Wolli56

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RE: Haltung, bitte! Aber eine neutrale | 11.01.2013 | 10:03

Ich habe in den letzten Tagen 2 Mails geschrieben. Die erste an den Zentralrat der Juden und Marie Luise Beck(Grüne).Vom Zentralrat der Juden wurde nicht geantwortet:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe schon als neunjäriger Sternkinder gelesen (1965), d.h. in einer
Zeit als Filbinger und Konsorten noch allerorten waren. Ich haben meinen
Vater immer wieder mit Fragen über die Wehrmacht im 2 Weltkrieg in die
Enge getrieben. Ich habe mich während eines Gewerkschaftsseminars mit
dem Referenten angelegt, als er den 6 Tage Krieg als imperialistischen
Eroberungsfeldzug bezeichnete. Aber was ich in den letzten Jahren vom
Zentralrat der Juden beobachte ist in meinen Augen ein Angriff auf die
Meinungsfreiheit (Walser, Grass).
Ihre Intervention bezüglich des Gedichtes des Herrn Graumann läßt auf
ein recht fragwürdiges Demokratieverständnis schließen. Weiter so, und
Sie werden damit Rechtsradikalismus und Antisemitismus stärken, ob Sie
wollen oder nicht.


Wolfgang Sender


PS
Und womit kann ich dienen, vielleicht eine kleine Hexenjagd auf jemanden
der der Meinung ist, daß Demokratie auch bedeutet über unbequmes zu
diskutieren. Oder doch lieber das Standardprozedere mit der
Antisemitismuskeule ?

Man kann mir hier mit recht Polemik vor werfen, aber hat noch Herbert Wehner life erlebt?! Ich war seinerzeit nicht mit allem was er gesagt hat einverstanden und erst recht nicht mit dem Niveau seiner Äußerungen. Aber er wurde und daß nicht nur posthum immer wieder als Beispiel eines lebenden Demokratieverständnisses angeführt. Das was derzeit läuft erinnert mich fatal an den vorauseilenden Gehorsam bzw. die innere Schere im "Der Untertan".
Sie müssen wissen ich bin von der Sozialisation her das was man heute ein Präkariatskind nennt. Daher nehme ich Entwicklungen aus der sogenannten Unterschicht vielleicht ein bischen besser war und habe im Lauf der letzten Jahre den Eindruck gewonnen das die Geschichte mit dem NSU symptomatisch ist und letztendlich durch die mittlerweile allgegenwärtige Moralkeule befeuert und vielleicht sogar ausgelöst wurde. Ich denke das war nicht die letzte Aktion und bin auch überzeugt das man mit Gegendemonstrationen und moralischen Appellen diese Menschen nicht erreicht. Um es an einem konkreten Beispiel zu demonstrieren: Hätte man das Geld für das Holocaustmahnmal in einem Fond angelegt und ein Schüleraustausch mit Israel initiert, vor allem solange es noch Überlebende der NS Zeit gibt, hätte man fraglos mehr erreicht als mit einem Sammelsurium von Betonklötzen das in spätestens 20 Jahren vergessen ist.
Ich denke in einem sind wir uns einig, daß was war darf nicht mehr geschehen. Nur die Art wie dies betrieben wird ist kontraproduktiv.
Wie hatte doch vor einiger Zeit ein nahmhafte deutsche Wochenzeitung geschrieben: Der Rechtsrdikalismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Oder glaubt jemand allen ernstes das die NSU Geschichte nur ein Kompetenzproblem war ?