Die Welt als Pandämonium

Multitalent Florian L. Arnold präsentiert in Oberfahlheim skurrile Zeichnungen auf Glas, Objekte und Filme. Der Künstler hält sich selbst gern im Hintergrund.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Er ist ein Multitalent, nimmt sich aber selbst nicht so wichtig. Florian L. Arnold (Jahrgang 1977), der sich als Phantast und wirkungsloser Prophet bezeichnet, wechselt seine Rollen zwischen Zeichner und Illustrator, Schriftsteller und Satiriker. In seinem Internetauftritt bringt er diese Genres auf einen Nenner: Er sei ein Landvermesser Absurdistans.
Das Museum für bildende Kunst in Nersingen-Oberfahlheim widmet dem in Ulm und Naumburg lebenden Original endlich eine Einzelausstellung.

Bis 7. Juni 2015 sind dann im historischen
Bräuhaus an der Alten Landstraße Zeichnungen Arnolds auf und hinter Glas, Papier und Wand sowie andere Objekte zu sehen, die seiner Phantasie entsprungen sind. Extra für die Schau, die den Titel "Glas. Licht" trägt, gestaltete der studierte Kunstwissenschaftler in den vergangenen Wochen im kreiseigenen Kunstmuseum ein großes Wandbild. Im Kellergewölbe erwarten die Besucher zudem Kunstkurzfilme, die mit malerischen und grafischen Strukturen verzaubern.

Gemeinsames Merkmal der Ausstellungsstücke ist ihre Skurrilität. Wer Florian L. Arnolds - wie er selbst sagt - Augenfutter schmecken will, der muss genau und lang hinsehen, ein schnell vorbeihuschender Blick genügt da nicht. Seine Kunst ist nicht fast food, sondern slow food: In jedem Detail kann der langsame Betrachter Absurdes oder Groteskes entdecken. ich einzulassen auf diese Bildwelt, heißt: sich gefasst machen auf einen munteren Sprühregen an Einfällen, wie man sie – Sie erinnern sich an meine Einleitung – auf formlos brodelnden Bildern abstrakter Maler eben nicht finden kann. Da gibt es zum Beispiel die melancholische Geschichte der “velozipedalen Entführung der Harfe Ravels" einen “Landvermesser in Nöten" eine “Insel der Heiligen” oder einen “Turm von Babylon". Oder schauen Sie einmal genau die gläserne Delikatesse des Bildes "Eisvogel" an, auf dem sich die stilisierte Buchstabenfolge e g o = natürlich Ego entbirgt – eine Art Psychoanalyse mit der Tuschfeder, die zeichnerische Erkundung der Abgründe des Unbewußten.

Im Rahmen der Einzelausstellung finden drei begleitende Veranstaltungen statt: Am Freitag, 27. März 2015, um 19 Uhr gibt die E. M. U. (Experimentelle Musik Universität Ulm) ein Konzert mit dem Titel Herab fiel Ohm. Am Pfingstmontag, 25. Mai, um 17 Uhr stellt Florian L. Arnold seine neue Novelle Ein ungeheuerlicher Satz vor und steht zum Autorengespräch bereit.
Zum Abschluss der Ausstellung am 7. Juni spielt das Teatrino-Trio seinen vergnüglichen Liederabend Die Liebe und andere Katastrophen (17 Uhr).

Die Ausstellung "Glas. Licht" von Florian L. Arnold kann bis 7. Juni 2015 im Museum für bildende Kunst in Nersingen-Oberfahlheim, Alte Landstraße 1a, besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.
Das Museum des Landkreises Neu-Ulm ist jeweils am Dienstag von 16 bis 20 Uhr und am Samstag/Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Führungen für Gruppen sind auf Anfrage möglich: Telefon 0731/7040-118.

Weitere Informationen im Internet:
http://www.landkreis.neu-ulm.de/de/museum-fuer-bildende-kunst-im-landkreis-neu-ulm.html
www.florianarnold.de
http://ikarus4.com/2014/01/14/florian-l-arnold/
http://www.pr-inside.com/de/augenfutter-zeichnungen-auf-gla-r4244059.htm

TEXT: Museum / E. Ohm

Museum für bildende Kunst im Landkreis Neu-Ulm

Alte Landstraße 1 a
Oberfahlheim
89278 Nersingen
Tel. 07308/922443

Die Ausstellung "Glas. Licht" von Florian L. Arnold ist vom 25. Februar bis 7. Juni 2015 im Museum für bildende Kunst in Nersingen-Oberfahlheim, Alte Landstraße 1a, zu besichtigen.
Der Eintritt ist frei.
Das Museum des Landkreises Neu-Ulm ist jeweils am Dienstag von 16 bis 20 Uhr und am Samstag/Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet.
Führungen für Gruppen sind auf Anfrage möglich: Telefon 0731/7040-118.

17:44 02.05.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Wortknecht

Autor, Schreiberling, Tuschfederzeichner, Satireschreiber, Widerständler gegen Realitäten.
Schreiber 0 Leser 2
Wortknecht

Kommentare