheblich - soziale Kathastrophen haben dies schon öfter getan, ökologische - lokale - auch menschverursachte Kathastrophen kamen auch schon öfter zum Einsatz - doch in Zukunft - droht dem Menschen doch offensichtlich ein globales Ereignis - die Villen betreffen - die Massen sie leben doch längst in der Hölle - für sie ist es keine Kathastrophe, ihnen wird einfach der Selbstmord abgenommen - diese ewige Hoffen auf den einen winzigen glücklichen Augenblick, der doch niemals kommt - bis man endlich stirbt.

Ups..... jetzt hab ich die Zeit übersehen .... sorry....

anticapitalista-no 28 479 326 29.11.2012 | 19:49

<Aber wann tut die Weltgemeinschaft ................>

Was meinst du mit Weltgemeinschaft???

<Und was tut die Menschheit? ...........>

Wer ist die Menschheit???


Falls du damit die Regierungen / Politiker der Welt meinst, kann ich nur sagen: Die können nichts machen. Sie sind machtlose Würstchen - Marionetten des Geldes. (Meine Oma hat immer gesagt: "Geld regiert die Welt". Ich denke sie war relativ unpolitisch, aber sie hat den Nagel auf den Kopf getroffen.

Und die restliche Bevölkerung der Welt - die teilweise um ihre Lebensgrundlagen kämpft - kämpfen an 1000 + X verschiedenen Fronten.

Aber das bestehende System - der Kapitalismus - wo es nur um Profit, Rrofit und noch mehr Profit geht ist nicht Gottgegeben. Es ist (schon lange)an der Zeit, gemeinsam (weltweit), dieses unsere Lebensgrundlage vernichtende System zu beseitigen.

( wer damit irgendwie einverstanden sein kann, sollte mal hier weitelesen : http://www.icor.info/de )