Linkspartei und Grüne: Die sind ja gar nicht mehr links!

Analyse Lohnt es sich für den Überlebenskampf der Linkspartei, sich an den Grünen abzuarbeiten? Wohl kaum. Sahra Wagenknecht und ihr Gefolge wären gut beraten, erstmal einen Blick auf die Parteigeschichte von Bündnis 90/Die Grünen zu werfen
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 47/2022
Grünen-Gründungsparteitag 1980, da war schon alles klar: Hinten auf dem Tisch steht eine Dose Fanta, obwohl Fanta Coca-Cola gehört und es das Dosenpfand noch nicht gab
Grünen-Gründungsparteitag 1980, da war schon alles klar: Hinten auf dem Tisch steht eine Dose Fanta, obwohl Fanta Coca-Cola gehört und es das Dosenpfand noch nicht gab

Foto: Friedrich Stark/Imago Images

Von Talleyrand stammt der Satz „Politik ist die Kunst, so lange dagegen zu sein, bis man dafür sein kann“. Kein anderer Satz charakterisiert die 42-jährige Geschichte der Grünen treffender als dieser. 1980 gegründet als systemsprengende „Anti-Parteien-Partei“, die sich die antikapitalistischen Grundwerte „ökologisch, sozial, basisdemokratisch und gewaltfrei“ auf die Fahne schrieb, gilt sie heute selbst in Unternehmerkreisen als solide Kraft, die dem erschöpften Kapitalismus durch „sozial-ökologische Modernisierung“ eine neue Legitimationsbasis verschafft.

Diese Anpassungsleistung mag man bewundern oder verfluchen – unbestreitbar ist sie eine Erfolgsgeschichte, die vielen, insbesondere den gebeutelten Li

%sparen