WolfgangP

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RE: Alles klar zur Wende? | 03.10.2011 | 17:53

"demokratie ist ja gut und schön, aber nicht jeder vorgang ist ein abstimmenswerter."

Nun der Begriff Piratinnen impliziert "Alle weiblichen Mitglieder der Piratenpartei" - wenn man also Aussagen macht, die diese Teilgruppe der Mitglieder betrifft erscheint eine demokratische Legitimation schon von Nöten.

Imho wurde hier erst ein Genderproblem von einer Frau geschaffen, wo keines existiert hat und auch nach wie vor nicht existiert, zumindestens wenn man den Aussagen viler einzelnen Frauen bei den Piraten glauben mag.

Warum sollte man also bei einem so komplexen Thema wie Gender auf einmal auf demokratische Strukturen und Transparenz verzichten können? Nur weil _eine_ Frau sagt, dass es so ist? Erinnert mich sehr an diktatorische Systeme. Warum sollten nicht alle Frauen bei den Piraten gemeinsam festlegen was ein Problem ist, und auch selbst festlegen wer für sie spricht?

RE: Alles klar zur Wende? | 03.10.2011 | 16:10

Hallo,

ich denke es wird hier einmal Zeit mit ein paar Missverständnissen aufzuräumen:

Das erste Missverständnis: Piratinnen sind nicht die Frauen in der Piratenpartei. Der Begriff der "Piratinnen" wurde von Leena Simon negativ besetzt, und viele Frauen in der Piratenpartei distanzieren sich von der von Leena Simon gegründeten Gruppierung. Hierbei ging/geht es nicht um falsch verstandenen Feminismus, oder eine Ablehnung der Frauenbewegung, sondern den Verrat an den Grundidealen der Piratenpartei.

So hat Leena Simon die Gründung der "Piratinnen" ohne ausreichende Legitimation der (weiblichen) Basis bekannt gegeben. Es gab keine demokratischen Wahlen, keine mit der (weiblichen) Basis abgestimmten Ziele.

Aufforderungen, dies durch eine entsprechende Gründungsversammlung mit Wahl eines Vorstands auszuräumen wurden von Simon wiederholt abgelehnt.

Sie hat sich damit zum Sprachrohr der Frauen in der Piratenpartei erkoren, das keine (oder nur sehr wenige Frauen) in der Piratenpartei haben wollte.

Der zweite schwere Fehler den die "Piratinnen" (die um Leena Simon gegründete Gruppe) gemacht hat, war gezielte Intransparenz, indem sie eine geschlossene Mailingliste und Kommunikationsstrukturen geschaffen hat.

Diese zwei Dinge - Übergehen der Basisdemokratie und Intransparenz - haben zu der allgemeinen Ablehnung der Gruppe der "Piratinnen" geführt. Und diese Ablehnung kommt zu großen Teilen auch von den Frauen aus der Piratenpartei, die nicht eine Sache vertreten wollten, die ihnen von einer nicht legitimierten "Führerin" vorgegeben wurde.

Leider wird der Widerstand gegen dieses basisdemokratischfeindliche und intransparente Verhalten immer noch als Frauenfeindlichkeit ausgelegt.

Lena Simon würde als Vorsitzende einer Vereinigung piratiger Frauen scheitern - weil sie ein Bild zeichnet, das nicht der Wahrheit entspricht. Schon alleine um dieses Bild gerade zu rücken wäre es wünschenswert eine eigene Frauenorganisation innerhalb der Piraten zu haben, die nach den gleichen Grundwerten (Basisdemokratie und Transparenz) arbeitet wie alle Piraten sich zum Ziel und Ideal gemacht haben